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Kaninchen im Winter draußen halten: Wichtige Tipps

In der Regel ist es kein Problem, Kaninchen im Winter draußen zu halten. Die Hasentiere können mit Kälte besser umgehen als mit Wärme. Welche Voraussetzungen bei der winterlichen Außenhaltung der Langohren ihr dennoch erfüllen solltet und worauf ihr achten müsst, erfahrt ihr hier.
Kaninchen fühlen sich für gewöhnlich auch im Winter draußen wohl – Shutterstock / StockPhotosLV
Kaninchen können niedrige Temperaturen gut vertragen – Shutterstock / StockPhotosLV

Hauskaninchen fühlen sich draußen auch bei kühleren Temperaturen wohl. Da unterscheiden sie sich nicht von ihren Verwandten, den Wildkaninchen. Trotzdem brauchen Kaninchen im Winter ein wenig zusätzlichen Schutz und spezielles Futter, damit sie gesund bleiben.

Darf man Kaninchen im Winter draußen halten?

Nach einer schrittweisen Gewöhnung an die kühleren Temperaturen können Kaninchen im Winter problemlos im Außengehege bleiben. Am einfachsten gelingt das, wenn ihr die Hoppler das ganze Jahr über draußen lasst.

Wollt ihr die Kaninchen das erste Mal ins Freigehege setzen, tut dies schon im Sommer, spätestens Ende August. Dann haben die Fellnasen genug Zeit, sich den Spätsommer und Herbst über allmählich an die kälter werdende Umgebung zu gewöhnen.

Kaninchen im Winter draußen halten: Bis wie viel Grad?

Die meisten Kaninchenrassen können sogar bei eisigen Temperaturen bis minus 20 Grad Celsius ausharren. Langhaarige Rassen wie Löwenköpfchen und Rex-Kaninchen sind empfindlicher, da sie nicht so eine dichte Deckhaarschicht besitzen. Allerdings können diese Kaninchen im Winter trotzdem im Freien bleiben, wenn ihr Gehege gut genug geschützt ist.

Welche Kaninchen im Winter nicht draußen bleiben sollten

Junge bis erwachsene Kaninchen halten es in der kalten Jahreszeit gut draußen aus. Nur bei chronisch kranken, trächtigen oder alten Tieren solltet ihr die Haltung im Haus bevorzugen. Wird ein Kaninchen akut krank, holt es nicht plötzlich ins Warme – der Temperaturunterschied könnte wie ein Schock wirken. Quartiert das Tier stattdessen in einem kühlen, aber trockenen und vor Zugluft geschützten Raum ein. Hier kann es sich erholen, bis die Temperaturen draußen wieder frühlingshaft werden.

Wichtig: Auch wenn nur ein Kaninchen krank wird, sollte es nicht alleine ins Haus kommen. Kaninchen sollten grundsätzlich in Gruppen von mindestens zwei gehalten werden. Das Tier wird sonst unglücklich und vermisst seine Artgenossen. Mindestens ein Spielkamerad und Kuschelpartner aus der Gruppe sollte also mit umziehen.

So wird der Kaninchenstall winterfest

Ein winterfestes Außengehege für Kaninchen braucht einen überdachten Bereich, genug Schutzhäuschen und ausreichend Auslauf.

Rex-Kaninchen, langhaarige Rassen und Löwenköpfchen bevorzugen einen vollständig überdachten Stall. Alle anderen Kaninchen trotzen mit ihrem dicken Fell auch Regen, Schnee und Eis. Sie brauchen lediglich einen trockenen, wärmeren Bereich zum Fressen, Schlafen und Ausruhen. Dieser sollte auch von den Seiten vor Zugluft, Wind und Wetter geschützt sein.

Rechnet für den Auslauf mit mindestens drei Quadratmetern pro Tier. Dann können die Mümmelnasen nach Herzenslust toben, hoppeln und sich dabei aufwärmen.

Stellt mehrere Schutzhäuschen auf, sodass die Kaninchen sich aussuchen können, in welches sie sich zurückziehen möchten. Diese müssen nicht extra isoliert werden, aber vor Zugluft, Regen, Schnee und Eis schützen. Dabei sollten sie weiterhin eine Luftzirkulation ermöglichen, damit sich im Inneren keine Feuchtigkeit staut, die zu Schimmel führen könnte.

Polstert die Schutzhäuschen reichlich mit saugfähiger Einstreu, Stroh und Heu aus, damit die Hoppler es schön warm haben. Schaut täglich nach, ob der Boden noch ausreichend bedeckt und alles sauber und trocken ist. Wenn nicht, entfernt ihr die feucht gewordene Einstreu und erneuert sie mit frischem Material.

Kaninchen im Winter: Was tun bei Frost?

In ihren Schutzhäuschen sind die Tiere selbst vor Frost geschützt. Problematisch kann es werden, wenn das Wasser in der Kaninchentränke oder im Trinknapf gefriert. Um das zu vermeiden, könnt ihr einen größeren Trinknapf wählen und Tennisbälle oder Holzstückchen ins Wasser legen. Die Bewegung der schwimmenden Bälle verhindert, dass sich zu schnell Eis bildet.

Alternativ sind beheizbare Näpfe eine Möglichkeit. Es gibt sie zum Beispiel für Hunde. Alternativ könnt ihr die Trinknäpfe auch auf Wärmeplatten legen oder im geschützten Bereich unter eine Wärmelampe stellen.

Vorsicht: Die Wärmelampe muss hoch genug angebracht sein, sodass es darunter nicht zu heiß wird: handwarm genügt vollkommen. Außerdem muss sie ebenfalls vor Wind und Wetter geschützt sein.

Richtige Ernährung für Kaninchen im Winter

Im Winter brauchen Kaninchen etwas mehr Energie als im Sommer, damit sie sich ihren schützenden Winterspeck anfuttern können. Dies gelingt mit kohlenhydrat- und fettreichem Futter, zum Beispiel durch mehr Wurzelgemüse und mehr Fettsaaten wie Fenchelsamen oder geschälten Sonnenblumenkernen.

Frischfutter solltet ihr nur im geschützten Bereich anbieten, damit es nicht gefriert. Wechselt es nach Möglichkeit mehrmals täglich und gebt dafür kleinere Portionen. Statt frischen Wiesenkräutern eignen sich im Winter Trockenkräuter. Ergänzt sie mit ein paar Haferflocken und Vollkorngetreideflocken.

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