Katzenhaltung

Katze schreit laut: Mögliche Ursachen

Wenn eine Katze schreit, kann das durch Mark und Bein gehen. Warum die Stubentiger manchmal plötzlich laut aufkreischen oder ständig laut jaulen, kann verschiedene Ursachen haben. Hier erfahrt ihr, was hinter dem Katzenverhalten stecken kann und wann ihr zum Tierarzt gehen solltet.
Getigerte Katze sitzt auf Wiese und miaut
Eure Katze schreit ohne ersichtlichen Grund? Achtet genau auf Situation und Häufigkeit – Shutterstock / Rudmer Zwerver

Manche Katzen sind gesprächiger als andere und miauen gern und viel, um mit ihren Lieblingsmenschen zu kommunizieren. Das ist normal und kein Grund zur Sorge.

Zudem kommt es vor, dass einige Fellnasen eine lautere Stimme haben als ihre Artgenossen. Auch das muss euch nicht beunruhigen. Aber warum schreien Katzen manchmal wie am Spieß?

Katze schreit laut auf: Schreck, Zorn oder Schmerz?

Geht es eurer Katze insgesamt gut, wirkt sie gesund und zufrieden, schreit aber plötzlich laut auf? Dann kann das in der Regel folgende Gründe haben:

  • Schreck
  • Zorn
  • Schmerz

Vielleicht ist in der Nähe eurer Katze plötzlich etwas mit lautem Scheppern umgefallen, sodass sie sich erschrocken hat. Oder draußen im Garten stand ihr unerwartet ein neuer Hund oder eine fremde Katze aus der Nachbarschaft gegenüber.

Zorn kann entstehen, wenn ihr eure Katze gegen ihren Willen zu etwas zwingen wollen. Etwa, wenn ihr sie in ihre Transportbox setzen oder sie festhalten wollt, zum Beispiel, um eine Zecke zu entfernen oder ihr ein Medikament zu verabreichen.

Schmerz kann manchmal offensichtlich der Grund für plötzliches Aufschreien sein, zum Beispiel, wenn jemand eurer Katze auf den Schwanz tritt. Es kann aber auch sein, dass eure Katze sich verletzt hat und deswegen vor Schmerz aufjault – auch wenn ihr auf den ersten Blick die Ursache nicht erkennen könnt.

Achtet darauf, wann eure Katze schreit, und was sie dabei tut. Jault sie beispielsweise beim Laufen herzzerreißend auf, hat sie sich womöglich an der Pfote verletzt und große Schmerzen beim Auftreten. In diesem Fall solltet ihr vorsichtshalber zum Tierarzt gehen, um eine eventuelle Verletzung versorgen zu lassen.

Katzenschreie bei Revierkämpfen

Eine Katze schreit außerdem viel, wenn sie in Revierkämpfe verwickelt ist – aus Zorn, weil ein Eindringling der Samtpfote ihr Territorium streitig machen will, vor Schreck oder vor Schmerzen, wenn sie von ihrem Rivalen einen Tatzenhieb mit ausgefahrenen Krallen abbekommt.

Wenn Katzen auf der Toilette schreien

Schreit eure Katze beim Gang aufs Katzenklo, können Harnwegserkrankungen – zum Beispiel Harnkristalle – dahinterstecken. Verstopfung oder andere schmerzhafte Verdauungsprobleme kommen ebenfalls als Ursachen infrage. Auch das ist ein Fall für den Tierarzt.

Katze schreit beim Fressen

Schreit eure Katze immer dann, wenn sie gerade frisst, solltet ihr ihre Zähne kontrollieren. Gut möglich, dass sie Zahnschmerzen oder entzündetes Zahnfleisch hat und ihr das Fressen wehtut. Beim Tierarzt könnt ihr die Katzenzähne reinigen und euch zeigen lassen, wie die Zahnpflege zu Hause funktioniert.

Alte Katze schreit nachts: Ist sie krank?

Alte Katzen schreien manchmal nachts, wenn sie allein sind. Geht in einem solchen Fall lieber mit eurem Haustier zum Tierarzt. Bei alten Katzen ist sonst nicht auszuschließen, dass eine unbemerkte chronische Krankheit ihnen zu schaffen macht, zum Beispiel:

Je früher solche Krankheiten entdeckt werden, desto besser lassen sie sich behandeln.

Es ist aber auch denkbar, dass eure Katze im Alter geistig nachlässt und an Demenz erkrankt. Sie ist dann oft zutiefst verunsichert, verwirrt und verängstigt und schreit, miaut und weint deswegen.

Katzensenioren haben überdies häufig mit nachlassenden Sinnesorganen zu kämpfen, was sie ebenfalls frustriert und beunruhigt. Wenn eure alte Katze schreit, wird sie möglicherweise taub oder blind.

Es kann aber auch sein, dass der Grund für das Schreien harmlos ist – zum Beispiel hat sich eure Katze dieses Verhalten angewöhnt, weil sie gemerkt hat, dass sie dadurch Aufmerksamkeit oder Futter bekommt. Dennoch: Geht auf Nummer sicher und lasst eure Katze vom Arzt durchchecken.

Warum schreien Katzen, wenn sie rollig sind oder beim Geschlechtsakt?

Wenn eure Katze regelmäßig im Abstand weniger Wochen schreit und ihr Hinterteil in die Höhe reckt, ist sie vermutlich rollig. Es handelt sich dabei um ein instinktives Verhalten, das den geschlechtsreifen, unkastrierten Katern in der Nähe Paarungsbereitschaft signalisiert.

Umgekehrt neigen auch liebestolle Kater zu lautstarken Gesängen, die sich teilweise wie Schreien anhören können, um paarungsbereite Katzendamen zu bezirzen.

Kommt es schließlich zum Deckakt, schreit die Katzendame ebenfalls laut auf. Das liegt daran, dass der Katerpenis Widerhaken besitzt, die beim Herausziehen nach dem Geschlechtsakt der Katze Schmerzen zufügen.

Tipp: Wenn ihr unerwünschten Nachwuchs, übermäßigen Stress für eure Tiere und das Schreien während der Paarungszeit vermeiden wollt, solltet ihr eure Katze oder euren Kater kastrieren lassen.

Katze schreit ständig: Woran kann es liegen?

Eure Katze schreit immer und unabhängig von der Situation? Meistens handelt es sich dann eher um lautes Miauen oder Jaulen. Gründe hierfür können sein

  • Frustration
  • Langeweile
  • Unsicherheit und Verwirrung in einer neuen Situation oder Umgebung

Lebt eure Fellnase mit euch allein? Vielleicht fehlt ihr ein Artgenosse oder sie vermisst ausreichende Spiel- und Klettermöglichkeiten. In diesem Fall kann es helfen, ihr einen tierischen Freund an die Seite zu stellen und eure Wohnung mit Kletterwand, Kratzbaum, Verstecken und erhöhten Plätzen zum Katzenparadies umzudekorieren sowie häufiger mit ihr zu spielen.

Eure Katze dreht sich im Kreis und schreit? Dann kann eine Gleichgewichtsstörung beispielsweise aufgrund einer Ohrenentzündung die Ursache sein. Lässt das übermäßige Vokalisieren – wie ständiges Miauen, Jaulen, Weinen und Schreien in der Fachsprache heißt – nicht nach, kommen generell gesundheitliche Probleme als Auslöser infrage. Sucht in diesem Fall schnellstmöglich einen Tierarzt auf.

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