Katzenhaltung

Katze ist launisch? Gründe für Stimmungsschwankungen

Manchmal machen Katzen den Eindruck, ziemlich launisch und unberechenbar zu sein. In einem Moment streicheln Sie Ihrer Katze den Bauch, sie schnurrt und lässt es sich gefallen. Im nächsten Augenblick verpasst die Miez Ihnen einen Pfotenhieb. Doch so unvorhersehbar sind solche Stimmungsschwankungen in Wahrheit nicht.
Die Ohren angelegt, die Pupillen geweitet: Diese Katze haut gleich zu – Shutterstock / TungCheung
Die Ohren angelegt, die Pupillen geweitet: Diese Katze haut gleich zu – Shutterstock / TungCheung

Ihre Katze zeigt durch ihre Körpersprache sehr deutlich, wenn sie genug vom Kuscheln hat oder gar nicht erst gestreichelt werden möchte. Launisch ist sie deswegen jedoch nicht unbedingt. Die Gründe für diese scheinbaren Stimmungsschwankungen sind für Menschen nicht immer nachvollziehbar, das heißt aber nicht, dass es keine Gründe gibt.

Sind Katzen wirklich launisch?

Wenn Menschen launisch, kapriziös oder "zickig" sind, kann ihre Stimmung von einer Sekunde auf die nächste plötzlich umschlagen. Ohne ersichtlichen Grund fühlen sie sich angegriffen und reagieren ihrerseits aggressiv, um sich gegen den vermeintlichen Angriff zur Wehr zu setzen. Eine Katze kann in diesem Sinne ebenfalls launisch wirken. Doch bei den Fellnasen haben die vermeintlichen Stimmungsschwankungen in der Regel andere Gründe als bei menschlichen Mimosen.

Bei kapriziösen Menschen liegt es meist an mangelndem Selbstwertgefühl und innerem Groll, wenn sie eigentlich harmlos gemeinte Bemerkungen oder Gesten als Kränkung verstehen und wütend reagieren. Eine Katze hingegen macht sich nicht so viele Gedanken um ihren Wert oder um vermeintliche Ungerechtigkeiten, die in der Vergangenheit liegen. Die Schmusetiger fühlen sich entweder wohl und sicher oder etwas stört sie in ihrer Ruhe. Was auf Sie wie Stimmungsschwankungen wirkt, ist eine Reaktion auf eine solche Störung.

Missverständnisse zwischen Mensch und Katze

Interpretieren Menschen ihre Katze aus Menschensicht, kommt es zu Missverständnissen. Die Fellnase wird dann als launisch angesehen, obwohl das eigentlich nicht stimmt. Präsentiert Ihre Katze zum Beispiel ihren Bauch, sind Sie sicher versucht, sie dort zu kraulen. Genau das empfinden viele Miezis jedoch als Störung, sodass sie kratzen, beißen und Aggressivität zeigen.

Wenn Katzen auf dem Rücken liegen, fühlen sie sich einerseits entspannt, andererseits ist dies eine optimale Kampfposition. Am Bauch sind Samtpfoten aber besonders empfindlich; wenn Sie sie dort ohne Vorwarnung berühren, erschrickt die Miez sich womöglich und schlägt zu. Mit ihrem feinen Katzengehör und sensiblem Geruchssinn nehmen Katzen überdies Reize wahr, die Menschen verborgen bleiben. Wenn Sie ihre Samtpfote streicheln oder ihre Nähe suchen, und im selben Augenblick nimmt sie etwas für sie Unangenehmes wahr, stört das Ihre Katze und eventuell verknüpft Sie das mit Ihnen. Durch Fauchen oder Kratzen stellt sie daraufhin klar, dass ihr etwas nicht gefallen hat.

Warnzeichen für Stimmungsschwankungen

Manchmal packt Ihre Katze beim Streicheln plötzlich Ihren Arm und beißt hinein? Das kann passieren, wenn Sie nicht auf ihre Körpersprache geachtet haben. So haben Sie vielleicht nicht bemerkt, dass Ihre Miez mit der Schwanzspitze gezuckt und die Ohren langsam zurückgelegt hat – untrügliche Signale dafür, dass die Miez verärgert ist. Oder Sie haben die geweiteten Pupillen übersehen, die ein Zeichen für Ängstlichkeit sind.

Vorsicht ist ebenfalls geboten, wenn sich Ihre Fellnase aufplustert oder im Gegenteil ganz klein macht. Sie fühlt sich dann bedroht und ist bereit, sich zu verteidigen. Am besten nähern Sie sich Ihrer Katze stets ruhig und bedrängen sie nicht. Geben Sie ihr das Gefühl, dass sie jederzeit zu Ihnen kommen kann, wenn sie es möchte, sich aber auch jederzeit zurückziehen kann, wenn sie ihre Ruhe haben will.

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