Katzengesundheit

Atemwegserkrankungen bei Katzen: Welche gibt es?

Eure Katze röchelt, schnarcht und hustet? Eine Atemwegserkrankung kann der Auslöser für diese Symptome sein. Oft ist die Ursache unklar oder schwer zu finden. Behandeln lassen sich aber fast alle Erkrankungen der Atemwege.
Katzengesicht in Nahaufnahme mit Fokus auf die Nase
Eine Atemwegserkrankung kann der Katze schwer zu schaffen machen – Bild: Pixabay / pasja1000

Wenn der Stubentiger beim Dösen auf dem Sofa leise schnarcht, kann das schon ziemlich niedlich sein. Sobald zu dem Schnarchen aber Husten, Röcheln und Keuchen hinzukommt, leidet eure Katze vermutlich unter einer Atemwegserkrankung. Die gute Nachricht: Die meisten dieser Infekte sind behandelbar. Zum Tierarzt solltet ihr aber auf jeden Fall mit eurer Fellnase gehen, denn ohne medizinische Versorgung können manche Atemwegserkrankungen bei Katzen tödlich enden. In jedem Fall schränken sie die Lebensqualität eures Lieblings ein.

Erkrankung der oberen Atemwege

Wenn Katzen unter Atemproblemen leiden, ist eher selten die Lunge selbst betroffen. Sehr viel häufiger sind es die Organe der oberen Atemwege wie Nase, Mundraum und Rachen. Häufigster Grund für Atemprobleme sind dabei der Katzenschnupfen und seine Folgeschäden.

Beispiele für typische Atemwegserkrankungen bei Katzen sind:

  • Naseninfektionen
  • Polypen
  • Verengungen des hinteren Nasenbereichs
  • Entzündungen der Atemwege

Bei Infektionen und Entzündungen kann manchmal schon eine Reinigung der Atemwege helfen. Bei schlimmeren Fällen kommen in der Regel Antibiotika zum Einsatz, die vom Tierarzt verschrieben werden. Hat eure Katze Polypen oder Verengungen im hinteren Nasenbereich, kann eine Operation die Atmung erleichtern.

Erkrankungen der Lunge: Bronchitis

Katzen können an einer Bronchitis oder Bronchiolitis erkranken. Dabei wird übermäßig viel Schleim in den Bronchien gebildet, den das Tier versucht, auszuhusten. Dieser Schleim behindert die Atmung und ist ein guter Nährboden für Keime, sodass er die Entstehung weiterer Krankheiten begünstigt.

Meist heilt die Krankheit bei adäquater Behandlung innerhalb einiger Wochen aus. Manchmal wird daraus aber auch eine chronische Bronchitis. Sie zählt zu den häufigsten chronischen Atemwegserkrankungen bei Katzen. Zur Behandlung setzt der Tierarzt entzündungshemmende und die Bronchien erweiternde Medikamente ein. Je nach Schwere der Bronchitis können zusätzlich auch noch Schleimlöser und Antibiotika notwendig sein.

Erkrankungen der Lunge: Felines Asthma

Katzen sind außerdem die einzigen Tiere, die an Asthma erkranken können. Beim felinen Asthma handelt sich – ganz wie beim menschlichen Asthma – um eine allergische Reaktion. Bei Kontakt mit dem Allergen verkrampfen sich die Bronchien stark und es bildet sich sehr zäher Schleim. Schweres Atmen, Husten, Würgen und pfeifende Geräusche deuten auf einen Anfall hin. 

Ein schwerer Asthmaanfall kann für Katzen tödlich sein. Diese Atemwegserkrankung sollte also nicht auf die leichte Schulter genommen werden; vor allem da Katzen – anders als Menschen – keinen Inhalator nutzen können, sondern auf die Hilfe ihrer Halter angewiesen sind. 

Mit einem Bluttest und langfristiger Beobachtung lässt sich herausfinden, worauf die Katze allergisch reagiert. Im Anschluss sollte der Kontakt mit den betreffenden Substanzen nach Möglichkeit vermieden werden. Zusätzlich sind regelmäßige Inhalation mit einem Spezialgerät und der Einsatz von Kortison geeignete Therapiemaßnahmen. Was genau für eure Katze die richtige Behandlung ist, wird euch euer Tierarzt erklären.

Erkrankungen des Rippenfells: Pleuritis

Auch Erkrankungen des Rippenfells (Pleura) können die Ursache für Atembeschwerden bei Katzen sein. Bei der typischen, feuchten Form einer felinen infektiösen Pleuritis (FIP) etwa sammelt sich Flüssigkeit im Brustkorb und behindert so die Atmung. Auslöser ist das Feline Coronavirus. Die Infektionskrankheit verläuft meist tödlich für die Vierbeiner.

Erkrankungen der Lunge: Lungenfibrose

Bei einer Lungenfibrose baut der Körper der Katze das elastische Gewebe der Lunge zu unelastischem Bindegewebe um. Durch die fehlende Beweglichkeit der Atemwege fällt es dem Tier zunehmend schwer, zu atmen. Die Ursache für diese Atemwegserkrankung ist bisher nicht klar.

Diagnosemethoden für Atemwegserkrankungen bei Katzen

Bei Atemproblemen werden – je nach Symptomen – vom Tierarzt verschiedene Diagnoseverfahren eingesetzt. So kann er feststellen, ob es sich wirklich um eine Atemwegserkrankung handelt oder ob die Ursachen für die Probleme woanders liegen:

  • Bluttests
  • Röntgen
  • Ultraschall des Brustkorbs
  • Punktion des Brustkorbs
  • Endoskopie
  • Computertomografie
  • Atemtest
  • Untersuchung auf Würmer

Atemproblemen vorbeugen

Einige Rassekatzen, wie zum Beispiel Main Coon, neigen zu Atemproblemen. Es können daher spontan Krankheiten im Bereich der Atemwege auftreten. Ihr könnt dennoch einiges tun, um Atemwegserkrankungen bei eurer Samtpfote zu vorzubeugen:

  • Impft gegen Katzenschnupfen.
  • Sorgt für gut belüftete, nicht zu warme, nicht zu trockene Räume.
  • Raucht nicht.
  • Verzichtet auf Raumdüfte.

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