Katzenerziehung

Wenn die Katze "Geschenke" bringt: Umgang mit der Beute

Wer mit einer Freigänger-Katze zusammenlebt, bekommt von ihr hin und wieder ein kleines "Geschenk" nach Hause gebracht: Ob Vogel, Maus oder anderes Getier – manche Katzen teilen ihre Beute gern mit Herrchen oder Frauchen. Welches Verhalten ist in einem solchen Fall angebracht? Schließlich meint die Katze es nicht böse, sondern folgt einfach ihrem Instinkt.
"Guck mal, hab ich selbst gefangen!": Diese junge Katze ist stolz auf ihre Beute – Shutterstock / Andrey Stratilatov
"Guck mal, hab ich selbst gefangen!": Diese junge Katze ist stolz auf ihre Beute – Shutterstock / Andrey Stratilatov

So manches Katzenverhalten sorgt bei Herrchen und Frauchen für Verzweiflung – zum Beispiel, wenn das geliebte Haustier regelmäßig Beute mit nach Hause bringt. Möglicherweise lebt das Opfer sogar noch und wird von der Katze als Spielzeug benutzt. Da kommt schnell die Frage auf, wie man dem Stubentiger dieses Verhalten abgewöhnen kann.

Warum bringt die Katze ihre Beute ins Haus?

Zu der Frage nach dem Waru gibt es verschiedene Theorien: Eine Vermutung besagt, dass eine Katze merkt, dass wir Menschen uns nicht besonders gut auf der Jagd anstellen. Und weil sie sehr fürsorglich ist, bringt sie ihrem liebsten Menschen ein "Geschenk" zum Üben mit nach Hause. Auf diese Weise bringen auch Katzenmamas ihren Kitten das Mäusefangen bei. Fraglich bleibt dann allerdings, warum auch Kater ihren Besitzern Beute mit nach Hause bringen.

Eine weitere mögliche Erklärung ist, dass sich Ihre Katze im Haus sicher fühlt und ihre Beute ins Haus bringt, um sich ihr dort in aller Ruhe zuwenden zu können. Das erklärt jedoch nicht, warum die Fellnasen ihren Jagderfolg den Menschen anscheinend stolz präsentieren und ihre Opfer nur selten komplett auffressen.

Ein weiterer Grund für das nicht immer erwünschte Verhalten könnte sein, dass die Katze einfach nur spielen will – und das macht in den eigenen vier Wänden manchmal einfach am meisten Spaß.

Das katzentypische Verhalten ist nicht gänzlich erforscht. Vielleicht trifft es auch eine Mischung aus allen drei Theorien.

Das sind die bevorzugten Beutetiere Ihrer Katze

Üblicherweise ist das "Geschenk" Ihrer Katze eine Maus. An der hat sie am meisten Freude. Zu den weiteren Beutetieren der Katze zählen:

  • Frösche
  • Siebenschläfer
  • Kaninchen
  • Ratten
  • Fledermäuse

Die Fledermäuse und anderes Gefieder sterben häufig schon am Stress, den ihr sensibles Gemüt bei der Katzenjagd nicht verträgt. Dass Katzen Jagd auf Vögel und Co. machen, kommt allerdings eher selten vor: Die Piepmätze entwischen ihnen allzu schnell. Die Frustration kann sich Ihre Katze ersparen, indem sie sich auf flügellose Beute konzentriert.

Katze bringt Beute nach Hause: Schimpfen Sie nicht

Auch wenn Ihnen das Tierchen, das Ihre Katze ins Haus trägt, leid tut: Schimpfen Sie nicht mit Ihrem Stubentiger. Die Katze ist nur ihrem Jagdinstinkt gefolgt und würde nicht verstehen, warum Ihnen ihr Verhalten nicht gefällt. Aus diesem Grund können Sie der Katze das Verhalten auch nur schwerlich abgewöhnen.

Bedanken Sie sich stattdessen kurz für das "Geschenk", loben und streicheln Sie Ihre kleine Raubkatze und warten Sie einen Moment, bis sie das Interesse an ihrer Beute verliert. Dann können Sie das Mitbringsel diskret entsorgen.

Die Beute der Katze lebt! Was tun?

Entsorgen können Sie die Beute allerdings nur, wenn das Tierchen nicht mehr lebt. Was können Sie bei lebender Beute unternehmen?

Wenn die Maus zum Beispiel noch lebendig, aber schwer verletzt ist, sollten Sie sie Ihrer Katze nicht wegnehmen. Wahrscheinlich würde das Nagetier unter Qualen sterben, wenn Sie es jetzt ins Freie setzen. Warten Sie stattdessen ab, bis Ihre Katze die Beute vollständig erlegt hat.

Sollte Ihre Katze das Tier loslassen, bevor es zu schwer verletzt ist, können Sie hingegen versuchen, das "Opfer" zurück in den Garten zu bringen – möglichst so, dass Ihre Katze es nicht merkt. Schließlich soll sie die Beute nicht gleich wieder einfangen und zurückbringen.

Sie sind sich nicht sicher, ob das verwundete Beutetier überleben kann? Bei leichten Verletzungen können auch Tierärzte oder Tierheime helfen, die sich auf Wildtiere spezialisiert haben. Ziehen Sie sich vorsichtshalber stabile Handschuhe an, bevor Sie das verletzte Tier behutsam anfassen und zum Spezialisten bringen. So vermeiden Sie mögliche Verletzungen und Infektionen.

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