Tierisch Schön

Beagle: Gesundheit und Ernährung des kleinen Schlappohrs

Der Beagle gilt in der Regel als robuster Hund, das heißt, rassebedingte Krankheiten sind recht selten. Dennoch kann auch die Gesundheit des Beagles beispielsweise unter nicht artgerechter Ernährung, Bewegungsmangel und Fehlern bei der Haltung leiden.
Beagle sind neugierig und gesellig; für ihre Gesundheit brauchen sie Beschäftigung und einen Hundekumpel – Shutterstock / Ann-Britt
Beagle sind neugierig und gesellig; für ihre Gesundheit brauchen sie Beschäftigung und einen Hundekumpel – Shutterstock / Ann-Britt

Verantwortungsvolle Beagle-Züchter achten darauf, nur gesunde Elterntiere zu verpaaren, um mögliche Erbkrankheiten zu vermeiden. Ganz ausschließen lässt sich das allerdings leider nicht. Insgesamt aber sind die kleinen Jagdhunde nicht so anfällig für bestimmte Gesundheitsprobleme wie beispielsweise der Mops. Worauf Sie achten müssen, damit ihr Liebling möglichst lange gesund, fit und glücklich bleibt, erfahren Sie hier:

Gesundheit der Beagle-Schlappohren regelmäßig kontrollieren

Die empfindlichste Stelle des Beagles sind seine Schlappohren. Die herabhängenden Ohren bieten leider eine ideale Brutstätte für Milben und andere Parasiten. Zudem können sich beim Schnüffeln im hohen Gras oder auf Feldern und Wiesen leicht Grannen oder andere Fremdkörper in den Öhrchen verfangen und sich darin einnisten. Werden die Fremdkörper nicht rechtzeitig entdeckt und schonend entfernt, sind Ohrentzündungen die Folge. Daher ist es wichtig, dass Sie jeden Tag nachschauen, ob mit den Ohren Ihres Vierbeiners alles in Ordnung ist. Nach dem Spaziergang prüfen Sie am besten, ob sich Pflanzenteile oder Schmutzstückchen an die Beaglelauscher gehängt haben und entfernen diese. Hat sich bereits ein Fremdkörper im Ohr eingenistet, gehen Sie lieber zum Tierarzt, und versuchen Sie nicht, sie mit Wattestäbchen oder Pinzette selbst zu entnehmen. Am Ende schieben Sie den ungebetenen Gast noch tiefer hinein oder der Beagle dreht den Kopf weg und Sie rutschen ab.

Die folgenden Symptome weisen darauf hin, dass mit den Ohren Ihres Beagles etwas nicht stimmt:

  • ● Schräg gestellter Kopf
  • ● Häufiges Kopfschütteln
  • ● Kratzen am Ohr
  • ● Auffällige Schmerzempfindlichkeit an den Ohren
  • ● Rötungen, aufgekratzte Wunden und/oder Schorf
  • ● Bei der Ohrkontrolle ist schwarzbrauner Ohrenschmalz zu sehen (Milben)
  • ● Gelblicher, eitriger oder bräunlicher Ausfluss aus den Ohren

Gibt es typische Erbkrankheiten beim Beagle?

Sorgfältige Gentests und strenge Zuchtauflagen haben dazu geführt, dass Erbkrankheiten beim Beagle inzwischen nur noch selten vorkommen. Dennoch kann es sein, dass sich ein bestimmter Gendefekt bei den Elterntieren nicht offenbart und dann weitervererbt wird. Dies gilt zum Beispiel für den sogenannten Faktor-VII-Mangel, der zu einer leichten bis mittleren Blutungsneigung führt. Meistens ist die Gerinnungshemmung jedoch so mild ausgeprägt, dass selbst bei Operationen oder Trächtigkeiten keine übermäßige Gefahr für die Beagle ergibt. Gelegentlich wird das "Imerslund-Gräsbeck-Syndrom" (IGS) vererbt; betroffene Hunde können das Vitamin B12 aus der Nahrung nicht richtig aufnehmen, was zu Gehirn- und Nervenschäden führen kann. Ein rechtzeitiger Test gibt Klarheit und eröffnet die Möglichkeit, das Vitamin B12 zusätzlich zuzuführen. Dann kann der kleine Vierbeiner trotzdem ein gesundes Leben führen.

Darüber hinaus können Beagle die sogenannte Hound-Ataxie aufweisen. Dabei wird das Rückenmark angegriffen, sodass Bewegungsstörungen, spastische Lähmungen und eingeschränkte Reflexe der Haut folgen. Für Ihren Hund ist das zwar nicht schmerzhaft, dennoch braucht er im Notfall Medikamente und im Alltag ein wenig Hilfe. Die Augenkrankheit Glaukom wurde ebenfalls des Öfteren beim Beagle beobachtet. Der Augeninnendruck ist erhöht und die Erkrankung kann zu Schmerzen und Blindheit führen. Gehen Sie mit Ihrem Schnuffel daher unbedingt zum Tierarzt, wenn sich seine Pupillen erweitern, die Hornhaut sich trübt oder die Augen sich röten.

Beagle-Ernährung: Leckermaul neigt zu Übergewicht

Beagle sind einem Leckerbissen nie abgeneigt, gelten sogar als richtiggehend verfressen. Daher sollten Sie die Ernährung und die Futterrationen Ihrer kaltschnäuzigen Naschkatze sorgfältig im Auge behalten, damit Ihr Schlappohr nicht zu dick wird. Feste Essenszeiten und genau abgewogene Portionen helfen dabei; fragen Sie am besten Ihren Tierarzt um Rat, wenn es um die richtige Menge und Zusammensetzung des Hundefutters geht. Leckerlis können Sie zur Erziehung anwenden, aber ziehen Sie die Kalorien der Belohnungsschmankerl dann von den Portionsgrößen der regulären Mahlzeiten ab. Um Ihren Frechdachs nicht in Versuchung zu führen, sollten Sie überdies lieber kein Essen auf dem Tisch oder in der Küche unbeaufsichtigt und in Reichweite des Beagles stehenlassen. Übrigens sind die Hunde sehr pfiffig, wenn sie einen Leckerbissen wittern, wie Beagle Lucy in dem Video zeigt:

Seelische Gesundheit des Beagles: Gesellschaft und Beschäftigung wichtig

Damit Ihr Schleckermaul nicht unter Übergewicht leidet, ist außerdem Bewegung nötig. Die neugierigen Fellschnuten lassen sich in der Regel gern für Hundesport wie Agility oder Dog Dancing begeistern. Bewegung ist auch für die gesunde Hundeseele Ihres Knuffels wichtig, denn Beagle sind recht schlau und eigensinnig, sodass Ihnen bei zu wenig Beschäftigung schnell langweilig wird. Des Weiteren sollten Sie Beagle nicht alleine halten, da die Süßen ursprünglich zur Jagd in der Meute gezüchtet wurden und die Gesellschaft anderer Hunde lieben. Als Einzelhunde werden die munteren Vierbeiner schnell einsam und traurig.

Diese Themen über Beagle könnten Sie auch interessieren:

Beagle: Erziehung des süßen Jagdhunds

Beagle kaufen: Das ist bei der Anschaffung wichtig

Süßer kleiner Beagle: Pflege und Haltung

  • Rassen
  • Rassen in diesem Artikel
Hat Ihnen der Artikel gefallen?
0
0
0 Kommentare

Weitere Artikel aus Gesundheit