Katzenerziehung

Katze hat Angst vor Besuch: So helfen Sie ihr

Viele Katzen haben mehr oder weniger Angst vor Besuch, da dieser unbekannte Eindrücke mit sich bringt, die für die Fellnasen fremd sind und bedrohlich auf sie wirken können. Wenn Ihre Katze gegenüber Besuchern ebenfalls scheu oder übertrieben aggressiv auftritt, weil sie sich vor ihnen fürchtet, helfen Ihnen die folgenden Tipps.
"Hilfe! Besuch! Schnell verstecken", scheint diese schüchterne Katze zu denken – Shutterstock / katfox.art
"Hilfe! Besuch! Schnell verstecken", scheint diese schüchterne Katze zu denken – Shutterstock / katfox.art

Hat Ihre Katze Angst vor Besuch, ist das nicht nur für Ihre Gäste unangenehm, sondern vor allem auch für Ihre Samtpfote. Sie empfindet in diesem Moment großen Stress, weil sie sich bedroht fühlt. Doch wie kann man ihr die Furcht nehmen?

Warum haben manche Katzen Angst vor Besuch?

Einerseits ist es teilweise eine Frage der Katzenpersönlichkeit, ob Sie eher einen selbstbewussten oder schüchternen Stubentiger zu Hause haben. Andererseits spielt jedoch auch das Umfeld eine wesentliche Rolle beim Ausbilden des Charakters, insbesondere die Umstände während der sogenannten Sozialisierungsphase junger Kätzchen. Diese beginnt etwa mit zwei bis drei Wochen und endet zwischen der achten und zwölften Woche. Hat ein Katzenbaby in dieser Zeit wenig Kontakt zu verschiedenen Menschen gehabt, ist das Risiko größer, dass es auch später Fremde als Bedrohung ansieht und Angst vor Besuch hat. Doch auch ältere Katzen können eine solche Furcht entwickeln, wenn sie mit fremden Menschen unangenehme Erfahrungen verknüpft, etwa, dass diese sie ärgern, in ihrer Ruhe stören oder ihr Schmerzen zufügen. Schlimmstenfalls wird daraus eine Angststörung.

Vertrauen Ihrer Katze stärken

Mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen können Sie Ihrer Katze ihre Angst vor Besuch auch wieder abgewöhnen und ihr Vertrauen neu aufbauen. Bevor Ihre Fellnase ein wenig Selbstsicherheit gewonnen hat, sollten Sie besser noch keine Gäste zu sich nach Hause einladen, um sie nicht unnötig unter Stress zu setzen. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, jeden Tag mit Ihrer Katze zu spielen, am besten auch in dem Raum, indem Sie später Besuch empfangen möchten. Dann verknüpft Ihre Miez das Zimmer mit angenehmen Ereignissen und fühlt sich dort wohler. Sie können in dem Raum auch gemeinsame Kuschelstunden verbringen oder Ihre Katze mit Leckerlis belohnen, wenn sie sich zutraulich verhalten hat. So weiß sie, dass es sich lohnt, wenn sie sich ein wenig aus ihrem Schneckenhaus heraustraut.

Darüber hinaus sollten Sie versuchen, Unruhe, laute Geräusche, Hektik und andere Stressquellen für Katzen in Ihrem Zuhause zu vermeiden, damit sich Ihre Samtpfote allgemein sicherer und geborgen fühlt. Ist sie bereits grundsätzlich gestresst, kann sie mit neuen Eindrücken, wie fremde Menschen sie mitbringen, nicht so gut umgehen.

Sichere Rückzugsorte für Ihre Samtpfote

Trotzdem sollten Sie Ihrer Miez den Kontakt zu Gästen nicht aufzwingen und ihr die Möglichkeit lassen, selbst zu entscheiden, wann sie jemanden näher kennen lernen möchte und wann sie ihn lieber aus der Ferne begutachten will. Sorgen Sie daher für zahlreiche Rückzugsorte und Versteckmöglichkeiten, damit Ihre Katze sich durch den Besuch nicht eingeengt fühlt. Gut ist, wenn Sie auch im Wohnzimmer oder in anderen Räumen, wo Sie Gäste empfangen wollen, gemütliche und sichere Plätze für Ihre Samtpfote einrichten, die für sie ganz alleine reserviert sind. Ein schöner Kratzbaum mit erhöhten Plattformen und höher gelegenen Kuschelhöhlen ist zum Beispiel toll, aber auch Plattformen an der Wand oder eine gemütliche Ecke im Bücherregal oder auf dem Schrank sind gute Möglichkeiten.

Angst vor Besuch nehmen: Fremde weniger bedrohlich wirken lassen

Wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihre Katze sich bei Ihnen zu Hause sicher und geborgen fühlt und ein wenig Selbstvertrauen sowie innere Ruhe gewonnen hat, können Sie sie allmählich mit echtem Besuch bekannt machen. Überstürzen Sie nichts, indem Sie gleich eine Geburtstagsparty schmeißen oder die ganze Großfamilie einladen, sondern fangen Sie ersteinmal mit einem Freund oder Verwandten an. Am besten ist es jemand, der selbst eher ruhig ist und keine Hektik verbreitet. Bitten Sie Ihr "Versuchskaninchen", sich ganz entspannt zu verhalten und Ihre Samtpfote zunächst nicht weiter zu beachten. So kann sie selbst bestimmen, wann sie soweit ist, den fremden Menschen zu begrüßen. Gut ist, wenn der Probegast sich ruhig hinsetzt und liest oder etwas anderes tut, was seine Konzentration fordert und nichts mit Ihrem Haustier zu tun hat.

Auf diese Weise kann Ihr Stubentiger den "Eindringling" vorsichtig aus der Distanz heraus betrachten, den fremden Geruch erschnuppern und begreifen, dass von dem Neuankömmling keine Gefahr ausgeht. Sie können den Effekt noch erhöhen, indem Sie das Lieblingsspiel mit Ihrer Miez spielen, ihr Leckerlis beziehungsweise ihr Lieblingsfutter geben oder sie sanft streicheln während der Besuch ruhig dasitzt. Dann verknüpft sie den Besuch mit etwas Angenehmem und verliert leichter ihre Angst davor.

Tipps für Besucher im Katzenhaushalt

Sollten Sie selbst zu Gast in einem Katzenhaushalt sein, können Sie sich an die Benimmregeln vom Katzenknigge halten, um der Fellnase die Angst vor Besuch zu nehmen. Lassen Sie die Katze in Ruhe und achten Sie am besten gar nicht auf sie. Schauen Sie sie nicht direkt an – das wirkt bedrohlich – sondern blinzeln Sie sie höchstens langsam und beiläufig aus der Distanz an. Streicheln Sie sie nur, wenn sie auf Sie zukommt und verhalten Sie sich allgemein ruhig und entspannt. Versuchen Sie, nicht zu laut zu reden, laut zu lachen oder andere plötzliche laute Geräusche zu machen, vermeiden Sie hektische Bewegungen. Vor dem Besuch empfiehlt es sich außerdem, auf intensive Düfte wie Parfums zu verzichten, um die feine Katzennase nicht zu irritieren.

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