Krankheitssymptome

Gehirnerschütterung: Symptome beim Hund erkennen

Ein Autounfall, ein Sturz oder ein harter Schlag auf den Kopf kann zu einer Gehirnerschütterung beim Hund führen. Symptome dieses Schädel-Hirn-Traumas können teilweise erst später auftauchen – umso wichtiger ist es, dass Sie wissen, worauf Sie achten müssen und was Sie für Ihren Hund in einem solchen Fall tun können. Die folgenden Tipps helfen Ihnen dabei.
Nach einem Unfall oder Schlag auf den Kopf heißt es: Ab zum Tierarzt! Womöglich hat Ihr Hund eine Gehirnerschütterung – Shutterstock / Nestor Rizhniak
Nach einem Unfall oder Schlag auf den Kopf heißt es: Ab zum Tierarzt! Womöglich hat Ihr Hund eine Gehirnerschütterung – Shutterstock / Nestor Rizhniak

Einen leichten Stoß gegen den Kopf an der Tischkante oder am Stuhl stecken Hunde in der Regel problemlos weg. Durch ihre relativ dicke Schädeldecke sind sie gut geschützt. Allerdings kann es durch einen besonders schweren Schlag zu einer Gehirnerschütterung bei Ihrem Hund kommen. Die Symptome sind mehr oder weniger leicht zu erkennen, je nachdem, wie schwer das Schädel-Hirn-Trauma ist.

Wie kommt es zu einer Gehirnerschütterung bei Hunden?

Das Hundegehirn wird nicht nur von der Schädeldecke geschützt, sondern auch durch eine Flüssigkeit (Liquor cerebrospinalis), die das Rückenmark umspült und die sich zwischen Gehirn und Schädeldecke befindet. Bei einem Unfall, Sturz oder Schlag gegen den Kopf kann es passieren, dass das Gehirn innen gegen die Schädelwand stößt. Dadurch kann das Hirngewebe Schaden nehmen, es kommt zudem in schweren Fällen zu einer Schwellung. Bei kleinen Hunden und Welpen kann auch ein versehentlicher Tritt zu einer Gehirnerschütterung führen. Seien Sie außerdem in der Nähe von Pferden mit Ihrem Hund vorsichtig – ein Hieb mit dem Pferdehuf gegen den Schädel kann ebenfalls Hirnverletzungen zur Folge haben.

Welche Symptome deuten auf eine Gehirnerschütterung beim Hund?

Beobachten Sie Ihren Hund nach einem Unfall, Sturz oder Schlag gegen den Kopf aufmerksam. Manchmal machen sich bei einer Gehirnerschütterung die Symptome erst später bemerkbar oder sie wirken zunächst harmlos und werden dann schlimmer, weil das Gehirn allmählich anschwillt. Vorsicht! Wenn das Bewusstsein Ihres Hundes stark getrübt ist oder er selbiges sogar verliert, ist das ein Notfall. Gehen Sie umgehend zum Tierarzt.

Wirkt er zunächst relativ munter, achten Sie auf die folgenden Anzeichen eines Schädel-Hirn-Traumas:
● Ihr Hund dreht sich im Kreis und wirkt verwirrt oder verunsichert
● Die Pupillen sind unterschiedlich groß oder stark geweitet
● Die Augen flackern oder bewegen sich merkwürdig hin und her
● Auffallend steife oder schlaffe Glieder
● Probleme, den Bewegungsapparat unter Kontrolle zu halten
● Zittern
● Schnelles Atmen
Nasenbluten
● Ohrenbluten
● Anfälle oder Krämpfe
● Kopfschiefhaltung
Erbrechen

Erste Hilfe bei Verdacht auf Gehirnerschütterung

Im Zweifel sollten Sie auch dann mit Ihrem Hund zum Tierarzt gehen, wenn sein Bewusstsein scheinbar in Ordnung ist und es ihm vermeintlich an nichts fehlt. Auf dem Weg dorthin und im Wartezimmer können Sie ein wenig Erste Hilfe leisten. Am besten fahren Sie nicht alleine zum Tierarzt, sondern zu zweit oder mit dem Taxi, damit Sie Ihren Hund während der Fahrt umsorgen und im Auge behalten können. Bleiben Sie ruhig und vermitteln Sie Ihrem Vierbeiner, dass kein Grund zur Sorge besteht.

Wickeln Sie ihn in eine warme Decke und halten Sie ihn so fest, dass sein Kopf höher liegt als seine Hinterbeine. Das lindert den Druck im Inneren des Kopfes und verhindert, dass die Gehirnerschütterung sich rapide verschlimmert. Sollte Ihr Hund das Bewusstsein verlieren, öffnen Sie seinen Mund und ziehen Sie seine Zunge nach vorne, damit er Luft bekommt. Seien Sie dabei aber stets vorsichtig. Ihr Hund steht wahrscheinlich unter Schock, ist verängstigt und unsicher. Er könnte Sie im Affekt beißen, weil er nicht weiß, dass Sie es gut mit ihm meinen.

Gehirnerschütterung beim Hund: Diagnose beim Tierarzt

Der Tierarzt wird anhand Ihrer Schilderung des Unfallhergangs und durch den Zustand Ihres Hundes bereits eine Idee davon bekommen, wie schwer das Schädel-Hirn-Trauma ist. Mit einer Taschenlampe leuchtet der Arzt in die Hundeaugen und prüft, ob die Pupillen auf den Lichteinfall reagieren. Eine Röntgenuntersuchung gibt zudem Aufschluss darüber, wie stark die Kopfverletzung ist, ob zum Beispiel eine Schädelfraktur besteht.

Der Arzt untersucht des Weiteren, ob das Bewusstsein Ihres Vierbeiners wirklich keine Auffälligkeiten aufweist. Ist er noch ganz normal ansprechbar, reagiert wie immer auf Reize, ist es mit Glück nur eine leichte Gehirnerschütterung, die wahrscheinlich von selbst wieder ausheilt. Wirkt er stiller, antriebsloser als sonst, reagiert aber trotzdem auf Reize, ist der Zustand schon ernster. Braucht es sehr starke Reize, um eine Reaktion beim Hund auszulösen, oder ist er tatsächlich ohnmächtig, muss der Tierarzt schnell handeln.

Wie lässt sich eine Gehirnerschütterung bei Hunden behandeln?

Der Tierarzt wird die einzelnen Symptome der Gehirnerschütterung beim Hund behandeln. Gegen den Schock kann er beispielsweise Beruhigungsmittel verabreichen, außerdem gibt es Medikamente, die die Anfälle und Krämpfe hemmen oder die Schmerzen lindern. Ist das Gehirn angeschwollen, gibt es auch dagegen Medikamente. Es kann zudem notwendig sein, dass Ihr Hund künstlich beatmet und mit Flüssigkeit oder Nahrung versorgt wird, wenn sein Bewusstsein stark beeinträchtigt ist. Eine Schädelfraktur, bei der sich Knochensplitter gelöst haben, muss operiert werden.

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