Warum heißt es

"Der frühe Vogel fängt den Wurm": Eine deutsche Redensart?

Sprichwörter und Redensarten haben in Deutschland eine lange Tradition. Immer wieder werden bei den Volksweisheiten Tiere hinzugezogen, um Sinn – und manchmal Unsinn – bildlich zu verdeutlichen. Besonders beliebt ist der Ausspruch "Der frühe Vogel fängt den Wurm" – eine Art "Carpe Diem" des Tierreichs.
"Der frühe Vogel fängt den Wurm": Eine deutsche Redensart?
"Der frühe Vogel fängt den Wurm": Eine deutsche Redensart? — Bild: Shutterstock / Steve Byland

So ziemlich jeder kann mit dem Ausspruch "Der frühe Vogel fängt den Wurm" etwas anfangen. Gemeint ist natürlich, dass man möglichst früh anfangen soll, Dinge zu erledigen, dann sind die Erfolgsaussichten wesentlich besser. Das Sprichwort rührt daher, dass der Vogel im Morgengrauen größere Chancen hat, einen Wurm zu fangen. Letzterer wagt sich insbesondere in den frühen Morgenstunden an die Oberfläche, wenn die Böden vom Tau noch feucht sind.

"Der frühe Vogel fängt den Wurm" kommt eigentlich aus Großbritannien

Was die meisten vielleicht nicht wissen: Der Ausspruch ist eigentlich keine deutsche Redensart, sondern wird hierzulande erst seit 1980er-Jahren benutzt. Ursprünglich stammt der Spruch aus dem Englischen. Anno 1670 wurde es erstmalig in einem Buch verwendet. Dort hieß es: "The early bird catches the worm". Mit der Vogelredensart verwandt ist übrigens der Ausspruch "Morgenstund hat Gold im Mund", was auf die gleiche Bedeutung abzielt und in Deutschland schon wesentlich länger benutzt wird. Alternativ kann man natürlich auch sagen "Wer zuerst kommt, malt zuerst" oder "Was du heute kannst besorgen, verschiebe nicht auf morgen". Bei Redensarten führen eben viele Wege nach Rom.

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