Katzenerziehung

Warum suchen sich Katzen ein neues Zuhause?

Sie sehen Ihre Freigänger-Katze immer seltener bei sich im Haus? Wenn sie daheim ist, wirkt sie distanziert und ihr Futter rührt sie auch kaum noch an? Das kann ein Hinweis darauf sein, dass Ihre Samtpfote ein neues Zuhause in der Nachbarschaft gefunden hat, wo es sie mehr hinzieht – zumindest temporär. Versuchen Sie, das Verhalten Ihrer Katze zu verstehen. Hier erfahren Sie, was die Motive Ihres Stubentigers sind, seinem alten Zuhause den Rücken zu kehren. Und Sie lesen, welche Maßnahmen Sie dagegen ergreifen können.
Manchmal kommen Freilauf-Katzen immer seltener nach Hause – shutterstock / Kisov Boris
Manchmal kommen Freilauf-Katzen immer seltener nach Hause – shutterstock / Kisov Boris

Wenn Ihre Katze sich plötzlich immer seltener zu Hause blicken lässt, kann das sehr unterschiedliche Gründe haben. Dabei sollte Ihnen klar sein: Das Verhalten Ihres Stubentigers kommt nicht von heute auf morgen, er hat seine Beweggründe dafür. Nun liegt es an Ihnen, herauszufinden, was Ihre Katze dazu veranlasst, sich auf die Suche nach einem neuen Zuhause zu begeben. Denn nur wenn Sie die Ursache kennen, können Sie handeln und die Samtpfote am Abwandern hindern. Geben Sie Ihren Liebling nicht sofort auf, denn mit den richtigen Maßnahmen gewinnen Sie sein Herz zurück.

Unliebsame Veränderungen: Ihre Katze reagiert

Ihre Katze ist ein Gewohnheitstier und hat noch dazu ihren eigenen Kopf. Die sensiblen Tieren reagieren oft empfindlich auf Veränderungen in der Wohnsituation. Ein neuer Mitbewohner im Haushalt – sei es nun ein Baby, ein weiteres Haustier oder ein neuer Partner – kann dafür sorgen, dass sich der Stubentiger nicht mehr wohlfühlt und deshalb umtriebig wird. Möglicherweise ist Ihre Katze eifersüchtig oder fürchtet sich gar vor dem neuen Mitbewohner. Oftmals handelt es sich dabei um Tiere, die nicht gut sozialisiert wurden. Deshalb ist es wichtig, dass Sie die Samtpfote geduldig und schonend an die neuen Mitglieder der Hausgemeinschaft gewöhnen. Wurde etwa die Eifersucht Ihrer Katze geweckt, sollten Sie ihr in der nächsten Zeit verstärkt Aufmerksamkeit widmen.

Das alte Zuhause: Für Ihre Katze attraktiv genug?

Selbst wenn Ihre Katze draußen frei herumstreunen kann, sollten Sie die Inneneinrichtung nicht vernachlässigen und ihr eine reizvolle und interessante Umgebung im Haus oder der Wohnung bieten. Möglicherweise ist die Fellnase gelangweilt, weil sie drinnen keine spannenden Beschäftigungsmöglichkeiten findet und streift deshalb lieber durch die Gegend. Oder hat gar ein anderes, attraktiveres Zuhause gefunden. Wirken Sie dem entgegen, indem Sie eine sterile Wohnungseinrichtung aufpeppen. Schaffen Sie Schlupfwinkel und Verstecke für Ihre Katze, richten Sie ihr gute Ausguckplätze ein, kaufen oder basteln Sie gelegentlich neues Spielzeug und bieten Sie ihr auch daheim immer wieder neue Gerüche zum Erkunden. Schon ein regelmäßig ausgetauschter Pappkarton, in den Ihre Mietze hineinklettern kann, sorgt für Abwechslung.
Auch andere Faktoren können Schuld daran sein, dass das alte Zuhause für die Katze an Attraktivität verloren hat. Eine Umstellung des Futters etwa oder ein zu starker Geräuschpegel, zum Beispiel eine zu laut aufgedrehte Musik- oder TV-Anlage.

