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Hängebauch bei Katze: Muss sie zum Tierarzt?

Wenn Ihre Katze einen Hängebauch hat, bedeutet das im Regelfall nicht, dass sie krank ist und zum Tierarzt muss. Ein wenig "Reservehaut" am Bauch ist normal und kein Grund zur Sorge. Allerdings kann ein deutlicher Hängebauch auch die Folge von Übergewicht oder ein Krankheitssymptom sein. Die folgenden Informationen helfen Ihnen, die verschiedenen Fälle zu unterscheiden.
Ist diese Britisch-Kurzhaar-Katze zu dick? Oder ist ihr Hängebauch normal? – Shutterstock / Rita Kochmarjova
Ist diese Britisch-Kurzhaar-Katze zu dick? Oder ist ihr Hängebauch normal? – Shutterstock / Rita Kochmarjova

Haben Sie bei Ihrer Katze eine Art Bauchtasche oder einen Fellbeutel zwischen den Hinterbeinen entdeckt? Ein solcher Hängebauch gehört im Prinzip zur Katzenanatomie und erfüllt wichtige Schutzfunktionen. Doch woran erkennen Sie, ob der Hängebauch nicht doch ein Krankheitssymptom ist?

Ein kleiner Hängebauch bei einer Katze ist normal

Katzen haben zwischen den Hinterbeinen extra viel Haut, die beim Gehen wie ein kleiner Hängebauch aussieht und fröhlich hin und her schwingt. Der Unterleib Ihrer Katze ist ihre empfindlichste Stelle, daher braucht sie dort zusätzlichen Schutz.

Kämpfen zwei Katzen miteinander, treten sie oft mit den Hinterpfoten gegen den Bauch ihres Gegners. Hätte Ihre Katze dort nicht ihre "Reservehaut" als Schutzschicht, könnte es schnell zu schweren Verletzungen kommen.

Außerdem ist die Bauchtasche besonders dehnbar – das unterstützt die Beweglichkeit der Katze, da sie sich mit ihrem Hängebauch weiter und leichter strecken kann. Auf diese Weise gelingen ihr weitere und höhere Sprünge.

Manche Katzenrassen haben zudem einen etwas größeren Bauchbeutel als andere, zum Beispiel die Ägyptische Mau oder die Bengal-Katze.

Hängebauch nach der Kastration: Woran liegt das?

Oft beobachten Katzenhalter nach der Kastrations-OP, dass ihre Fellnase einen Hängebauch bekommt. In diesem Fall sollten Sie Ihre Katze im Auge behalten, da es sein kann, dass sich allmählich Übergewicht bemerkbar macht. Woran liegt das?

Viele Katzenbesitzer vermuten, dass der “Hängebauch” eine natürliche Folge einer Kastration ist. Dabei lässt sich der vergrößerte Bauch nach der Operation ganz simpel erklären und mit der richtigen Behandlungsmethode auch entfernen:

Die operierte Katze produziert keine Sexualhormone mehr. Ihr Stoffwechsel stellt sich um und sie kann nicht mehr so viele Kalorien verbrauchen wie vor der Kastration: Übergewicht ist die Folge. Da das Bindegewebe im Bauchbereich nicht so straff ist, zeigt sich überschüssiges Körperfett dort besonders schnell. Der kastrationsbedingte Hängebauch kann übrigens auch bei jungen Katzen auftreten.

Neigt Ihre Katze nach der Operation zu einem vergrößerten Hängebauch, sollten Sie die Kalorienzufuhr für Ihren Stubentiger langsam reduzieren. Die Kalorienreduktion erreichen Sie am besten durch ein kalorienreduziertes Alleinfutter, das einen erhöhten Anteil an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralien aufweist.

Nicht nur durch eine Kastration, sondern auch mit dem Alter wird das Bindegewebe am Katzenbauch schwächer. Daher entsteht bei kastrierten, älteren Katzen ein noch deutlicherer Hängebauch. Beachten Sie darüber hinaus, dass gerade kastrierte ältere Katzen einen geringeren Kalorienbedarf haben als unkastrierte, junge Samtpfoten. Füttern Sie das gewohnte Futter in den gewohnten Portionsgrößen, führt dies nach und nach zu Übergewicht.

Wann Sie mit Ihrer Katze zum Tierarzt müssen

Wirkt die Bauchtasche Ihrer Katze wie ein halbleerer Wasserballon und ist sie ansonsten fit, schlank und beweglich? Dann ist alles in Ordnung. Lässt sich am Bauch hingegen eine deutliche Fettschicht ertasten oder wirkt Ihre Katze träger als sonst, gehen Sie vorsichtshalber zum Tierarzt mit ihr. Der Experte überprüft unter anderem, ob das Gewicht Ihres Stubentigers noch im Rahmen ist.

Ebenfalls Grund für einen sofortigen Tierarztbesuch ist es, wenn der Hängebauch Ihrer Katze plötzlich anschwillt oder sich vergrößert, obwohl Sie die Ernährung an ihre Bedürfnisse angepasst haben. Unter anderem können folgende Ursachen dem Hängebauch zugrundeliegen:

  • Es kann sein, dass Ihre Katze Würmer hat.
  • Vielleicht hat Ihre Katze auch etwas gefressen, das sie nicht verträgt. Möglicherweise sogar Gift.
  • Freigänger könnten sich draußen verletzt haben und an inneren Blutungen leiden – ebenfalls ein absoluter Notfall.
  • Des Weiteren können Tumore am Bauch für die Schwellung in diesem Bereich verantwortlich sein. Auch sie erfordern eine rasche Operation.
  • Katzensenioren leiden darüber hinaus oft an Organerkrankungen, etwa Leberinsuffizienz oder Herzproblemen. Diese können zu Wasseransammlungen führen, die den Hängebauch deutlicher hervortreten lassen.
  • Auch die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) macht sich durch Wasseransammlungen bemerkbar.

Weitere Alarmzeichen sind:

  • Appetitlosigkeit,
  • Apathie,
  • Durchfall,
  • Verstopfung,
  • Verhaltensänderungen,
  • oder wenn sich der Bauch hart anfühlt.

Diese Symptome können die unterschiedlichsten Ursachen haben, sollten jedoch schnellstmöglich untersucht werden.

Wie immer gilt: Im Zweifel sollten Sie immer einmal zu viel zum Tierarzt gehen!

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