Katzenhaltung

Scheue Katze: Erziehungstipps gegen die Angst

Wenn Sie eine scheue Katze bei sich aufnehmen oder Ihnen vielleicht ein ängstlicher Streuner zugelaufen ist, dann brauchen Sie viel Ruhe und Geduld. Mit den richtigen Erziehungstipps gelingt es Ihnen, das Vertrauen der Samtpfote zu gewinnen.
Um eine scheue Katze zutraulich zu machen, braucht es viel Geduld - Bild: Shutterstock TungCheung
Um eine scheue Katze zutraulich zu machen, braucht es viel Geduld - Bild: Shutterstock TungCheung

Das Leben mit einer ängstlichen Samtpfote ist nicht ganz einfach – vor allem, wenn Sie eigentlich gern einen verschmusten Stubentiger hätten. Eine scheue Katze lässt sich hingegen meist ungern anfassen oder gar auf den Arm nehmen. Aber verzweifeln Sie nicht. Mit ein paar einfachen Erziehungstipps erobern Sie das Herz Ihrer zurückhaltenden Miez.

Eine scheue Katze braucht Freiraum

Egal, ob das ängstliche Kätzchen gerade erst bei Ihnen eingezogen ist oder vielleicht schon länger bei Ihnen wohnt – rücken Sie Ihrer Samtpfote nicht zu sehr auf die Pelle. Bieten Sie Ihr ausreichend Rückzugsmöglichkeiten: zum Beispiel schöne Katzenhöhlen, Ecken oder Nischen. Suchen Sie diese aber so aus, dass Sie Ihr Haustier dort immer noch sehen können. Beobachten Sie Ihre Katze genau und lernen Sie sie dadurch besser kennen. Wo schläft sie gern? Womit spielt sie vielleicht? Achten Sie jedoch darauf, dass Sie eine scheue Katze nicht anstarren – das gehört zu den wichtigsten Erziehungstipps. Denn diese Geste könnte sie als Bedrohung auffassen, was nicht gerade förderlich für den Vertrauensaufbau ist. Indirekte Blicke und langsames Blinzeln sind hingegen erlaubt.

Vorsichtige Annäherungsversuche

Wenn Ihre scheue Katze sich Ihnen dann doch mal nähert, versuchen Sie, nicht allzu überschwänglich zu reagieren. Auch wenn der Drang, sie zu streicheln und hochzunehmen noch so groß ist – geben Sie der Samtpfote auch jetzt Freiraum, lassen Sie zu, dass Sie an Ihnen schnuppert und Ihnen um die Beine geht, aber bedrängen Sie sie nicht.

Lassen Sie die Katze ruhig weiter auf Tuchfühlung mit Ihnen gehen, indem Sie etwa nachts Ihre Schlafzimmertür offen lassen. So kann Ihr zurückhaltender Stubentiger Sie in der Nacht besuchen kommen. Denn neugierig sind alle Katzen – egal, wie ängstlich sie scheinen.

Wenn Ihre scheue Katze sich nicht mehr ständig vor Ihnen versteckt, können Sie versuchen, sie mit interessanten Spielzeugen aus der Reserve zu locken. Spielangeln sind zum Beispiel ein guter erster Schritt, weil mit diesem Spielzeug eine gewisse Distanz zwischen Ihnen und Ihrer Samtpfote erhalten bleibt. Gleichzeitig wird ihr Jagdtrieb die Miez anspornen, ihre Schüchternheit zu überwinden.

Wenn keine Erziehungstipps mehr helfen

Es ist von Katze zu Katze unterschiedlich, wie lange es dauert, bis sie Vertrauen zu Ihnen gefasst hat. Eine Woche sollten Sie auf jeden Fall einplanen. Wird Ihre scheue Katze dann immer noch nicht zutraulicher, sollten Sie mit Ihrem Tierarzt auf Ursachenforschung gehen oder darüber nachdenken, ob ein Katzenpsychologe Ihnen weiterhelfen kann. Vielleicht stimmen die Haltungsbedingungen nicht. Fragen Sie sich, ob Ihre Samtpfote wirklich alles hat, was sie braucht. Manchmal sind es scheinbar harmlose Dinge wie ein ungewohnter Geruch, die falsche Position der Katzentoilette oder eine unbewusste Verhaltensweise Ihrerseits, die dafür sorgen, dass Ihre Katze nicht aus sich herauskommt. Der Fachmann kann Ihnen sicher weiterhelfen.

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