Katzenhaltung

Was unterscheidet Liebesbisse von echten Katzenbissen?

Wenn Katzen plötzlich in den Arm, die Hand oder in den Finger beißen, während Sie sie streicheln, sind das womöglich nur sogenannte Liebesbisse. Diese können zwar ein wenig wehtun, enden jedoch nie blutig oder mit einem Besuch in der Notaufnahme. Wo genau der Unterschied zu einem aggressiven, echten Katzenbiss liegt, erfahren Sie hier.
Freche Tigerkatze beißt ihr Frauchen in die Hand: Liebesbeweis oder Aggression? – Shutterstock / Konstantin Aksenov
Freche Tigerkatze beißt ihr Frauchen in die Hand: Liebesbeweis oder Aggression? – Shutterstock / Konstantin Aksenov

Ob Katzenbisse aggressiv oder eigentlich nur Liebesbisse sind, können Sie meistens am Kontext erkennen. Liebesbisse verteilt Ihre Katze nur beim Schmusen, alle anderen Katzenbisse dienen der Verteidigung oder dem Angriff. Das bedeutet jedoch niemals, dass Ihre Katze bösartig ist, sondern lässt sich oft auf Fehler in der Erziehung oder fehlende Auslastung zurückführen.

Liebesbiss bei Katzen – eine Instinkthandlung

Liebesbisse lassen sich auf das Paarungsverhalten von Katzen zurückführen. Bei der Begattung kann es zu leichten Bissen kommen, die jedoch so zart sind, dass sie das andere Tier nicht verletzen können.

Wenn Sie Ihre Katze streicheln, kann es sein, dass sie ähnlich viel Energie aufbaut wie beim Paarungsakt und dann ebenfalls zum Beißen neigt. Dabei schlagen Katzen jedoch nicht mit ganzer Kraft ihre Zähne ins Fleisch, sondern zwicken nur ganz sanft und vorsichtig in die Haut.

Das kann im Überschwang der Gefühle auch mal ein wenig mehr zwicken als von Ihrer Miez beabsichtigt, doch eine blutige Wunde bleibt danach nicht zurück. Machen Sie am besten eine kleine Kuschelpause, ziehen Sie behutsam Ihre Hand zurück und lassen Sie Ihre Fellnase zur Ruhe kommen.

Echte Katzenbisse tun richtig weh

Katzenbisse, die dem Angriff oder der Verteidigung dienen, lassen sich nicht vom Paarungsverhalten, sondern vom Jagdverhalten der Katzen ableiten. Wenn Ihre Katze Sie beim Streicheln mit ausgefahrenen Krallen packt und kräftig zubeißt, ist das Zeichen eines Kampfverhaltens und kein Liebesbiss.

Häufig kommt das vor, wenn Ihre Katze als Baby nicht gelernt hat, dass das nicht in Ordnung ist. Die kleinen Katzenzähnchen tun noch nicht so weh und es ist so niedlich, wenn die Mini-Flauschkugeln versuchen, Raubtier zu spielen. Daher ist es verlockend, Kätzchen das Beißen beim Streicheln zu erlauben. Woher soll es dann aber als ausgewachsene Katze wissen, dass es das nicht mehr darf?

Katzen Liebesbisse abgewöhnen – so geht's

Am besten gewöhnen Sie Ihrem Kätzchen das Verhalten gleich wieder ab, indem Sie "Aua" rufen, "Nein" sagen und sofort das Streicheln unterbrechen. Danach setzen Sie den Frechdachs von Ihrem Schoß herunter und ignorieren ihn, bis er sich wieder beruhigt hat.

Ähnlich verhält es sich, wenn Ihre Katze Sie sozusagen aus dem Hinterhalt plötzlich angreift und kräftig zubeißt. Hier kann es hilfreich sein, wenn Sie Ihren kleinen Rabauken regelmäßig mit Jagdspielen auslasten.

Katzenbiss – ein Zeichen von Schmerz?

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass Sie Ihre Katze versehentlich an einer Stelle gestreichelt haben, die ihr Schmerzen bereitet. Möglicherweise hat sie vorher Zeichen für Stimmungsschwankungen gesendet, die Sie nicht bemerkt haben.

Beißt Ihre Katze Sie zum ersten Mal kräftig in die Hand, in den Arm oder in den Finger beim Streicheln, ist sie eventuell krank und sollte vom Tierarzt durchgecheckt werden.

Suchen Sie in jedem Fall vorsichtshalber einen Arzt auf, wenn ein Katzenbiss blutige, schmerzhafte Wunden hinterlassen haben. Andernfalls kann sich unbemerkt eine Infektion entwickeln.

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