Tierkrankheiten

Hydrozephalus: Seltene Katzenkrankheit Wasserkopf

Der Begriff Hydrozephalus kommt aus dem Griechischen und lässt sich mit Wasserkopf übersetzen. Dabei sammelt sich Flüssigkeit im Katzengehirn, die zu diversen Beschwerden führen kann. Was hat es mit der seltenen Krankheit auf sich?
Anders als bei dieser gesunden Katze, ist der Kopf bei Hydrozephalus meist vergrößert – Shutterstock / Ramon Espelt Photography
Anders als bei dieser gesunden Katze, ist der Kopf bei Hydrozephalus meist vergrößert – Shutterstock / Ramon Espelt Photography

Der Hydrozephalus kann bei Katzen entweder angeboren sein oder später durch Vireninfektionen, Parasiten oder Tumore verursacht werden. Normalerweise wird das Gehirn von der Hirnflüssigkeit, Liquor genannt, geschützt, die sich wie ein Polster zwischen Gehirn und Schädelinnendecke legt. Leidet die Katze unter einem Wasserkopf, staut sich die Flüssigkeit an und verursacht Schäden am Gehirn.

Was ist Hydrozephalus für eine Krankheit?

Der Liquor fließt bei gesunden Katzen über die Blutgefäße wieder ab und wird laufend nachproduziert, um Botenstoffe zwischen den verschiedenen Gehirnregionen zu transportieren. Beim Wasserkopf ist dieser Prozess gestört. Der Abtransport der Gehirnflüssigkeit über die Blutgefäße funktioniert bei betroffenen Katzen nicht richtig beziehungsweise es wird mehr Flüssigkeit produziert als abtransportiert werden kann. Der Liquor staut sich schließlich im Gehirn und es entsteht ein starker Druck unter der Schädeldecke.

Wasserkopf: Symptome bei Katzen

Besteht der Hydrozephalus von Geburt an, befindet sich der Schädel noch im Wachstum, wenn sich die Gehirnflüssigkeit unter der Schädeldecke staut. Dadurch wölbt sich der Schädel nach außen, die Augen werden auseinander und heruntergedrückt und die Stirn wölbt sich vor. Durch die Verformung der Augen schielen Kätzchen mit Wasserkopf meistens. Sie können dadurch sogar blind werden. Außerdem wird Gehirnsubstanz abgebaut, sodass es zu neurologisch bedingten Bewegungsstörungen kommt wie Taumeln oder Schwierigkeiten beim Aufrichten. Manchmal drehen sich betroffene Tiere um sich selbst und halten den Kopf schief.

Bekommen ältere Katzen durch einen Tumor, eine Infektion oder Parasiten einen Hydrozephalus, ist das Schädelwachstum schon abgeschlossen. Das heißt, dass sich nicht so deutliche optische Symptome zeigen wie die vorgewölbte Stirn und die weit auseinander stehenden, nach unten schielenden Augen. Das Gehirn wird durch den erhöhten Druck jedoch gegen die Schädeldecke gepresst und es kommt recht schnell zu neurologischen Störungen wie Epilepsie mit entsprechenden Krampfanfällen, die von übermäßigem Speicheln, unfreiwilligem Kot- und Urinabsatz bis hin zu Ohnmacht führen können. Dann ist sofortige Hilfe vom Tierarzt angesagt!

Diese Themen zur Katzengesundheit könnten Sie auch interessieren:

Katzen mit Epilepsie: Diagnose und Behandlung

Kranke oder verletzte Katze: Notfall für den Tierarzt?

Wann ist eine Ultraschalluntersuchung bei Katzen sinnvoll?

Hat Ihnen der Artikel gefallen?
0
0
0 Kommentare

Weitere Artikel aus Gesundheit