Katzenerziehung

Spielaggression bei Katzen: Was steckt dahinter?

Solange sie noch Babys sind, ist Spielaggression bei Katzen niedlich, aber später können die Bisse und Kratzer beim Spielen sehr schmerzhaft enden. Wie es zu dieser Form der Aggression kommt und was Sie dagegen tun können, erfahren Sie hier.
Spielaggression bei Katzen entspringt ihrem natürlichen Verhalten – Shutterstock / Kolomiiets Viktoriia
Spielaggression bei Katzen entspringt ihrem natürlichen Verhalten – Shutterstock / Kolomiiets Viktoriia

Die Spielaggression bei Katzen hat ihren Ursprung im natürlichen Verhalten der Tiere. Im Spiel mit ihren Geschwistern lernen Kätzchen normalerweise, wie sie sich gegenüber Artgenossen zu benehmen haben, wie sie sich in künftigen Revierkämpfen verhalten sollen und wie sie sich potenzieller Beute annähern können. Wie aber kann dabei Aggression entstehen?

Instinktive Ursachen für Spielaggression bei Katzen

Das Spielen dient bei Katzenbabys dem Kräftemessen, aber auch dem Erlernen von Sozial- und Jagdverhalten. Die Kätzchen wechseln sich in ihren Rollen als "Angreifer" und "Opfer" ab und lernen, ihre Kräfte, Krallen und Zähne so einzusetzen, dass sie ihre Artgenossen nicht verletzen. Katzen wissen von Natur aus, wie sie einander kommunizieren können, wenn ihre Artgenossen beim Spielen zu weit gegangen sind.

Die Katzenmutter stupst ihr übermütiges Kitten etwa sanft mit der Pfote weg, wenn es zu wild spielt. Die Katzenkinder merken untereinander am eigenen Leib, wenn die Geschwister zu stark zubeißen oder ihre Krallen beim Spiel nicht einfahren, und lernen auf diese Weise, sich selbst zurückzuhalten. Wurden die Kitten zu früh von ihrer Familie getrennt oder sind als Einzelkind aufgewachsen, hatten sie keine Möglichkeit dazu. Sie wissen dann nicht, wie sie ihre Instinkte und "Waffen" nutzen können, ohne anderen wehzutun, und es kommt zu Spielaggression bei Katzen.

Falsche Erziehung kann Spielaggression begünstigen

Doch auch, wenn Katzen mit Geschwistern aufgewachsen sind, gut sozialisiert wurden und lange genug bei ihrer Katzenmutter geblieben sind, kann es zu Spielaggression kommen. Grund hierfür ist dann meistens der Katzenhalter selbst, weil er dem Kätzchen versehentlich aggressives Spielen beigebracht hat. Wenn Kätzchen zum Beispiel menschliche Hände als Spielzeug benutzen, ist das anfangs niedlich und der Schmerz für den Menschen hält sich in Grenzen.

Allerdings lernt Ihr Haustier dadurch, dass Spielaggression bei Katzen in Ordnung ist und Spaß macht. Die Folge: Ihre Fellnase glaubt, dass es auch mit ausgewachsenen Zähnen und Krallen erlaubt ist, beim Spielen zu kratzen und zu beißen – und das kann mit einem Krankenhausbesuch für den Halter enden.

Was Sie gegen Spielaggression bei Katzen tun können

Hat Ihre Katze bereits Spielaggression entwickelt, müssen Sie ihr einerseits zeigen, dass dieses Verhalten unerwünscht ist, ihr andererseits aber auch Alternativen bieten. Umklammert Ihr kleiner Rabauke beim Spielen Ihre Hand und beißt hinein, sagen Sie deutlich "Autsch!" und schieben den Arm ein wenig vor. Das "Codewort" für die erreichte Schmerzgrenze muss stets gleich bleiben, damit Ihre Katze es als Stoppsignal verstehen kann. Ihre Reaktion irritiert Ihre Fellnase kurz, sodass sie den Griff lockert und Sie Ihre Hand langsam und vorsichtig zurückziehen können. Dann ignorieren Sie Ihre Katze ein paar Minuten oder gehen weg. So begreift sie nach und nach, dass das Spiel endet, wenn sie aggressiv wird. Greifen Sie alternativ zu Spielzeug, das eine sichere Entfernung zwischen Ihre Hand und die Katzenkrallen einhält: Spielangeln sind dafür bestens geeignet.

Außerdem sorgen Intelligenzspielzeug, Futterspielzeug und eine katzenfreundlich eingerichtete Wohnung dafür, dass Ihre Katze ausreichend Möglichkeiten hat, sich ohne Spielaggression zu beschäftigen. Ein Artgenosse kann weiterhin eine gute Idee sein, falls Ihre Katze bislang alleine lebt und sich einsam fühlt. Mehr Tipps, wie Sie die Umgebung für Ihre Katze bereichern können, finden Sie in unserem Ratgeber "Environmental Enrichment: Lebensumfeld für Katzen verbessern".

Achtung! Ziehen Sie Ihre Hand nie ruckartig zurück, wenn Ihre Katze Spielaggression zeigt. Das würde ihren Jagdinstinkt reizen und sie beißt noch fester zu. Bestrafen Sie Ihre Katze nicht für ihr Verhalten – sie weiß ja nicht, dass es Ihnen wehtut, und meint es nicht böse.

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