Hundeernährung

Ernährung: Dürfen Hunde Milchprodukte essen?

Die meisten Milchprodukte vertragen Hunde recht gut – vor allem, wenn sie von klein auf daran gewöhnt sind. Ist das nicht der Fall, müssen Sie sich langsam herantasten und behutsam ausprobieren, was Ihr Vierbeiner mag und seiner Verdauung nicht schadet. Hier bekommen Sie Tipps zur richtigen Fütterung von Milchprodukten.
"Es ist nicht das, wonach es aussieht! Ich wollte mir den Käse nur einmal anschauen!", scheint dieser freche Hund zu denken – Shutterstock / thka
"Es ist nicht das, wonach es aussieht! Ich wollte mir den Käse nur einmal anschauen!", scheint dieser freche Hund zu denken – Shutterstock / thka

Erwachsene Hunde sind oft laktoseintolerant und bekommen von zu viel Milchzucker Durchfall. Das ist vor allem dann so, wenn die Vierbeiner keine Milchprodukte und Milch gegessen haben, seit sie als junger Welpe von ihrer Mutter entwöhnt und auf feste Nahrung umgestellt wurden. Dann produziert ihr Organismus weniger Laktase – ein Verdauungsenzym, das den Milchzucker (Laktose) aufspaltet und verträglich macht.

Sind Milchprodukte für Hunde schädlich?

Fressen die Vierbeiner zu viel von milchzuckerhaltigen Speisen auf einmal, kommt der Verdauungstrakt nicht hinterher und die Nahrung wird gleich wieder ausgeschieden. Da es jedoch Milchprodukte gibt, die kaum Milchzucker enthalten, sind diese auch für Hunde verträglich, die nicht daran gewöhnt sind. Dennoch sollten sie nicht mehr als fünf Prozent der Gesamtfuttermenge ausmachen, da sonst andere für das Tier wichtige Nährstoffe zu kurz kommen.

Hüttenkäse enthält leicht verdauliches Protein

Hüttenkäse ist eine gute Ergänzung in der Hundeernährung, da sein Laktosegehalt sehr niedrig ist und auch der Fettgehalt sich in Grenzen hält. Zudem ist er reich an Proteinen, die der Hund leicht verdauen und verarbeiten kann. Daher wird Hüttenkäse oft als Bestandteil von Schonkost für Hunde empfohlen, etwa, wenn sich der Vierbeiner den Magen verdorben hat oder unter anderen leichten Verdauungsbeschwerden leidet.

Achtung! Dauern Durchfall, Blähungen und/oder Verstopfung mehr als zwei Tage an oder wirkt Ihr Haustier schlapp und verhält sich merkwürdig, gehen Sie vorsichtshalber zum Tierarzt.

Dürfen Hunde Buttermilch trinken?

Buttermilch ist die Flüssigkeit, die übrigbleibt, wenn aus Rahm Butter gewonnen wird. Sie ist mit Milchsäurebakterien angereichert und enthält die wertvollen Nährstoffe der Milch, dafür aber kaum Fett. Milchsäurebakterien (Probiotika) wird eine positive Wirkung auf die Verdauung nachgesagt. Also ist Buttermilch definitiv eines der Milchprodukte, die Hunde des Öfteren genießen dürfen.

Quark als Ergänzung zur Hundeernährung

Quark ist ähnlich wie Hüttenkäse reich an Proteinen und enthält kaum Milchzucker, dafür aber ebenfalls Milchsäurebakterien – das heißt, die meisten Hunde vertragen ihn sehr gut. Es gibt bei Quark unterschiedliche Fettstufen.

Sollte Ihre Fellnase zu Übergewicht neigen, ist Magerquark die gesündere Wahl. Wollen Sie einen zu dünnen Hund aufpäppeln, kommt hingegen auch die Quarkvariante mit höherem Fettgehalt infrage. Quark eignet sich aufgrund seiner cremigen Konsistenz zudem gut als Zutat für selbst gemachte Hundetorten.

Joghurt wird meist gut vertragen

Joghurt entsteht, wenn Milch noch weitere Probiotika zugesetzt werden. Dadurch gerinnt ein Teil der Milch und es entsteht eine dickflüssige Masse. Je nachdem, ob dieses Milchprodukt mit Vollmilch oder Magermilch hergestellt wurde, hat es wie Quark unterschiedliche Fettstufen. Joghurt ist gleichfalls für Hunde gut verträglich und wird von den meisten Vierbeinern gern gefressen.

Diese Milchprodukte sollten Hunde mit Vorsicht genießen

Giftig sind Milchprodukte für Hunde grundsätzlich zwar nicht, dennoch gibt es einige, die nicht gut verträglich sind oder zu wenige wichtige Nährstoffe enthalten. Saure Sahne, Schmand und Crème fraîche etwa sind zwar mit Milchsäurebakterien versetzt, sind jedoch in der Regel zu fettreich für die Vierbeiner. Noch extremer ist das bei Butter der Fall – der Fettgehalt liegt hier bei über 80 Prozent. Eher schädliche Milchprodukte wie diese sind daher am besten zu meiden.

Milch pur und süße Sahne enthalten relativ viel Laktose und können daher bei Hunden, die es nicht gewöhnt sind, Durchfall verursachen. Leidet Ihr Haustier allerdings an leichter Verstopfung, können Sie ihm etwas Milch geben, um den aufgestauten Kot im Dickdarm zu lösen. Doch auch hier gilt: Im Zweifel lieber zum Tierarzt gehen.

Und wie sieht es mit Kefir und Käse aus?

Reich an B-Vitaminen ist Kefir. Er entsteht, wenn Kefirpilze in Milch eingelegt werden, und dort zwölf bis 48 Stunden verweilen. Die Pilze wandeln den Milchzucker in Milchsäure um und die Milch wird fermentiert. Dadurch entwickelt sich Kohlensäure und ein geringer Alkoholgehalt. Kefir werden allerhand gesunde Wirkungen nachgesagt, sollte aber wegen der Kohlensäure und dem leichten Alkoholgehalt nur in kleinen Mengen an Hunde verfüttert werden. Katzen dürfen übrigens gar keinen Kefir trinken, da für sie bereits Spuren von Alkohol giftig sein können.

Wenn Sie Ihrem Hund Käse als kleines Leckerchen zwischendurch geben wollen, ist das schon möglich, allerdings sind die meisten Käsesorten sehr salzig und fettreich, und daher in größeren Mengen ungeeignet.

Fazit: Sind Milchprodukte für Hunde in Ordnung?

Grundsätzlich ist der Hund auf eine Ergänzung von Milchprodukten in seinem Futter nicht angewiesen. Lebensmittel wie Hüttenkäse, Quark, Buttermilch oder Joghurt eignen sich für Hunde aber durchaus als Calciumquelle – vorausgesetzt der Vierbeiner verträgt den Milchzuckergehalt auch.

Ist dies der Fall, sind diese Milchprodukte beispielsweise ideal, um eine BARF-Mahlzeit mit Nährstoffen aufzuwerten. Treten nach der Fütterung allerdings Erbrechen oder Durchfall auf, sollten Sie auf eine Ergänzung verzichten.

Andere Milchprodukte wie Sahne, Käse, Schmand, Crème fraîche und Kefir sind nicht zu empfehlen, da sie meist fettreich sind und in der Regel viel Milchzucker enthalten.

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