Katzenhaltung

Nachts sind alle Katzen grau: Was hat es damit auf sich?

Warum sind nachts eigentlich alle Katzen grau? Das Sprichwort kennt jeder, doch ist auch etwas dran an dem Spruch? Fest steht: Damit die Mäuse sie bei Dunkelheit nicht sehen und Katzen somit besser jagen können, ist nicht die richtige Antwort.
Tatsächlich wirken nachts alle Katzen grau – Shutterstock / Durch Tuzemka
Tatsächlich wirken nachts alle Katzen grau – Shutterstock / Durch Tuzemka

Nachts sind alle Katzen grau – das sagen wir, wenn wir ausdrücken möchten, dass sich im Dunkeln vieles gleicht oder man über bestimmte Mängel hinwegsehen kann, wenn es dunkel ist. Die Nacht verwischt sozusagen die Unterschiede, macht sie gleichgültig oder gleichwertig. Die Katze muss dabei gewissermaßen als Beispiel herhalten, ob sie will oder nicht.

Nachts sind alle Katzen grau: Eine Erklärung

Das Sprichwort besagt also, dass nachts, also im Dunkeln, alles gleich oder zumindest ähnlich aussieht. Und das ist nicht aus der Luft gegriffen, sondern lässt sich auf unser menschliches Sehen zurückführen. Unsere Augen besitzen zwei Arten von Sehzellen: Die für die Farben zuständigen Zapfen und die für das Sehen bei Dämmerung zuständigen Stäbchen. Wird es dunkel, können unsere Zapfen nicht mehr richtig arbeiten und legen sich gewissermaßen schlafen. Die Stäbchen erwachen stattdessen und kümmern sich um unser Sehen. Da das Farbsehen bei uns nachts durch die "ruhenden" Zapfen dann mehr oder weniger inaktiv ist und die Stäbchen nur dafür sorgen, dass wir überhaupt noch ein paar Lichtreize wahrnehmen, erscheint alles farblos und eben grau.

Doch was haben denn nun die Katzen damit zu tun? Es gibt mehrere Erklärungsversuche, von denen einer am wahrscheinlichsten ist: Da Katzen nachts sehr gut sehen können und gerne einmal bei Dunkelheit auf Streifzug gehen, trifft man die Samtpfoten im Gegensatz etwa zu Hunden immer mal wieder nachts auf der Straße an. Für uns Menschen sieht die Fellfarbe dann vorwiegend grau aus, sodass sich der Spruch mit den Jahren etabliert hat. Für uns sind also tatsächlich nachts alle Katzen grau. Aber natürlich erscheinen auch Hunde, Bäume, Mülleimer und andere Menschen grau, wenn das Licht fehlt und unsere Zapfen nicht mehr aktiv sind.

Wenn Sie es genau wissen wollen: Ein Experiment

Machen Sie es nach Sonnenuntergang einmal richtig dunkel im Raum. Dann stellen Sie ein schwaches Licht an – wenn Sie nur helle Lampen haben, können Sie zum Beispiel ein Tuch über eine Tischlampe werfen oder eine Taschenlampe in der Raumecke positionieren. Wenn Sie Katzenhalter sind, holen Sie jetzt einfach mal Ihre Katze in den Raum und lassen Sie ein wenig herumspazieren. Egal, welche Fellfarbe sie hat – mit Sicherheit wird sie nun grau aussehen. Natürlich müssen Sie nicht Ihre Katze mit dem Experiment nerven, sondern können auch einfach beliebige Gegenstände anschauen, die jetzt garantiert grau aussehen.

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