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Deutsche Dogge und Dänische Dogge: Wo ist der Unterschied?

Sind die Deutsche Dogge und die Dänische Dogge dieselbe Rasse? Um die Frage nach einem möglichen Unterschied zu beantworten, müssen wir uns die Geschichte der Tiere anschauen.
Im Rassestandard der verschiedenen Länder wird die Deutsche Dogge anders behandelt als der "Great Dane" – Bild: Shutterstock / velora
Im Rassestandard der verschiedenen Länder wird die Deutsche Dogge anders behandelt als der "Great Dane" – Bild: Shutterstock / velora

Die Deutsche Dogge, wie wir sie heute kennen, geht auf die römischen Mastiffs aus der Antike zurück. Im 16. Jahrhundert wurde dann der Irische Wolfshund eingekreuzt. Die Doggen wurden vor allem als Jagdhunde eingesetzt.

Deutsche Dogge: Rassestandard in der Historie

Die erste deutsche Hundeausstellung fand im Jahr 1863 statt – dort wurden Hunde der Rassen Dänische Dogge und Ulmer Dogge präsentiert. Der erste Typ, auch "Großer Däne" (englisch: Great Dane) genannt, stammte in der Regel aus Dänemark und Norddeutschland. Die Ulmer Dogge stammte dagegen ursprünglich aus dem süddeutschen Bereich in und um Baden-Württemberg.

1880 wurde eine neue, zusammenfassende Rassebezeichnung eingeführt: die Deutsche Dogge. In Deutschland ist dieser Begriff bis heute anerkannt, während beispielsweise in den USA, England und Skandinavien der Name "Great Dane", also "Großer Däne", verwendet wird.

Dänische Dogge: Unterschied zur deutschen Variante

Bevor man eine Unterscheidung “Deutsche Dogge vs. Dänische Dogge” versucht, sollte man sich klar machen, dass beide Hunderassen auf gemeinsame Wurzeln zurückgehen. Erst vor weniger als 200 Jahren wurden die Linien getrennt.

Um die Unterscheidung einfacher zu machen, wurde vor einigen Jahren schließlich der Name “Broholmer” als offizielle Bezeichnung der Dänischen Dogge eingeführt. Er geht zurück auf Schloss Broholm auf der dänischen Insel Fünen, wo sich Graf Sehested von Broholm sehr um den Erhalt der Rasse verdient gemacht hat. Da die Deutsche Dogge sich größerer Beliebtheit erfreute, war die Dänische Dogge nämlich lange Zeit vom Aussterben bedroht. Noch heute sind die Tiere eher schwer zu bekommen, nur wenige Züchter haben sich den schönen Vierbeinern bisher verschrieben.

In beiden Rassestandards gibt es trotz der Verwandtschaft Unterschiede: Die Deutsche Dogge und die Dänische Dogge weisen jeweils andere Farbspezifikationen auf, die für die offizielle Anerkennung nötig sind. So sind Dänische Doggen in der Regel blau oder gelb. Deutsche Doggen dagegen können eine Vielzahl von Färbungen haben und auch zweifarbig gefleckt sein.

Deutsche Dogge und Dänische Dogge: Größe und Gewicht im Vergleich

Die Deutsche Dogge gehört zu den größten anerkannten Hunderassen, Männchen werden leicht bis zu 90 Zentimeter hoch und bis zu 90 Kilogramm schwer. Auch die Hündinnen der Rasse sind mit bis zu 84 Zentimetern Stockmaß und ebenfalls bis zu 90 Kilogramm sehr groß. Der Kopf fällt meist bullig aus mit einer eher kurzen Schnauze und langen Lefzen.

Broholmer oder Dänische Doggen sind im Vergleich zu ihren deutschen Verwandten wiederum etwas sportlicher und weniger massig. Männchen werden in der Regel etwa 75 Zentimeter hoch und rund 60 Kilogramm schwer, Weibchen sind etwas kleiner und leichter. Auch die Köpfe der Tiere sind meistens kleiner und zierlicher als die ihrer großen Verwandten. 

Krankheiten: Dänische Doggen sind meist gesünder

Dadurch, dass lange Zeit vor allem die Deutsche Dogge gezüchtet und “optimiert” wurde, treten bei diesen Tieren leider deutlich mehr zuchtbedingte Erkrankungen auf als bei Dänischen Doggen. So gehören krebsartige Erkrankungen, Herzmuskelerkrankungen und Magendrehungen zu den rassetypischen Krankheiten der Deutschen Dogge. Auch das Wobbler-Syndrom tritt bei Deutschen Doggen besonders häufig auf. Hierbei handelt es sich um eine Reihe von Symptomen, die durch Nervenschädigungen im Bereich des Rückenmarks oder der Rückenmarksnerven der Halswirbelsäule hervorgerufen werden.

Darüber hinaus kann es zu Spondylose, einer degenerativen Veränderung der Wirbelsäule kommen. Außerdem leiden die großen Tiere häufig unter Hüftdysplasie und weiteren Krankheiten, was sich insgesamt in der relativ niedrigen Lebenserwartung von sechs bis acht Jahren niederschlägt.

Broholmer beziehungsweise Dänische Doggen leiden dagegen eher an Augen- und Herzkrankheiten. Auch Hüft- und Ellbogendysplasie können auftreten, ebenso wie Magendrehungen, was für große Hunderassen insgesamt typisch ist. Abgesehen davon gehören die Tiere aber zu den sehr gesunden Rassen und können leicht zehn Jahre und älter werden.

Charakter: Deutsche Dogge und Dänische Dogge unterscheiden sich kaum

Bei den leichten optischen Eigenheiten und der unterschiedlichen Krankheitsanfälligkeit enden die Unterschiede zwischen Deutschen Doggen und Dänischen Doggen aber im Grunde auch schon. Vom Charakter her liegen die Tiere meist sehr nah beieinander. Beide Rassen gelten als ausgesprochen ruhig und ausgeglichen. Gutartigkeit und Liebenswürdigkeit, ein gelassenes Temperament – auch im Umgang mit Kindern – bei gleichzeitiger Wachsamkeit machen die Tiere zu beliebten Familienhunden.

Im folgenden Video sehen Sie noch ein kleines Rasseportrait über die Deutsche Dogge:

Video:

 

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