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Olde English Bulldogge: Portrait der Hunderasse

Die Olde English Bulldogge (OEB) ist eine Rückzüchtung der Englischen Bulldogge, da diese Hunderasse in ihrer heutigen Form sehr krankheitsanfällig ist. Die OEB-Zucht geht auf den US-Amerikaner David Leavitt zurück, der verschiedene Rassen in die Bulldoggenzucht einkreuzte, um gesundheitlich bedenkliche Rassestandards herauszuzüchten. Hier erfahren Sie mehr über die Olde Bulls.
Die Olde English Bulldogge ist das Ergebnis eines Rückzüchtungsprogramms der Englischen Bulldogge – Shutterstock / Damien Richard
Die Olde English Bulldogge ist das Ergebnis eines Rückzüchtungsprogramms der Englischen Bulldogge – Shutterstock / Damien Richard

Die Englische Bulldogge hat aufgrund ihres kurzen Fangs, der platten Nase, den Hautfalten und krummen Beinen mit erheblichen körperlichen Einschränkungen zu kämpfen. Deswegen gibt es inzwischen verschiedene Rückzüchtungsprogramme, um der liebenswerten Hunderasse ihr ursprüngliches, gesünderes Erscheinungsbild zurückzugeben.

Bei den sogenannten Vintage English Bulldogs dürfen nur Englische Bulldoggen, die dem ursprünglichen Erscheinungsbild entsprechen, für die Zucht verwendet werden. Damit ist diese Variante mit dem Altdeutschen Mops vergleichbar. Die Olde English Bulldogge hingegen ist durch Einkreuzung anderer Hunderassen entstanden, ähnlich wie der Retro-Mops.

Geschichte der Hunderasse Olde English Bulldogge

Früher wurden Bulldoggen für den im früheren England beliebten Sport des Bullenhetzens gezüchtet. Das Bullenhetzen wurde jedoch 1835 verboten und die Hunderasse verlor ihre Aufgabe. Nach und nach gab es immer weniger Englische Bulldoggen, bis Züchter sie 1860 als Show-Rasse wiederentdeckten. Nun kam es nicht mehr auf Sportlichkeit, Kraft, Kondition und Gesundheit an, sondern aufs Aussehen. In der Folge wurde die Schnauze der Hunde immer kürzer, die Nase immer flacher, die Beine kürzer und krummer, die Haut immer faltiger. Die Augen dieser "modernen" Englischen Bulldogge stehen hervor und die Tiere haben einen starken Unterbiss.

Der US-Amerikaner David Leavitt konnte das nicht länger mit ansehen und beschloss 1971, die Englische Bulldogge auf ihr ursprüngliches Erscheinungsbild zurückzuzüchten. Ziel war eine gesunde, kräftige und aktive Bulldoggenvariante ohne Atem-, Augen-, Gebiss-, Haut- und Gelenkprobleme. Er verpaarte Englische Bulldoggen mit Hunden, die zu je einem Drittel Bullmastiff, American Bulldog und American Pit Bull Terrier waren, und schaffte es auf diese Weise, die gesundheitlich einschränkenden Rassemerkmale wieder herauszuzüchten.

Die Olde English Bulldogge ist also eigentlich ein Mischling und wird noch nicht als eigenständige Hunderasse von der FCI (Fédération Cynologique Internationale) und vom AKC (American Kennel Club) anerkannt. Der UKC (United Kennel Club) – Dachverband für Hundezucht und Hundesport mit Ursprung in den USA – betrachtet die "Retroversion" der Bulldoggen hingegen als eigene Rasse. Da inzwischen auch Olde English Bulldoggen gezüchtet werden, die nicht den Vorstellungen von Leavitt entsprechen, werden die "Originale" heutzutage auch unter der Bezeichnung Leavitt Bulldog oder Leavitt Olde English Bulldogge geführt.

Charakter der Olde English Bulldogge

Die Olde English Bulldogge hat eine tolle Auffassungsgabe und ist sehr intelligent. Wie auch die Englische Bulldogge ist sie aber auch recht eigensinnig, löst Probleme und trifft Entscheidungen gern eigenständig. Trotzdem gilt sie als menschenfreundlich und friedlich – vor allem ihren Bezugspersonen und anderen Lebewesen ihrer Familie gegenüber. Außerdem sind diese Hunde verspielt und kinderlieb, sofern sie gut erzogen wurden. Es ist jedoch ratsam, Olde Bulls nur als Familienhund zu halten, wenn die Kinder schon größer und kräftiger sind, da die muskulösen, mittelgroßen Hunde kleinen Kindern versehentlich beim Spielen schaden könnten.

Die OEB haben einen instinktiven Beschützerinstinkt für ihr eigenes Rudel, sind bei Fremden anfangs oft zurückhaltend und können gegenüber Artgenossen desselben Geschlechts gelegentlich Aggressionen zeigen. Doch insgesamt ist ihr Charakter freundlich und nicht aggressiv. Damit das auch so bleibt, ist eine gute, frühe Sozialisation und liebevolle, konsequente Erziehung mit viel positiver Verstärkung wichtig.

Haltungstipps für die Olde English Bulldogge

Olde Bulls brauchen aufgrund ihrer Intelligenz und körperlichen Kraft sowohl geistige als auch physische Auslastung, damit sie sich nicht langweilen und unerwünschte Verhaltensauffälligkeiten entwickeln. Anders als Englische Bulldoggen lieben OEB Hundesport und machen beim Agility oder Obedience Training eine gute Figur. Ihr kurzes Fell ist sehr pflegeleicht, allerdings frieren sie im Winter, wenn sie draußen sind, und brauchen bei kühlen Temperaturen einen Mantel.

Da ihre Augen nicht so weit hervorstehen, neigen sie weniger zu Augenentzündungen wie die moderne Variante der Hunderasse. Auch bereiten die Hautfalten kaum Probleme, da sie nicht so tief sind. Zahn- und Kieferfehlstellungen finden Sie bei Olde English Bulldoggen ebenfalls selten.

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1 Kommentare
  • person

    22-12-2017 11:12:24

    pubdonkey: Der old english bulldog ist sehr gut beschrieben. Ich möchte ergänzend hinzufügen das der old english bulldog sehr verschmust ist. Seine Kuscheltiere erhalten die gleiche Pflege von ihm, wie er sie gern von uns als Halter hätte.
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