Hundehaltung

Paarung der Hunde: Was passiert beim Deckakt?

Wenn eine Hündin läufig ist, beginnt ihre Phase der Fruchtbarkeit. Kommt es in der Hochphase der Läufigkeit zum Deckakt, kann sie trächtig werden. Wie die Paarung bei Hunden genau abläuft, erfahrt ihr hier.
Zwei Hunde in flagranti beim Deckakt: "Hey! Nicht gucken! Hier gibt es nichts zu sehen." – Shutterstock / atiger
Zwei Hunde in flagranti beim Deckakt: "Hey! Nicht gucken! Hier gibt es nichts zu sehen." – Shutterstock / atiger

Die Läufigkeit oder "Hitze" der Hündin findet ihren Höhepunkt in der Phase der Paarungsbereitschaft (Östrus): Das Tier ist fruchtbar. Ist ein potenter Rüde in der Nähe, treffen sich die Hunde zur Paarung. Aber wie läuft der Deckakt bei Hunden genau ab?

Vorspiel vor dem Deckakt

Hunde vollführen wie der Mensch vor dem eigentlichen Deckakt eine Art Vorspiel. Die Dauer des Vorspiels ist nicht immer gleich. Sie hängt davon ab, wie temperamentvoll oder ausdauernd die liebestollen Vierbeiner sind.

Die Hunde beschnuppern sich, besteigen sich gegenseitig von allen Seiten und lernen sich erst einmal besser kennen. Kurz vor dem Deckakt bleibt die Hündin ruhig stehen, präsentiert dem Rüden ihren Allerwertesten und streckt ihre Rute seitlich ab, damit er in sie eindringen kann.

Deckakt beim Hund: Wie ist der Ablauf?

Der Rüde klettert hinten auf die Hündin auf und hält sich mit den Vorderpfoten an ihren Lenden fest. Die Hinterpfoten befinden sich dabei auf dem Boden vor den Hinterpfoten der Hündin.

Während er den Deckakt vollzieht, trippelt der Rüde häufig mit den Hinterpfoten tänzelnd auf dem Boden herum. Darüber hinaus bleibt er auf dem Rücken der Hündin liegen.

Der Penis des Männchens ist zunächst nur teilweise erigiert, damit er ihn besser einführen kann. Hat das Eindringen geklappt, kommt es zur vollständigen Erektion, bei der sich die Eichel des Hundepenis ganz entfaltet. 

Zugleich schwellen die sogenannten Venenpolster in der Scheide der Hündin an. Penis und Vagina "verkeilen" sich fest ineinander und der "Knoten" sorgt dafür, dass der Scheideneingang der Hündin dicht verschlossen wird.

Wie lange dauert der Deckakt bei Hunden und wie endet er?

Sobald Hund und Hündin fest miteinander verbunden sind, steigt der Rüde seitlich von der Hündin ab und dreht sich mit dem Hintern zu ihr. Die Tiere bleiben dabei noch ineinander "verknotet".

Dieser Vorgang wird "Hängen" genannt. Der Deckakt ist beendet, wenn der Hundepenis und die Venenpolster in der Vagina der Hündin wieder abschwellen und die Hunde sich trennen.

Das Hängen dauert durchschnittlich etwa 15 Minuten, manchmal ist es aber auch bereits nach ein paar Minuten vorbei. In einigen Fällen kann es fast eine Stunde dauern, bis sich die Tiere wieder voneinander lösen.

Insgesamt kann der Deckakt beim Hund mehr als eine Stunde dauern. Hierbei kommt es nicht nur darauf an, wie lange die Tiere ineinander verknotet bleiben. Auch das Vorspiel wird mitgezählt. Manche Rüden und Hündinnen kommen gleich zur Sache, andere lassen sich gern Zeit.

Warum bleiben Hunde beim Decken hängen?

Das sogenannte Hängen während des Deckakts dient dazu, die Wahrscheinlichkeit einer Befruchtung zu erhöhen. Der Rüde gibt beim Deckakt drei verschiedene Flüssigkeiten von sich:

  • Das Vorsekret: Diese wässrige Flüssigkeit wird teilweise schon vor dem Deckakt abgesondert, ansonsten zwischen dem Aufreiten des Rüden und dem Eindringen seines Penis‘. Es enthält kaum Spermien.
  • Das Ejakulat: Sobald der Penis des Rüden vollständig in die Scheide der Hündin eingedrungen und erigiert ist, spritzt er das spermienreiche Ejakulat ab.
  • Das Prostatasekret: Während des Hängens – kurz vor dem Ende des Deckakts – folgt noch das Prostatasekret des Rüden. Es enthält zwar kaum oder keine Spermien, dient aber dazu, die Samenzellen aus dem Ejakulat weiter in die Gebärmutter der Hündin zu spülen.

Das Hängen sorgt also einerseits dafür, dass die Spermien während des Deckakts nicht aus der Scheidenöffnung der Hündin fließen können. Andererseits gelangen die Spermien währenddessen tiefer in die Gebärmutter hinein und haben so eine größere Chance, Eizellen zu befruchten.

Kann es auch beim Deckakt ohne Hängen zur Befruchtung kommen?

Manchmal dauert der Deckakt bei Hunden nur kurz, ohne dass die Tiere ineinander hängenbleiben. Kommt es dennoch zur Befruchtung? Die Wahrscheinlichkeit dafür ist tatsächlich deutlich geringer, wenn es nicht zum Hängen gekommen ist.

Es kann verschiedene Gründe geben, weswegen das Hängen scheitert. Manchmal sind Hündin oder Rüde einfach unerfahren und stellen sich beim Deckakt etwas ungeschickt an. Dann dringt der Penis beispielsweise nicht tief genug in die Scheide ein und gleitet zu früh wieder heraus.

Möglich ist auch, dass ein langer Anfahrtsweg oder die Umstände eines der Tiere nervös machen. Schließlich können auch anatomische Gegebenheiten das Decken erschweren: Zum Beispiel, wenn die Scheide der Hündin etwa zu eng ist oder die Venenpolster ihrer Vagina nicht ausreichend anschwellen.

Frühestens drei Wochen nach der Deckung kann der Tierarzt prüfen, ob die Hündin trächtig ist. Er misst dabei den Hormonspiegel im Blut oder untersucht die Hündin per Ultraschall. Bis dahin bleibt es ungewiss, ob der Deckakt von Erfolg gekrönt war.

Können Hunde sich bei der Paarung verletzen?

Der Deckakt bei Hunden ist nicht ganz ungefährlich. Vor allem noch unerfahrene Hündinnen können beim Hängen Angst bekommen und versuchen zu flüchten. Im Hundepenis befindet sich ein Knochen, der in so einem Fall brechen kann.

Außerdem gelingt es Rüden manchmal nach dem Deckakt nicht, ihren Penis wieder einzufahren und es kommt zu einer Penispein, also extrem starken Schmerzen am Glied.

Beim Deckakt kann es außerdem passieren, dass die Hündin den Druck als unangenehm empfindet und mit den Vorderläufen nach unten wegknickt. Auch hier besteht Verletzungsgefahr.

Bleibt als Hundehalter daher vorsichtshalber in der Nähe, wenn ihr euren Hund decken lasst. So könnt ihr euer Haustier beruhigen und es unterstützen, falls es zu Problemen kommt.

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