Verhalten

Warum Hunde Holz fressen – und ist das gefährlich?

Viele Hunde fressen Holz oder mögen es zumindest, darauf herumzukauen. Aber leider kann diese Vorliebe für die Vierbeiner gefährlich sein. Warum das so ist und welche Gründe hinter diesem Hundeverhalten stecken können, erfahren Sie hier.
Hunde fressen Holz aus den unterschiedlichsten Gründen – Bild: Shutterstock / Aneta Jungerova
Hunde fressen Holz aus den unterschiedlichsten Gründen – Bild: Shutterstock / Aneta Jungerova

Am besten halten Sie Ihren Hund davon ab, Holz zu fressen oder darauf herumzukauen. Ansonsten drohen Verletzungen oder Vergiftungen. Um Ihren Hund das Holzfressen abzugewöhnen, müssen Sie sich eventuell einiger Tricks bedienen. Aber vor allem ist es wichtig, die Gründe für dieses Verhalten herauszufinden. Darin liegt nämlich der Schlüssel zu Ihrem Erfolg.

Hunde fressen Holz, weil es ihr Instinkt ist

Das Kauen ist für Hunde ein völlig natürliches Verhalten. So entdecken sie ihre Umwelt und suchen nach Essbarem. Eigentlich hat Ihr Haustier das gar nicht nötig, denn Sie füttern es regelmäßig, doch bestimmte Instinkte sind eben nur schwer abzustellen.

Aufhören, zu kauen, werden Hunde deshalb wohl nie, aber statt Holz oder Rinde zu fressen, können Sie ihnen sichere Alternativen wie beispielsweise spezielles Kauspielzeug geben.

Langeweile als Ursache fürs Holzfressen

Wenn Ihr Hund Holz oder Rinde frisst, ist der Instinkt allein aber nicht immer die einzige Ursache. Oft steckt mehr hinter diesem Verhalten, weshalb Sie Ihren Hund genau beobachten sollten. Er könnte etwa gelangweilt sein.

Ist Ihr Vierbeiner unterfordert und bekommt nur wenig Aufmerksamkeit in Form von Spielen, dann sucht er sich eben eine andere Beschäftigung – und das kann zum Beispiel Holzfressen sein.

Ihr Hund frisst Holz? Vielleicht hat er Trennungsangst

Das Fressen von Holz kann aber auch ein Hinweis darauf sein, dass Hunde an Trennungsangst leiden. Das kommt vor allem bei Hunden vor, die lange alleine gelassen werden und sich den Tag über einen Ersatz für ihr Herrchen suchen müssen.

So können sie zum Beispiel auffälliges Hundeverhalten wie das Holzfressen entwickeln. Oft hilft hier nur ein professioneller Hundetrainer oder Hundepsychologe und jede Menge Zuwendung.

Erziehungsfehler können unerwünschtes Verhalten bestärken

Vielleicht ermutigen Sie durch Ihr aufbrausendes Benehmen Ihren Freund mit der kalten Nase ja auch, genau das zu tun, was er nicht soll, nämlich Holz zu fressen. Denn so bekommt er auf jeden Fall die Aufmerksamkeit, die er gerne hätte.

Wenn Welpen auf Holz kauen: Zahnwechsel?

Gerade junge Hunde fressen Holz oder kauen darauf herum, wenn sie zahnen. Wie bei uns Menschen auch, tut es ihnen gut, auf etwas herumzubeißen, wenn sich die Zähne ihren Weg durch das Zahnfleisch bahnen.

Verhaltensstörung Pica-Syndrom: Hund frisst nicht essbare Dinge

Das Pica-Syndrom gibt es nicht nur beim Menschen, sondern auch beim Hund. Es handelt sich dabei um eine Essstörung, bei der Dinge zu sich genommen werden, die allgemein als nicht essbar verstanden werden, zum Beispiel Holz, Haare, Kot (Koprophagie) oder Erde.

Die Gründe für diese Erkrankung können Störungen im Metabolismus sein oder Probleme im Magen-Darm-Trakt. Ein Tierarzt kann eine genauere Diagnose stellen.

Hund hat Holz gefressen: Das kann alles passieren

Fressen Hunde öfter Holz, sollten Sie ihnen den Ast oder Holzscheit lieber wegnehmen, denn es gibt durchaus einige Gefahren, die im Holz auf Ihren Liebling lauern können. Hier einige der häufigsten:

• Kleine Holzsplitter können sich in den Gaumen, die Zunge, das Zahnfleisch oder die Lefzen bohren.
• Größere Holzstücke können zwischen Gaumen und den oberen Zähnen stecken bleiben.
• Größere Holzstücke können den Verdauungstrakt des Hundes reizen. Die Folge: der Vierbeiner erbricht sich.
• Verschluckte Holzstücke können die Speiseröhre, den Magen oder den Darm verletzen und zu inneren Blutungen führen.
• Eingeatmete Holzteilchen können die Atemwege blockieren oder verletzen.
• Einige Pflanzen wie Flieder, Eberesche oder Rosskastanie sind für Hunde giftig, es könnte zu einer Vergiftung kommen.

Tauschgeschäft: Hunden das Holzfressen abgewöhnen

Doch was tun, wenn der Hund Holz frisst? Damit Ihr Vierbeiner diesem Verhalten nicht mehr nachgeht, sollten Sie ihm das Holz vorsichtig wegnehmen. Tauschen Sie das Stück am besten gegen ein noch interessanteres Spielzeug ein, das für Ihren Liebling ungefährlich ist.

Vor allem Kauspielzeuge sind ein guter Ersatz fürs Holz. Hier kann nichts abplatzen oder verschluckt werden und damit eliminieren Sie mögliche Gefahrenquellen. Wahrscheinlich müssen Sie ein paar Varianten ausprobieren, bis Sie das Lieblingsspielzeug für Ihren Hund gefunden haben. Hat er sich aber erst mal verliebt, dann interessiert ihn das Holz bald schon nicht mehr.

Hund beschäftigen: Binden Sie ihn stärker in die Familie ein

Eine andere Möglichkeit ist es, Hunde mehr in die sozialen Gefüge der Familie oder des Freundeskreises zu integrieren. Hunde sind Rudeltiere und möchten nicht gerne alleine sein. Geben Sie Ihrem Haustier die Möglichkeit, mitten im Geschehen zu sein. Spielen Sie ausreichend mit ihm und fordern Sie es regelmäßig mit kleinen Aufgaben heraus. So langweilt es sich nicht und kommt nicht auf dumme Ideen.

Sollten diese Tipps nicht helfen, dann ist es ratsam, Ihre Fellnase von einem Tierarzt untersuchen zu lassen und gegebenenfalls einen Tierverhaltenstherapeuten oder Hundetrainer einzuschalten. Der kennt weitere Übungen, mit denen er spielerisch den Hund vom Holzfressen abbringen kann.

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