Ist die Bindung zwischen Katze und Mensch eng genug?

Auch eine Freilaufkatze braucht Nähe und Kontakt zu Menschen. Besonders wenn Sie berufstätig sind und Vollzeit arbeiten, sollten Sie Ihrem Stubentiger nach Feierabend verstärkt Aufmerksamkeit widmen. Spielen Sie mit ihm, bieten Sie ihm Abwechslung und schenken Sie ihm Streicheleinheiten. Vor allem Katzen, die in ihrer Prägephase zu wenig Kontakt mit Menschen hatten oder schlechte Erfahrungen gemacht haben, sind auf diese Zuwendung angewiesen. So können sie Vertrauen fassen und eine stärkere Bindung aufbauen. Gestatten Sie der Fellnase auch Zutritt zu Ihrem Schlafzimmer, so bleibt mehr Gelegenheit, um den Kontakt zu pflegen.

Revierstreitigkeiten: Ihre Katze fühlt sich im eigenen Zuhause nicht mehr sicher

Manchmal kommt es zu Revierstreitigkeiten, wenn in der Nachbarschaft eine neue Katze einzieht. Ist Ihr Stubentiger der Schwächere, wird er sich zurückziehen und sich ein anderes Territorium zum Aufhalten suchen. Es liegt an Ihnen, ihm das Gefühl von Sicherheit wiederzugeben. Bauen Sie wenn möglich eine Katzenklappe in Ihre Tür ein, sodass das Tier jederzeit in das vertraute Zuhause flüchten und sich zurückziehen kann. Machen Sie außerdem einen kleinen Patrouillengang, bevor Sie Ihre Katze hinauslassen. Vertreiben Sie gegebenenfalls die Katzen der Nachbarn oder andere mögliche Tiere, die sie ängstigen könnten. Vor allem fremde Katzen sollten Sie konsequent mit Lärm oder Wasser aus dem Territorium Ihres Lieblings fernhalten.

Das können Sie gegen das Abwandern Ihrer Katze tun

Die konsequenteste Maßnahme, die Sie ergreifen können, besteht darin, Ihrer Mietze für einen Weile den Freigang zu verweigern. Möglicherweise wird die Wohnungskatze auf Zeit gegen den Hausarrest lautstark protestieren oder gar Unsauberkeit zeigen, doch nur so kann sie sich nicht Ihrem Einfluss und der Situation entziehen. Solange Ihr Stubentiger im Haus eingesperrt ist, sollten Sie ihm mit besonders viel Liebe und Zuwendung begegnen und die Wohnung ausgesprochen katzenfreundlich und -interessant einrichten. Lassen Sie ihn erst wieder nach draußen, wenn die Beziehung zu ihm gestärkt ist.
Haben Sie außerdem den Verdacht, dass Ihre Katze in der Nachbarschaft ein neues Zuhause gefunden hat, wo andere Menschen sie füttern und verhätscheln, ist eine weiterer Schritt nötig. Befestigen Sie einen Zettel am Halsband Ihres Lieblings, in welchem Sie die Nachbarn bitten, Ihre Katze nicht weiter zu füttern oder ins Haus zu lassen. Oftmals steckt keine böse Absicht dahinter, sondern Unwissen und gut gemeinte Fürsorge. Lassen die Fütterungen nicht nach, können Sie darüber nachdenken, einen Peilsender am Katzenhalsband anzubringen. So können Sie herausfinden, wo in Ihrer Gegend die Samtpfote ins Haus gelassen wird.

Diese Themen zur Katzenerziehung könnten Sie auch interessieren:

Kommunikation mit Katzen: 6 häufige Missverständnisse

Revierkämpfe unter Katzen vermeiden: Geht das?

Scheue Katze: Erziehungstipps gegen die Angst

Hat Ihnen der Artikel gefallen?
0
0
0 Kommentare

Weitere Artikel aus Erziehung