Katzenerziehung

Kätzchen und erwachsene Katze zusammenführen: Tipps

Der Gedanke liegt nah: Ein Kätzchen mit einer Katze zusammenführen – ein Plan, der recht problemlos gelingen müsste. Schließlich sollte die kleine Samtpfote ähnlich wie bei Hunden eine Art Welpenschutz genießen. Ganz so einfach ist es allerdings nicht, wie die Erfahrung zeigt. Was es zu beachten gilt, verraten Ihnen diese Tipps.
Wenn ein Kitten zu einer Katze zieht, sind die Charaktere der beiden entscheidend – Shutterstock / Irina Kozorog
Wenn ein Kitten zu einer Katze zieht, sind die Charaktere der beiden entscheidend – Shutterstock / Irina Kozorog

Natürlich ist etwas dran: Die Verbindung zwischen Katze und Kätzchen oder Mutter und Kind ist etwas ganz Natürliches und dadurch Besonderes. Doch die Natur ist nicht zimperlich: Eine Katzenmutter behält die Kleinen in der Regel nur so lange bei sich, bis sie für sich selbst sorgen können. Insofern ist noch nicht mal bei der eigenen Mama gesagt, dass der kleine neue Stubentiger und die ältere Katze gut auskommen. Wenn sie Klein und Groß zusammenführen wollen, könnten die folgenden Ratschläge nützlich für sie sein.

Vorausplanung bei der Kombination der Charaktere

Der Charakter Ihrer Katze und jener des jungen Neulings sind entscheidende Faktoren, wenn es um das künftige Zusammenleben geht. Ist Ihre bisherige Samtpfote eher zurückhaltend und schüchtern, sollte auch das Jungtier kein Haudrauf sein. Zeigt sich Ihr gewohnter Mitbewohner eher dominant, kann der Neuzugang ruhig ein echter Frechdachs sein. Handelt es sich beim Kätzchen um einen Kater, der gerade geschlechtsreif geworden ist, wird Ihre Katze kaum auf seine Avancen eingehen. Bei älteren Problemkatzen bietet sich ein rund drei Monate alter Neuzugang an. Der befindet sich in einer naturgegebenen Lernphase, bis er etwa ein Jahr alt ist. Ihre bisherige Katze wird kaum Schwierigkeiten haben, dem Neuling den Marsch zu blasen, wenn es nötig ist.

Das erste Treffen

Kommt das Kätzchen in seiner neuen Umgebung an, muss es sich sicher fühlen können. Um das zu erreichen, bietet sich für den weiteren Verlauf ein tragbarer Katzenkäfig an. Platzieren Sie diesen optimalerweise in einen Raum, der von Ihrer bisherigen Katze kaum benutzt wird. Das Kätzchen soll darin fressen können, auch ein Rückzugsort innerhalb des Käfigs, etwa ein Karton oder ein Körbchen, kann nicht schaden. Stellen Sie außerhalb des Käfigs das Lieblingsfutter Ihrer Altkatze hin, am besten an einer Stelle, an der sie ungestört fressen kann.

Lassen Sie bei geöffneter Zimmertür und geschlossenem Käfig die künftigen Wohngenossen Kontakt aufnehmen. Ihr angestammter Mitbewohner sollte die Gelegenheit haben, das Kätzchen ohne Störung oder Unterbrechung kennenzulernen. Umgekehrt kann sich der Mini, sollte es ihm zu viel werden, in sein Körbchen zurückziehen.  Schenken Sie Ihrer Altkatze Aufmerksamkeit wie gewohnt und behalten Sie bisherige Abläufe bei, um zu zeigen, dass der Neuling keinen Verlust gewohnter Harmonie bedeutet.

Die weitere Annäherung

Sobald das Kätzchen und Ihre Katze ruhig und ausgeglichen erscheinen, wenn sie unter den genannten Bedingungen in einem Raum sind, können Sie damit beginnen, den Käfig in andere Räume zu verfrachten. Steigern Sie die Räume nach der Wichtigkeit, welche das jeweilige Areal für Ihre bisherige Samtpfote hat. Bis Sie den Raum erreicht haben, in dem sich Ihre Katze für gewöhnlich am wohlsten fühlt, können je nach Fall und Fortschritt einige Wochen vergehen. Auch ein wesentlich schnelles Annähern ist durchaus nicht ungewöhnlich.

Erster direkter Kontakt und danach

Wenn Sie das erste Mal den Käfig öffnen und den beiden Tieren erlauben, sich persönlich zu begegnen und kennenzulernen, sollte das unter genauer Beobachtung geschehen. Sorgen Sie dafür, dass es im Verlauf der Bekanntschaft nicht zu rabiat wird. In der folgenden Zeit könnte es ratsam sein, die beiden Katzen zu trennen, wenn sie keine Gelegenheit zur Kontrolle haben. Dieses Vorgehen sollten Sie erst dann auflösen, wenn die Beziehung der beiden fest etabliert ist.

Auf längere Sicht sollten die beiden Katzen jeweils eigene Dinge zur Verfügung haben, die sie im Alltag benötigen. Dazu gehören unter anderem ein Schlafplatz, eine Wasserschüssel oder eine Futterschüssel sowie ein eigenes Katzenklo. Positionieren Sie diese an getrennten Stellen und schaffen Sie so jeweils eigene private Bereiche, in die sich Kätzchen und Katze zum Ausspannen zurückziehen können.

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