Tierschutz

Fledermaus in der Wohnung: Was tun?

Eine Fledermaus in der Wohnung ist, insbesondere im Spätsommer, ein besonderes Ereignis. Die putzigen Flugtiere leben häufig in der Nähe von Menschen und können sich durchaus einmal ins Haus verirren. Dies ist kein Grund zur Panik, da die Tiere an sich harmlos sind. Hier erfahren Sie, was sie tun können, wenn ein kleiner "Vampir" einmal ins Haus geflattert ist.
Eigentlich "übernachten" Fledermäuse tagsüber in Höhlen und nicht in Wohnhäusern – Shutterstock / Visanuwit thongon
Eigentlich "übernachten" Fledermäuse tagsüber in Höhlen und nicht in Wohnhäusern – Shutterstock / Visanuwit thongon

Ein auf Kipp stehendes Fenster genügt bereits. Hat eine Fledermaus Ihre Wohnung einmal mit einer Höhle verwechselt, fliegt sie einfach hinein und möchte den Tag darin verschlafen. Fledermäuse werden erst bei Einbruch der Dämmerung beziehungsweise bei Dunkelheit aktiv und gehen nachts auf Insektenjagd.

Fledermaus in der Wohnung: Geduld und Ruhe bewahren

Haben Sie eine Fledermaus in der Wohnung, sollten Sie auf jeden Fall ruhig bleiben. Die Tiere hängen sich gerne an Vorhänge oder Gardinen und warten einfach friedlich den Tag ab. Bestenfalls stören Sie das verirrte Wildtier tagsüber nicht und halten sich aus dem entsprechenden Raum fern, bis die Fledermaus abends von alleine wieder herausfliegt. Um dies zu gewährleisten, sollten Sie jedoch kurz vor Einbruch der Dunkelheit alle Fenster im Zimmer weit öffnen. Erwacht die tagschlafende Fledermaus abends, wird sie von alleine wieder herausfliegen und einfach weiterjagen, als sei nichts passiert. Fassen Sie den Besucher nicht an – dies würde das Tier erschrecken und kann schnell einen Biss zur Folge haben.

Nachdem die Fledermaus in der Wohnung geschlafen hat und abends wieder hinausgeflogen ist, sollten Sie die Fenster ein paar Tage lang geschlossen halten, damit der "Minivampir" nicht zurückkommt und sich häuslich in Ihrem Schlafzimmer einrichtet. Wichtig: Überprüfen Sie nach Abflug der Fledermaus, ob sie sich nicht doch noch irgendwo im Raum versteckt hat. Werfen Sie also einen gründlichen Blick hinter und unter Möbel und Vorhänge.

Fledermaus nicht anfassen

Wie bereits erwähnt, sollten Sie die Fledermaus in der Wohnung nicht anfassen beziehungsweise stören und erschrecken. Die Tiere fühlen sich durch menschliche Berührungen massiv gestört und denken, dass sie angegriffen werden. In der Regel versuchen sie dann, sich mit Bissen zu wehren. Fledermäuse haben spitze Zähne, die wehtun und mitunter sogar Krankheiten und Infektionen zur Folge haben können. Müssen Sie eine Fledermaus im Notfall anfassen, tun Sie dies daher nur mit festen Handschuhen und achten Sie darauf, dass Sie das Wildtier nicht verletzen. Ein Fledermausbiss sollte zur Sicherheit von einem Arzt untersucht werden. Fledermäuse können unter Umständen Tollwut übertragen, seien Sie also ganz besonders vorsichtig!

Im Zweifel können Sie sich an einen Tierarzt oder eine Naturschutzorganisation wenden, die Sie dabei unterstützen, der Fledermaus zu helfen.

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