Katzenerziehung

Kommunikation mit Katzen: 6 häufige Missverständnisse

In der Kommunikation zwischen Menschen und Katzen gibt es oft Missverständnisse. Denn die Katzensprache unterscheidet sich sehr stark von der Menschensprache und ist viel subtiler. Die folgenden Tipps helfen Ihnen, Ihre Katze besser zu verstehen.
Der scheinbar abschätzige Blick der süßen Minimiez ist wahrscheinlich freundlich gemeint – Shutterstock / PCHT
Der scheinbar abschätzige Blick der süßen Minimiez ist wahrscheinlich freundlich gemeint – Shutterstock / PCHT

Katzen wird manchmal nachgesagt, sie wären unberechenbar und schwer zu durchschauen. In Wahrheit aber kommt es auf die richtige Kommunikation mit den Samtpfoten an, wenn man ihr Verhalten begreifen möchte. Hier sind ein paar verbreitete Missverständnisse, die die Harmonie in der Mensch-Katze-Beziehung stören können.

1. Wenn Katzen ihr Flauschbäuchlein präsentieren

Wenn Katzen sich auf den Rücken legen und ihr flauschiges Bäuchlein zeigen, ist es sehr verlockend, dieses einmal ordentlich durchzukraulen. Oft lässt sich die Samtpfote das zunächst auch gefallen und schnurrt genüsslich, doch dann setzt es – scheinbar aus heiterem Himmel – plötzlich Tatzenhiebe, oder der eben noch so friedliche Schmusetiger packt die Hand des Menschen und beißt hinein.

Dies ist nicht etwa der Launenhaftigkeit Ihrer Katze geschuldet, sondern es handelt sich um ein Missverständnis. In Rückenlage können die Fellnasen sich nämlich hervorragend verteidigen, weil sie alle vier Pfoten frei haben und kampfbereit sind. Ein bisschen Bauchkraulen mögen einige Katzen ganz gern, doch nach einer Weile haben sie davon genug. Normalerweise kommunizieren sie dies auch, aber wer die Signale nicht erkennt oder nicht zu deuten weiß, für den kommen die vermeintlichen Stimmungsschwankungen überraschend. Bemerken Sie eine zuckende Schwanzspitze, drehen sich die Ohren allmählich zur Seite und die Pupillen verengen sich, sind das Warnzeichen dafür, dass Ihre Miez keine Lust mehr auf Kuscheln hat. Ziehen Sie Ihre Hand dann einfach vorsichtig und langsam zurück.

2. Katzen schnurren nicht nur bei Wohlbefinden

Wenn Katzen schnurren, drücken sie damit aus, dass sie keine Gefahr darstellen. Dies ist jedoch nicht nur der Fall, wenn sie sich wohlfühlen, sondern auch, wenn sie krank, verletzt oder geschwächt sind, womöglich sogar im Sterben liegen. Das Schnurren wirkt nicht nur auf Menschen beruhigend, sondern auch auf die Katze selbst. Es wird vermutet, dass die wohlklingende Frequenz der Schnurrlaute möglicherweise den Heilungsprozess bei Krankheiten oder Verletzungen fördern kann.

Schnurrt Ihre Katze, während Sie sie streicheln oder ihr Fell pflegen und wirkt ansonsten gesund und munter? Dann ist alles in Ordnung und sie ist entspannt und glücklich. Lässt sich jedoch für Sie kein Grund erkennen, warum sie schnurrt, oder wirkt sie insgesamt auffallend still und zurückhaltend, gehen Sie lieber mit ihr zum Tierarzt, um zu prüfen, ob es ihr gut geht.

3. Scheinbar keine Kommunikation? Katzenschweigen nicht ignorieren!

Wie es der österreichisch-amerikanische Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick einmal treffend sagte: "Man kann nicht nicht kommunizieren." Das bedeutet, dass auch Schweigen oder Rückzug etwas aussagt, und zwar nicht nur in der Kommunikation zwischen Menschen, sondern auch in der Kommunikation zwischen Tier und Mensch. Seien Sie also besonders wachsam, wenn Ihre Katze sich plötzlich viel ruhiger, schüchterner oder ängstlicher als sonst verhält.

In der Regel bedeutet das, dass etwas nicht stimmt. Entweder, sie hat sich erschrocken und sucht Sicherheit, oder sie hat Schmerzen und ist krank, möchte ihre Schwäche aber verbergen. Auf jeden Fall ist ein Besuch beim Tierarzt dann ratsam. Kann dieser keine Krankheit oder Verletzung erkennen oder andere beunruhigende Symptome finden, sollten Sie Ihre Miez weiter beobachten, ob sich ihr Verhalten eventuell wieder normalisiert. Wenn nicht, hat ihr womöglich etwas nachhaltig Angst eingejagt oder sie zutiefst verunsichert und ein Katzenpsychologe kann Ihnen helfen, damit Ihre Katze sich wieder sicher fühlen kann.

4. Miez nicht anstarren

Unter Menschen gilt Augenkontakt als höfliche Geste des Respekts, Katzen verwenden direkten Augenkontakt jedoch in ihrer Kommunikation als Bedrohung. Starren Sie eine Katze also nicht an, sondern schauen Sie lieber mit gesenkten Augenlidern oder langsam blinzelnd schräg an ihr vorbei. Das empfindet sie als weitaus freundlicher.

Andersherum ist es von einer Fellnase als Kompliment und höflich gemeint, wenn sie mit gesenkten Augenlidern oder langsam blinzelnd in Ihre Richtung schaut, ohne Sie direkt anzustarren. Wer wenig Erfahrung mit den Samtpfoten hat und den Blick aus Menschensicht interpretiert, kann ihn missverstehen und denken, die Katze missbillige oder verachte die Person. Das ist aber nicht der Fall.

5. Fehlende Konsequenz in der Kommunikation mit der Katze

Missverständnisse auf Katzenseite können entstehen, wenn Sie in Ihrer Wortwahl inkonsequent sind, sobald Sie mit Ihrer Fellnase sprechen. Ein Verbot zum Beispiel sollte nicht mal mit "Pfui!", mal mit "Nein" und dann wieder mit "Lass das bleiben!" ausgesprochen werden. Benutzen Sie für dieselbe Botschaft immer dasselbe Signal, damit Ihre Miez versteht, was Sie von ihr wollen.

6. Fellnasen mögen es ruhig und haben keinen Humor

Überraschungen, Streiche und laute, schrille Geräusche sind Katzen ein Gräuel. Menschen sind es gewohnt, sich miteinander mal einen Scherz zu erlauben und wissen Überraschungen und laute Geräusche besser einzuschätzen als ihre Stubentiger. Vor allem haben wir Menschen auch keine so feinen Sinne und Ohren wie die sensiblen Samtpfoten, sodass wir dies alles in abgeschwächter Form wahrnehmen und uns weniger dadurch gestört fühlen.

Widerstehen Sie zum Wohle Ihrer Katze der Versuchung, sie zu veräppeln, zu ärgern oder hereinzulegen. Erschrecken Sie sie nicht und bringen Sie ihr notwendige Veränderungen schonend bei. Wenn Sie mit ihr kommunizieren, sprechen Sie mit sanfter, ruhiger Stimme und lassen Sie Katzen am besten auf sich zukommen, anstatt die Schmusetiger mit Zuneigung zu überrumpeln. Versuchen Sie, dies auch kleinen Kindern und Besuchern klarzumachen, die sich mit Katzen nicht so gut auskennen.

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