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Eigene Katzenzucht anfangen: Wichtige Grundlagen

Wer eine eigene Katzenzucht anfangen will, sollte sich das im Vorfeld gut überlegen. Umfangreiches Wissen über artgerechte Katzenhaltung, Katzenerziehung, Krankheiten, Genetik und die Besonderheiten der ausgewählten Katzenrasse sind Grundvoraussetzung. Ein paar Tipps dazu finden Sie hier.
Wer Katzen züchten will, sollte sich genau über die gewünschte Katzenrasse (hier eine Scottish Fold Katze mit ihren Babys) und ihre Bedürfnisse informieren – Shutterstock / tankist276
Wer Katzen züchten will, sollte sich genau über die gewünschte Katzenrasse (hier eine Scottish Fold Katze mit ihren Babys) und ihre Bedürfnisse informieren – Shutterstock / tankist276

Reich werden Sie mit einer Katzenzucht in der Regel nicht und das ist auch nicht das Ziel seriöser Katzenzüchter. Das Wohl der Tiere steht immer im Vordergrund und das ist meist mit erheblichen Kosten verbunden. Außerdem benötigen Sie ausreichend Platz und eine gewisse Nervenstärke, um gegebenenfalls mit Tragödien und Abschieden umgehen zu können.

Katzenzucht anfangen: Sind Sie emotional dazu bereit?

Wer Katzen züchtet, muss sich dessen bewusst sein, dass die kleinen, lieben Wesen krank werden, womöglich sogar sterben können. Trotz aller Sorgfalt, Sauberkeit und Pflege kann es passieren, dass eine Katzengruppe sich eine Infektion oder einen Katzenpilz einfängt und alle Tierchen behandelt werden müssen. Zudem ist nicht immer auszuschließen, dass einige Kätzchen krank oder mit Fehlbildungen auf die Welt kommen – unter Umständen sogar so schlimm, dass der Tierarzt sie einschläfern muss. Für die gesunden Kätzchen heißt es Abschied nehmen, wenn diese in ihr neues Zuhause ziehen. Wenn Ihnen bei diesen Gedanken bereits das Herz in tausend Stücke zerbricht und Sie sich untröstlich fühlen, ist eine Katzenzucht vielleicht doch nicht das Richtige für Sie.

Finanzielle Voraussetzungen zur eigenen Katzenzucht

Für einen guten Katzenzüchter stehen die Gesundheit, das Glück und Wohlbefinden seiner Fellnasen an oberster Stelle. Das ist jedoch mit erheblichen Kosten verbunden, denn schließlich müssen alle Zuchtkatzen und ihre Kätzchen mit hochwertigem, an die Bedürfnisse angepasstem Futter sowie tierärztlich versorgt werden. Sie brauchen für alle vierpfotigen Bewohner ausreichend Ausstattung, zum Beispiel Kratzbäume, Katzenklos, Näpfe, Trinkbrunnen, Wurfkisten und Decken. Kastrationen, Impfungen und eventuelle Wurmkuren kosten ebenfalls Geld. Hinzu kommen die Gebühren für die Aufnahme, Mitgliedschaft und den Zwingerschutz im Katzenverein sowie gegebenenfalls für Ausstellungen.

Die Einnahmen durch den Verkauf der Katzenkinder, wenn diese mindestens 12 bis 16 Wochen alt sind, decken meist nicht oder nur knapp die Kosten für alle Ausgaben. Stellen Sie also sicher, dass Sie ein ausreichend großes finanzielles Polster haben, bevor Sie eine Katzenzucht anfangen. Als Hauptberuf eignet sich eine Zucht eher nicht, daher ist es sinnvoll, wenn Sie Unterstützung von Ihrem Partner und Ihrer Familie bekommen. So können Sie und/oder Ihr Partner neben der Zucht arbeiten gehen und sich eventuell mit der Katzenbetreuung abwechseln.

Haben Sie ausreichend Platz für Ihre Katzen?

In einer kleinen Wohnung ist üblicherweise kein Platz, um Katzen zu züchten. Die Muttertiere brauchen am besten ein eigenes Zimmer, um sich bei Bedarf zurückziehen zu können. Die Katzenbabys benötigen Platz, um nach Herzenslust toben, spielen und klettern zu können. Wollen Sie außerdem noch einen Deckkater halten, braucht auch dieser ausreichend Raum, um sich wohlzufühlen. Die Tiere in der Katzengruppe sollten überdies die Möglichkeit haben, sich bei Bedarf aus dem Weg gehen zu können.

Informieren, Verein finden und Mentor suchen

Sind die emotionalen, finanziellen und räumlichen Voraussetzungen erfüllt, können Sie Ihre eigene Katzenzucht anfangen. Starten Sie am besten damit, sich umfassend in der Fachliteratur, im Internet, beim Tierarzt und bei anderen Züchtern über Ihre Wunschkatzenrasse zu informieren. Erkundigen Sie sich zudem über mögliche Erbkrankheiten dieser Rasse und wie sie sich vermeiden lassen, auch über allgemeine Tipps zur Haltung, Gesundheit und Pflege der bezaubernden Fellnasen. Machen Sie sich darüber schlau, wie die Geburt von Katzenbabys abläuft, welche Komplikationen auftreten können und wie Sie ein Kätzchen eventuell mit der Hand aufziehen, was Katzenbabys und trächtige Samtpfoten brauchen und so weiter.

Darüber hinaus ist es sinnvoll, einem Katzenverein beizutreten. Nur als Mitglied können Sie Stammbäume für Ihren Katzennachwuchs beantragen. Außerdem bekommen Sie dort Informationen und Unterstützung bezüglich der Zuchtrichtlinien und wie Sie Ihre Würfe am besten planen können. Denken Sie sich einen Namen für Ihren Zwinger, Ihre Cattery, aus und lassen Sie ihn im Verein gegen Gebühr eintragen. Zur moralischen und informativen Unterstützung kann des Weiteren ein erfahrener, seriöser Katzenzüchter als Mentor eine große Hilfe sein.

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