Gefahren

Katzen: Paracetamol und andere giftige Medikamente

Bei Menschen ist es Standardbestandteil der Hausapotheke: Paracetamol. Katzen dürfen den Schmerzstiller jedoch keinesfalls einnehmen. Hier erfahren Sie, warum das Mittel giftig für Ihre Katze ist, und welche Medikamente den Stubentigern ebenfalls schaden können.
Für Katzen sollten Paracetamol und andere Medikamente auf keinen Fall zugänglich sein – Andrii Muzyka/Shutterstock
Für Katzen sollten Paracetamol und andere Medikamente auf keinen Fall zugänglich sein – Andrii Muzyka/Shutterstock

Wenn wir Menschen Kopfschmerzen haben oder uns etwas fiebrig fühlen, greifen wir gerne zu einem Schmerzmittel wie Paracetamol. Katzen reagieren dagegen hochempfindlich auf das Medikament – sogar kleine Dosen können schlimmstenfalls zum Tod des Tiers führen. Daher sollten Sie unbedingt nach der folgenden Faustregel handeln: Niemals Humanmedikamente an Tiere geben! Wirkt Ihre Katze krank, bringen Sie sie zum Tierarzt, der ihr ein Medikament verschreibt, das speziell auf den empfindlichen Organismus von Vierbeinern abgestimmt ist. Experimente mit Mitteln aus der Menschenapotheke schaden Ihrem Liebling dagegen mehr, als dass sie nützen.

Warum Paracetamol Katzen vergiften kann

Der Wirkstoff von Paracetamol wird im Körper von Tieren und Menschen in der Leber verarbeitet. Während dies bei Menschen jedoch für gewöhnlich und bei richtiger Anwendung problemlos vonstattengeht, entsteht in der Leber von Katzen, das giftige Abbauprodukt Gluthation, wenn sie Paracetamol eingenommen haben. Durch den Stoff kann das Blut der Katze weniger Sauerstoff binden, außerdem kommt es zu schweren Leberschäden.

Symptome einer Paracetamolvergiftung bei Katzen

Frisst eine Katze Paracetamol, zeigen sich schnell schwere Vergiftungserscheinungen. Die Herzfrequenz erhöht sich, gleichzeitig fällt der Katze das Atmen schwer. Ihre Schleimhäute werden bläulich-blass und es kann an den Pfoten und im Gesicht zu Schwellungen durch Wassereinlagerung, sogenannten Ödemen kommen. Durch die Schädigung der Leber kann außerdem eine sogenannte "Gelbsucht" auftreten, dabei färben sich Haut und Schleimhaut gelblich.

Bei einer schweren Vergiftung erbricht sich die Katze, außerdem färbt sich ihr Urin dunkelbraun. Bereits bei den ersten Symptomen einer Paracetamolvergiftung sollten Sie Ihre Katze schnellstmöglich zum Tierarzt bringen – es besteht Lebensgefahr. Wichtig ist dabei, dass Sie dem Arzt sagen können, was Ihre Katze eingenommen hat, und wie lange die Vergiftung her ist. So kann der Tierarzt Ihrem Liebling schneller und leichter helfen.

Welche Medikamente noch giftig wirken können

Nicht nur Paracetamol ist für Katzen gefährlich. Auch zahlreiche andere Medikamente, die wir Menschen meist gut vertragen, können unseren samtpfotigen Hausgenossen schwere Schäden zufügen. Unter anderem zählen dazu:

  • ● Kontrazeptiva ("Antibabypille")
  • ● Betablocker, wie sie zur Behandlung von Herzkrankheiten eingesetzt werden
  • ● Schilddrüsenhormone
  • ● ADHS-Medikamente wie Ritalin
  • ● Antidepressiva in größeren Mengen
  • ● Ibuprofen (Schmerzmittel)
  • ● Diclofenac (Schmerzmittel)

Am besten bewahren Sie alle Medikamente nur in einem gut verschlossenen Apothekenschränkchen auf. So können weder Ihr Stubentiger noch Ihre Kinder versehentlich schädliche Medikamente einnehmen.

Diese Themen zur Katzengesundheit könnten Sie auch interessieren:

Rohes Schweinefleisch kann für Katzen tödlich sein

Giftige Lebensmittel: Was Katzen auf keinen Fall fressen sollten

Ungiftige Balkonpflanzen für Katzen kaufen

Hat Ihnen der Artikel gefallen?
1
0
0 Kommentare

Weitere Artikel aus Gesundheit