Krankheitssymptome

Hundeverhalten: 7 mögliche Krankheitssymptome beim Hund erkennen

Hunde lassen sich nicht sofort anmerken, wenn es ihnen schlecht geht. Achtet daher besonders aufmerksam auf verändertes Hundeverhalten – es könnte sich um ein Krankheitssymptom handeln. Welche Warnzeichen einen Tierarztbesuch ratsam machen, zeigen die folgenden Tipps.
Wenn Ihr Hund sich plötzlich zurückzieht oder versteckt, ist er womöglich krank – Shutterstock / Sundays Photography
Wenn Ihr Hund sich plötzlich zurückzieht oder versteckt, ist er womöglich krank – Shutterstock / Sundays Photography

Grundsätzlich gilt: Geht lieber einmal zu viel zum Tierarzt als einmal zu wenig. Verhält sich euer Vierbeiner seltsam oder hat er sich optisch verändert? Dann lasst zur Sicherheit abklären, ob es sich dabei um ein Krankheitssymptom handeln könnte. Folgende Anzeichen können auf eine Erkrankung hinweisen:

1. Antriebslosigkeit und erhöhte Müdigkeit deuten

Wirkt euer Hund schlapper als sonst, muss das nicht heißen, dass er plötzlich faul geworden ist. Möglicherweise ist er krank und hat deswegen weniger Energie. Antriebslosigkeit und auffällige Müdigkeit können im Sommer bei hohen Temperaturen oder im Winter durch das verminderte Tageslicht verursacht werden. Tritt dieses Verhalten jedoch ohne sichtbare Ursache von einem Tag auf den anderen auf, könnte es sich dabei um ein Krankheitssymptom handeln.

Es gibt verschiedene Krankheiten, die sich bei Hunden mit Müdigkeit als Symptom bemerkbar machen, darunter:

  • Infekte
  • Stoffwechselerkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion
  • Magenverstimmungen
  • Nährstoffmängel
  • Depressionen 

2. Unruhe und Aggression als ungewohntes Hundeverhalten

Auch das Gegenteil von Lethargie kann ein Krankheitssymptom sein. Wenn euer Hund plötzlich scheinbar grundlos unruhig oder sogar aggressiv ist, solltet ihr mit ihm unbedingt zum Tierarzt gehen.

Es kann sein, dass er Schmerzen hat. Darauf deutet auch hin, wenn er berührungsempfindlich ist oder sich nervös in seinem Hundekorb hin und her wälzt. Möglicherweise findet er keine Liege- oder Sitzposition, die für ihn schmerzfrei und bequem ist. Was die Schmerzen auslöst – etwa eine Verletzung, ein Fremdkörper oder Verdauungsprobleme – kann der Tierarzt herausfinden.

3. Veränderungen beim Appetit als Krankheitssymptom erkennen

Hunde sind beim Futter meist nicht wählerisch. Leidet euer Vierbeiner plötzlich an Appetitlosigkeit und mag nichts mehr fressen, ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Krankheitssymptom. Bei Schmerzen, Verdauungsstörungen oder Übelkeit kann es durchaus dazu kommen, dass der Hund nicht frisst.

Der umgekehrte Fall ist jedoch genauso besorgniserregend: Schlingt euer Hund auf einmal sein Futter nur so herunter, scheint unersättlich oder frisst Kot und andere Dinge, die eigentlich nicht genießbar sind? Dieses Hundeverhalten kann ebenfalls darauf hindeuten, dass etwas nicht in Ordnung ist.

4. Häufiges Kratzen als Anzeichen für eine Krankheit

Kratzt euer Vierbeiner sich nur ab und zu, ist das ganz normal. Hört er damit aber gar nicht mehr auf und hat sich womöglich schon die Haut aufgekratzt, können Parasiten, ein Hautpilz oder eine Allergie hinter dem Juckreiz stecken. Ein Tierarztbesuch bringt Klarheit.

5. Hund zieht sich zurück und versteckt sich

Euer sonst so zutraulicher Hund wirkt ängstlich, verkriecht sich in ein Versteck oder zieht sich auffallend oft zurück? In diesem Fall stimmt etwas nicht mit ihm.

Könnt ihr äußere Umstände wie Gewitter oder Silvester als Angstauslöser ausschließen? Dann hat er das Bedürfnis, sich zurückzuziehen, weil er sich unwohl fühlt und wahrscheinlich krank ist. Versucht mithilfe des Tierarztes herauszufinden, was eurem Haustier fehlt.

6. Schwierigkeiten beim Laufen oder Treppensteigen

Wenn euer Hund humpelt, langsamer läuft als sonst oder neuerdings Probleme hat, Treppenstufen zu steigen, ist das ebenfalls ein klares Warnzeichen. Es kann sich dabei um ein Krankheitssymptom handeln, zum Beispiel von: 

  • Beginnender Arthrose
  • Angeborenen oder erworbenen Fehlstellungen wie einer Hüftdysplasie oder Ellbogendysplasie
  • Anderen Gelenkproblemen

Lahmt er nur leicht, kann das Verhalten eures Hundes aber auch auf eine Verletzung an der Pfote oder einen Fremdkörper zwischen den Zehen hindeuten.

Schaut euch die Hundepfoten also gründlich an. Vielleicht hat sich euer tierischer Gefährte die Pfote an einer Glasscherbe oder einem spitzen Stein aufgeschnitten. Im Winter kann sich Streusalz darin verfangen. Ihr lebt auf dem Land? Dann könnten Grannen, borstige Pflanzenteilchen wie etwa von Kornähren, oder spitze Steine die Ursache sein. 

7. Ungewöhnlich starkes Hecheln als Warnzeichen

Es ist zwar normal, dass Hunde hecheln, wenn ihnen heiß ist oder sie sich körperlich anstrengen. Trifft jedoch weder das eine noch das andere zu, solltet ihr dieses Hundeverhalten untersuchen lassen.

Das Hecheln kann zum Beispiel eine Art Beschwichtigungssignal bei Stress sein – euer Hund versucht womöglich, sich selbst zu beruhigen. Dabei kann es sich sowohl um emotionalen Stress handeln als auch um körperlichen Stress aufgrund von Schmerzen oder einer organischen Erkrankung.

Was, wenn keine physische Krankheit hinter dem Hundeverhalten steckt?

Lassen sich diese sieben Möglichkeiten ausschließen, hat das Hundeverhalten vermutlich keine körperlichen Ursachen. Dann kann der Grund psychologischer Natur sein, bei dem ein Tierpsychologe oder ein auf Verhaltensprobleme spezialisierter Hundetrainer hilfreich ist.

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1 Kommentare
  • Brigitte Samer

    31-03-2020 11:03:55

    Brigitte Samer: Danke für die vielen tollen Tipps! Ich habe bei meinen Hunden schon einige Krankheiten dank ihnen erkannt. Für alle, die noch mehr über ihren Hund lernen wollen, kann ich die Hundebibel empfehlen. Mein Tierarzt hat da mitgewirkt und auch ich kann sie nur von Herzen an jeden Hundebesitzer weiterempfehlen!
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