Katzenhaltung

Katzenanatomie: Warum Katzen so gelenkig sind

Katzen springen aus höchsten Höhen zu Boden, klettern steile Wände hoch und verdrehen sich immer wieder halsbrecherisch. Gelenkig wie kaum ein anderes Tier, faszinieren uns die körperlichen Fähigkeiten unserer Stubentiger Tag für Tag aufs Neue. Doch warum sind Katzen so gelenkig?
So ein faszinierender Bewegungsapparat will gut gedehnt sein! Katzen sind richtige Athleten – Shutterstock / DavidTB
So ein faszinierender Bewegungsapparat will gut gedehnt sein! Katzen sind richtige Athleten – Shutterstock / DavidTB

Wie können Katzen so hoch springen? Wie können sie so schnell laufen und jagen? Wie können sie Sprünge und Stürze aus mehreren Metern oft so problemlos wegstecken? Die Antwort liegt in der besonderen Anatomie der Alltagsakrobaten verborgen. Das perfekte Zusammenspiel des leichten und flexiblen Skeletts mit einer Vielzahl spezieller Muskeln, Gelenke und Sehnen ermöglicht es den Samtpfoten, Dinge zu tun, die Menschen nicht einmal im Traum hinkriegen.

Katzenanatomie ist einmalig: Elastischer Körperbau macht's möglich

Katzen haben trotz ihrer geringen Größe mehr Knochen als der Mensch im Körper, nämlich rund 240. Die flexible Wirbelsäule und der Schwanz ermöglichen den Vierbeinern die besondere Beweglichkeit. Auf feste Verankerungen zwischen Knochen und Gelenken wird weitestgehend verzichtet, sodass eine maximale Bewegungsfreiheit möglich ist. In Kombination mit Muskeln, die mehr auf Qualität als auf Quantität ausgelegt sind, und einem auf Effizienz und Schnellkraft ausgerichteten Bewegungsapparat schaffen Katzen sowohl spektakuläre Sprünge als auch überraschende Verrenkungen. Auch aufgrund des geringen Gesamtgewichts und des Katzenschwanzes als "Balancierstange", schaffen es die todesmutigen Jäger, während des Sprungs, ihre "Flugbahn" noch zu steuern und sich beispielsweise spontan zu drehen. Die elastische Katzenanatomie sorgt dafür, dass Verletzungen aus höchsten Höhen oft ausbleiben – was jedoch nicht bedeutet, dass Katzen unzerstörbar sind!

Besonderheiten der Katzen-Wirbelsäule

Der besondere Aufbau der Wirbelsäule einer Katze ist einer der wichtigsten Faktoren dafür, dass sie so gelenkig sein kann. Sie besteht aus unterschiedlichen Wirbeln, und zwar aus den Folgenden:

  • ● 7 Halswirbel
  • ● 13 Brustwirbel
  • ● 7 Lendenwirbel
  • ● 3 Kreuzwirbel
  • ● 20 bis 23 Schwanzwirbel

Das Rückgrat ist extrem beweglich, weil die Rückenwirbel äußerst elastisch miteinander verbunden sind. Die Halswirbel etwa sind dank eines zusätzlichen Gelenks zwischen zwei der Halswirbel gut drehbar, sodass die Miez in fast alle Richtungen schauen kann. Dank der Drehfähigkeit der Lendenwirbel, schaffen es Katzen fast immer, auf den Füßen zu landen, egal wie sie fallen – man spricht hier vom "Drehreflex". Wichtig ist vor allem auch die Flexibilität der Schwanzwirbel, die gewährleistet, dass Katzen ihren Schwanz zum Balancieren einsetzen können. Ohne den variablen Katzenschwanz wären Balanceakte auf dem Balkongeländer ebenso wie das zielgenaue Springen und Laufen nicht möglich. Im Video sehen Sie die akrobatischen Künste einer jungen Bengal-Katze:

Wie hoch Katzen springen können, sehen Sie in diesem Zeitlupe-Video:

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