Katzenhaltung

Köpfchengeben bei Katzen: Was hat es damit auf sich?

Stups! Da stößt Sie Ihre Katze wieder einmal mit dem Köpfchen an, reibt womöglich noch die Wange an Ihnen? Köpfchengeben ist ein typisches Verhalten bei Katzen, sowohl Menschen als auch Artgenossen oder Gegenständen wie etwa Möbeln gegenüber. Doch warum reiben unsere Stubentiger ihre Gesichter so gern an uns?
Katzen kommunizieren über ihre Duftstoffe, die sie unter anderem über Drüsen im Gesicht verteilen – Shutterstock / fantom_rd
Katzen kommunizieren über ihre Duftstoffe, die sie unter anderem über Drüsen im Gesicht verteilen – Shutterstock / fantom_rd

Seltsames Katzenverhalten ist für Katzenhalter nichts Neues – die Fellnasen haben Angewohnheiten, die wir Menschen oftmals nicht verstehen. Auch das Reiben des Katzenkopfes an unseren Beinen und Händen gehört dazu. Viele fragen sich daher, welche Bedeutung dahinter steckt, wenn Katzen ihr Köpfchen geben.

Köpfchengeben bei Katzen als Vertrauensbeweis

Katzen verfügen an verschiedenen Stellen ihres Körpers über Pheromondrüsen. Pheromone, spezielle Botenstoffe, nutzen die Tiere unter anderem zur Kommunikation und zur Markierung. 

Das Köpfchengeben bei Katzen kann gleich mehrere mögliche Bedeutungen haben. So verteilt eine Mieze ihre Pheromone durchs Köpfchengeben zum Beispiel deshalb an Ihnen – etwa an Beinen oder Händen – um Sie gewissermaßen als vertrauensvoll, sicher und gut zu markieren. Es ist also mehr als ein Zeichen von Akzeptanz und Zuneigung, es ist quasi eine liebevolle Brandmarkung, als würde Ihre Katze sagen: "Du gehörst zu mir, denn du hast meine Duftstoffe an dir."

Aber was ist dann, wenn Ihre Katze Sie nicht anstupst? Kein Problem, meinen Katzenforscher – wenn Ihre Katze aufs Köpfchengeben verzichtet, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass sie Sie nicht liebt. Die Tiere verfügen über mehrere Arten, andere für sich einzunehmen – es ist womöglich einfach nicht die Art Ihrer Katze, ihr Köpfchen zu geben, um Zuneigung und Verbundenheit zu signalisieren.

Köpfchengeben als Aufmerksamkeitssuche

Das Köpfchengeben kann bei Katzen auch einen anderen Grund haben. Einige Stubentiger stupsen ihre Herzensmenschen gelegentlich an, weil sie schlichtweg deren Aufmerksamkeit wollen. Sie haben gelernt, dass Menschen auf diese niedliche Form von Körpersprache freudig reagieren, und wollen womöglich ein paar Streicheleinheiten von oder Spielminuten mit den geliebten Menschen ergattern. 

Vielleicht hat es Ihre Samtpfote mit diesem speziellen Katzenverhalten auch auf ein Leckerli abgesehen? So wie wir Menschen, haben auch Katzen ihre ganz eigenen “Tricks”, um sich solch kleine Annehmlichkeiten zu sichern.

Teil der Katzensprache: Wenn Katzen Artgenossen anstupsen

Sie werden sicherlich schon einmal beobachtet haben, wie Ihre Katze ihre Schnute an einem Artgenossen reibt oder diesen eingehend beschnuppert. Der Körperkontakt dient wie oben bereits erwähnt als Kommunikationsmittel. So begrüßen sich freundlich gestimmte Katzen beispielsweise mit Nasenstupsern. Es wird aneinander gerochen, um den anderen an dessen Duftstoffen genau zu erkennen – jede Katze hat ihre ganz einzigartige Mischung aus Pheromonen, die es zu erkunden gilt. 

Über die Pheromone kann unter anderem die Stimmungslage des anderen in Erfahrung gebracht werden oder man erkennt, wo sich der andere zuletzt herumgetrieben hat. Das Köpfchengeben ist somit ein wichtiger Bestandteil der Katzensprache.

Besonderes Katzenverhalten: Köpfchengeben zum Markieren von Gegenständen

Auch die Wohnung oder bestimmte Lieblingsorte einer Katze sind vor dem Köpfchengeben nicht sicher. Die Tiere markieren gerne ihr Revier mit ihren Duftstoffen und verteilen diese über die Drüsen an ihren Körpern. Kopf, Lippen, Pfoten, Hinterteil – von dort aus werden Möbel, Türen, Wände und andere Gegenstände mit Duftstoffen markiert.

Diese Themen zur Katzenhaltung könnten Sie auch interessieren:

Körpersprache bei Katzen: Schwanzstellungen deuten

Ängstliche Katze: Körpersprache richtig deuten

Sozialverhalten: So lösen Katzen Konflikte

Hat Ihnen der Artikel gefallen?
59
3
0 Kommentare

Weitere Artikel aus Katzenpflege und Katzenhaltung