Katzenerziehung

Katzen am Ausbrechen durch die Tür hindern: 5 Tipps

Katzen sind von Natur aus neugierig und nutzen gern jede Gelegenheit zum Ausbrechen, um die Welt jenseits der Eingangstür erkunden zu können. Für die Sicherheit der Fellnasen und die Nerven ihrer Lieblingsmenschen ist es jedoch wichtig, sie daran zu hindern.
"Ui, ist das spannend! Was sich wohl hinter der Tür befindet?": Neugierige Katze will ausbrechen – Shutterstock / Noskov Vladimir
"Ui, ist das spannend! Was sich wohl hinter der Tür befindet?": Neugierige Katze will ausbrechen – Shutterstock / Noskov Vladimir

Unkontrollierter oder ungewohnter Freigang bietet viele Gefahren: Straßenverkehr, Hunde oder Wildtiere mit Jagdtrieb, vielleicht auch Katzenhasser in der Nachbarschaft. Katzen, die normalerweise keine Freigänger oder noch neu in der Gegend sind, auch Fellnasen, die nur gesicherten Freigang im eigenen Garten kennen, können von den vielen neuen Reizen in der Außenwelt überwältigt werden, unbedacht handeln oder sich im Eifer des Gefechts zu weit von ihrem Zuhause entfernen. Mit den folgenden Tipps können Sie Ihre Katze daran hindern, bei erstbester Gelegenheit aus der Tür zu rennen.

1. Lieblingsplatz abseits der Tür einrichten

Versuchen Sie, Ihre Katze davon zu überzeugen, dass sie es in der Wohnung viel schöner hat als draußen. Richten Sie ihr einen Lieblingsplatz ein mit einem tollen Kratzbaum, einer spannenden Aussicht aus dem Fenster oder anderen Kletter- und Ausguckmöglichkeiten. Stellen Sie Ihrer Miez abseits der Haustür eine Reihe von Intelligenzspielzeugen und Futterrätseln zur Verfügung, sodass sie sich während Ihrer Abwesenheit alleine beschäftigen kann.

Begrüßen und verabschieden Sie Ihre Fellnase nur an diesem Platz, gestalten Sie diesen mit köstlichen Leckerlis noch attraktiver, dann erscheint die Außenwelt nicht mehr so unwiderstehlich im Vergleich zu den eigenen vier Wänden. Tipp: Wenn Sie reine Wohnungshaltung anstreben, empfiehlt es sich, mindestens zwei Katzen zusammen zu adoptieren. So können die Haustiere sich gegenseitig unterhalten und bespaßen, wenn Sie nicht zu Hause sind.

2. Eingangstür für Katzen uninteressant gestalten

Während Sie den Innenraum attraktiver einrichten, können Sie gleichzeitig die Eingangstür uninteressanter gestalten. So verbessern Sie Ihre Chancen, dass Ihre Katzen gar nicht erst auf die Idee kommen, ausbrechen zu wollen. Nähert sich Ihre Fellnase der Haustür, ignorieren Sie sie, bis die freche Ausbruchskünstlerin sich ruhig auf ihrem Lieblingsplatz niederlässt. Dort bekommt sie dann ihre Belohnung und darf Sie begrüßen oder sich verabschieden.

Je langweiliger der Eingangsbereich für Ihre Katzen ist, desto besser. Katzenspielzeuge, Futter oder Gegenstände, die sie neugierig machen könnten, bewahren Sie am besten nicht in Türnähe auf. Am besten begrüßen Sie auch Gäste erst, wenn sie im Wohnbereich sind und nicht schon im Flur. Wenn der Eingang möglichst leer ist und dort nie irgendetwas passiert, bleibt Ihre Miez mit etwas Glück von alleine dort weg.

3. Schleusensystem kann Ausbrechen verhindern

Wenn das nicht funktioniert, können Sie eine Art Schleusensystem einführen. Am praktischsten ist es, wenn Sie durch einen Raum nach außen gelangen können, der sich vom restlichen Wohnbereich trennen lässt, etwa der Garage, einen Windfang oder einem Vorratsraum. Dann gehen Sie erst durch die Tür, die den Wohnbereich von dem Raum trennt, schließen diese – und gehen durch die andere Tür nach draußen.

Wer diese Möglichkeit nicht hat, weil die Wohnung zu klein ist oder das Haus weder Windfang noch Vorratsraum besitzt, kann improvisieren: Ein Babygitter im Flur bietet zumindest ein wenig Schutz, allerdings können Katzen leicht darüberspringen, wenn sie wollen. Ein Paravent ist höher und genügt möglicherweise, um Ihre Samtpfoten am Ausbrechen zu hindern.

4. Am Ausbüxen hindern durch Abschreckung?

Diese Methode sollten Sie nur im Notfall anwenden, da sie schnell nach hinten losgehen kann: die Wassersprühflasche. Ziel ist, dass Ihre Katze die Haustür mit einem unangenehmen Reiz verknüpft und diesen Bereich deswegen künftig meidet. Dafür bewahren Sie eine Spritzflasche mit Wasser draußen direkt vor der Tür auf. Wenn Sie hinausgegangen sind und bevor Sie wieder hineingehen, öffnen Sie die Haustür einen winzigen Spaltbreit, sodass Ihre Ausbruchskünstler Sie nicht sehen und sich nicht hindurchquetschen können. Dann spritzen Sie Ihrer Fellnase auf die Brust (niemals ins Gesicht!), sodass sie sich zurückzieht.

So denkt Ihre Samtpfote, dass sie immer einen Wasserspritzer abbekommt, sobald sie sich der Tür nähert – und lässt dies schließlich bleiben. Jeder, der den Haushalt mit Ihnen teilt, sollte das ebenfalls so machen. Die Katze muss konsequent jedes Mal nassgespritzt werden, wenn sie sich der Tür nähert, ansonsten kann sie die Verknüpfung nicht herstellen. Wichtig ist, dass sie den unangenehmen Reiz nicht mit Ihnen oder einer anderen Person in Verbindung bringt, sondern allein mit der Tür und dem Eingangsbereich.

5. Im Fall gelungener Fluchtversuche: Katze kastrieren und chippen lassen

Ganz ausschließen kann man es jedoch leider nie, dass das Ausbrechen eines Tages gelingt. Menschen sind manchmal unachtsam oder mit den Gedanken woanders und Katzen sind geschickt, leise und schnell. Für diesen Fall ist es wichtig, dass Sie auch Wohnungskatzen kastrieren und chippen lassen. Eine kastrierte Katze ist zudem weniger erpicht darauf, nach draußen zu gehen, da sie nicht rollig wird und auf die Suche nach einem potenten Kater geht beziehungsweise kastrierte Kater sich nicht auf Brautschau begeben und dem Klagelied rolliger Katzendamen folgen.

Ein Mikrochip hilft ehrlichen Findern dabei, Ihre Ausreißerin zu identifizieren und ihrem Zuhause zuzuordnen. Damit sie nicht für eine Streunerin gehalten wird, ist eine Tätowierung ergänzend sinnvoll – diese kann man von außen sehen, den Chip muss man erst im Tierheim oder beim Tierarzt überprüfen lassen. Vergessen Sie nicht die Registrierung für den Chip bei TASSO oder einem vergleichbaren Verein durchführen zu lassen, damit er gültig ist!

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