Katzenhaltung

Wie können Katzen so hoch springen?

Katzen faszinieren mit ihren unglaublichen Fähigkeiten; zum Beispiel können die Stubentiger erstaunlich hoch springen. Mit einem Katzensprung können sie Plätze erreichen, die zwei bis drei Meter in der Höhe liegen. Das entspricht ungefähr fünf- bis sechsmal der Körpergröße einer durchschnittlichen Hauskatze. Wie machen unsere Samtpfoten das bloß?
"Hahaaa! Nimm das, du Maus!" – Die Sprungkraft der Katzen kommt ihnen bei der Jagd zugute – Shutterstock / Rita Kochmarjova
"Hahaaa! Nimm das, du Maus!" – Die Sprungkraft der Katzen kommt ihnen bei der Jagd zugute – Shutterstock / Rita Kochmarjova

Katzen sind die geborenen Athleten: Sie springen im Verhältnis zu ihrer Körpergröße so hoch wie kein menschlicher Stabhochspringer es jemals schaffen könnte. Dabei sind sie in der Regel so geschickt, dass sie zielsicher auch auf der kleinsten Fläche landen. Diese unglaubliche Sprungkraft und Zielsicherheit besitzen nicht nur unsere kleinen Hauskatzen, sondern auch ihre wilden Verwandten und Großkatzen – schließlich brauchen sie diese Fähigkeiten für die Jagd. Doch auch, um sich bei Gefahr schnell auf einem Baum in Sicherheit zu bringen, ist es wichtig, so gut springen zu können.

Kräftige Hinterbeine helfen Katzen hoch zu springen

Betrachtet man die Anatomie des Katzenskeletts, fällt auf, dass die Hinterbeine nicht so gerade gebaut sind wie bei Menschen, sondern geknickt sind. Überdies sind die Hinterbeine länger als die Vorderbeine und die Muskeln sind direkt mit dem Becken verbunden. Wenn Katzen ihre Hinterbeine "zusammenfalten", strecken sie die Muskeln an den Knie- und Fußgelenken wie das Gummiband an einem Katapult. Spannt man einen Stein in ein Katapult und lässt das Gummiband los, wird dieser mit enormer Wucht und Geschwindigkeit nach vorne geschleudert. Nach dem gleichen Prinzip werden Katzen mit großer Kraft nach oben oder nach vorne geschleudert, sobald sie abspringen.

Bewegliche Gelenke und feiner Gleichgewichtssinn für Katzensprung

Der Grund, weshalb Katzen nicht nur hoch, sondern auch zielsicher springen können, liegt in ihrer Beweglichkeit und ihrem Gleichgewichtssinn. Das Katzenskelett ist aus etwa 240 Knochen gebaut (zum Vergleich: das menschliche Skelett besteht aus 208 bis 212 Knochen), die jedoch nicht so fest ineinander verankert sind wie beim Menschen. Dies erlaubt ihnen eine unglaubliche Flexibilität, mit der sie im Sprung oder im freien Fall noch ihre Körperhaltung so korrigieren können, dass sie möglichst punktgenau landen. Ihr Schwanz hilft ihnen dabei, die Richtung zu steuern, ähnlich wie das hintere Ruder an einem Boot. Ihre restlichen Sinne und ihr Koordinationszentrum im Katzengehirn unterstützen sie dabei, das Gleichgewicht zu halten.

Die Sprungfähigkeit der Katzen ist ihnen zwar in die Wiege gelegt, trotzdem müssen sie ihre Kräfte als Kätzchen trainieren sowie im Laufe ihres Lebens immer wieder üben, um sie nicht wieder zu verlieren. Wenn Kitten mit drei bis vier Wochen anfangen, mit ihren Geschwisterchen zu raufen und zu kämpfen, sehen ihre ersten Sprünge noch recht tapsig und tollpatschig aus. Bis sie so gut und hoch springen können wie ihre erwachsenen Artgenossen, müssen sie noch ein bisschen weiterlernen. Ein Katzensprung kann übrigens auch gelegentlich danebengehen; etwa, wenn Katzen eine Distanz falsch eingeschätzt haben oder der Untergrund zu rutschig ist. Vor dem Sprung wackeln Katzen mit dem Po, um ihr Gewicht zu verteilen, ihr Gleichgewicht zu finden und zu zielen. Haben sie dann unterschätzt, wie wenig Halt sie auf ihrer Startfläche haben, kann es oft so ausgehen, wie in dem Video:

Schließlich kann nicht jede Katze so cool, elegant und anmutig springen wie Bengalkaterchen Boomer im folgenden Video:

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