Katzenhaltung

Katzen, die auf Bäume klettern und nicht herunterkommen

Katzen lieben es, auf Bäume zu klettern, da sie sich auf erhöhten Plätzen sicher fühlen. Allerdings gestaltet sich der Rückweg für die Samtpfoten meistens schwierig, da sie dafür rückwärts absteigen müssen und nicht sehen können, wohin sie klettern. Wann die Fellnasen Hilfe brauchen und was Sie dann tun können, erfahren Sie hier.
"Oh je, das Raufklettern war so einfach, aber wie komme ich jetzt wieder hier runter?", fragt sich diese rote Katze – Shutterstock / smspsy
"Oh je, das Raufklettern war so einfach, aber wie komme ich jetzt wieder hier runter?", fragt sich diese rote Katze – Shutterstock / smspsy

In der freien Natur ist es für Katzen und ihre wilden Verwandten überlebenswichtig, auf Bäume oder andere erhöhte Plätze klettern zu können. Die meisten ihrer Feinde sind keine so guten Kletterkünstler und so sind sie in den Baumkronen vor ihnen sicher. Manchmal treibt aber auch die Neugier oder das Jagdverhalten eine Katze auf einen Baum – zum Beispiel, wenn sie einen Vogel oder ein Eichhörnchen darin gesehen hat. Dabei vergisst sie schnell, dass sie ja auch wieder herunterkommen muss ...

Auf Bäume klettern ist leicht, herunter nicht

Die Katzenkrallen sind wie Widerhaken aufgebaut und lassen sich bei Bedarf aus- und wieder einfahren. Wenn Menschen beim Bergsteigen steile Felswände heraufklettern, benutzen sie Eispickel oder haben Schuhe mit Spikes an, um sich festzuhalten. Nach diesem Prinzip funktionieren auch die Katzenkrallen. Und wie menschliche Kletterprofis müssen auch Katzen auf dieselbe Weise nach unten klettern, wie sie hochgeklettert sind, nämlich mit dem Kopf nach oben. Eichhörnchen oder Waschbären sind da anders, denn sie haben an den Pfoten besonders bewegliche Gelenke, die es ihnen erlauben, ihre Füße und Kletterhilfen um 180 Grad zu drehen, sodass sie kopfüber herunterkraxeln können und genau sehen, wo sie hinlaufen. Diese Möglichkeit haben Fellnasen nicht, daher fürchten sie sich zunächst, wenn sie mit dem Kopf nach oben herunterklettern müssen.

Die Stubentiger müssen erst lernen, wie die Klettertechnik für den Rückweg funktioniert, da es für sie instinktiv ungewohnt ist, ihre Laufrichtung nicht im Blick zu haben. Das verunsichert sie, aber wenn sie den Dreh einmal heraus haben, ist es für sie in der Regel kein Problem mehr. Wohnungskatzen, die ausbrechen und aus Neugier oder Angst auf Bäume klettern, wissen oft nicht, wie sie wieder herunterkommen können, weil sie es nie lernen mussten. Kleine Kätzchen, die zum ersten Mal einen Kletterausflug machen, trauen sich meistens auch nicht von allein herunter. Hier muss am besten die Katzenmutter eingreifen und ihren kleinen Abenteurer aus dem Baum retten oder ihn ermutigen, von allein herunter zu klettern. In dem folgenden Video zum Beispiel gelingt es einer besorgten Katzenmama zwar nicht, ihr Kätzchen vom Ast zu holen, doch zum Glück versteht das Katzenbaby am Ende, wie es wieder nach unten kommt, und das Ganze geht gut aus:

Wenn Katzen im Baum festhängen: Feuerwehr anrufen?

Allerdings kommen nicht alle Katzen so glimpflich davon wie das schlaue Kätzchen. Insbesondere, wenn sie sich erschrocken haben und in Panik instinktiv den nächsten Baum hochgeschnellt sind, ist es gut möglich, dass eine Katze sich nicht wieder nach unten traut. Es kann jedoch auch dem erfahrensten Kletterprofi passieren, dass er sich versehentlich in den Zweigen verfängt, irgendwo festhängt oder sich im Baum verletzt. Auch dann kann es sein, dass die Fellnase nicht von allein herunterkommt.

Manche Menschen sind dem Irrglauben aufgesessen, dass Hauskatzen immer die Bäume von alleine wieder verlassen, wenn sie Hunger bekommen oder keine Lust mehr auf ihren Ausflug haben. Das stimmt jedoch nur, wenn die Samtpfote gelernt hat, wie sie herunterklettert, wenn sie keine Angst vor dem hat, was sie am Boden erwartet, und wenn sie nicht eingeklemmt oder verletzt ist.

Sie können davon ausgehen, dass Ihre Katze nicht freiwillig mehrere Tage bei Wind und Wetter ohne Futter, frisches Wasser und Katzenklo in der Baumkrone ausharrt, weil es ihr Spaß macht. Wenn sie nur ein paar Stunden im Baum sitzt und normalerweise ein guter Kletterer ist, brauchen Sie nicht sofort Hilfe zu holen. Wenn sie zu ihrer gewohnten Fütterungszeit allerdings auch noch dort oben sitzt, sollten Sie zunächst versuchen, sie herunterzulocken. Stellen Sie zum Beispiel duftendes, leckeres Futter unter den Baum und warten ruhig ab, ob sie sich davon anlocken lässt.

Wichtig ist, dass Sie weder Angst noch Hektik ausstrahlen, da Ihre Katze sich sonst in der Baumkrone sicherer fühlt und erst recht nicht heruntertraut. Sie können Ihrer Miez auch eine Leiter an den Baum stellen, um ihr den Abstieg zu erleichtern. Nützt das alles nichts, rufen Sie beim Tierschutz oder beim Notruf der Feuerwehr an. Dort schildern Sie ausführlich die Situation und Sie bekommen Rat und Hilfe. Kommt die Fellnase wirklich nicht mehr allein aus ihrer misslichen Lage, kommt die Feuerwehr oder Höhenrettung und befreit Ihr Haustier. Versuchen Sie das lieber nicht selbst, da Sie sich sonst eventuell selbst verletzen. Wie schwierig eine Katzenrettung ist, zeigt das folgende Video:

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