Hundehaltung

Hunde und ihr Spielverhalten: Unterschiedliche Stile

Das Spielen ist eine so natürliche wie wichtige Beschäftigung für Hunde. Menschen wie Hunde haben unterschiedliche Stile, was das Spielverhalten betrifft – während die einen zum Beispiel lieber Renn- und Fangspielen nachgehen, mögen die anderen lieber spielerische Raufereien oder sogenannte Objektspiele. Hier erfahren Sie mehr zu den unterschiedlichen Formen des Hundespiels.
Wenn Hunde sich gegenseitig jagen, herumtoben und freudig fangen, sieht man ihnen den Spaß immer an! – Shutterstock / Rita Kochmarjova
Wenn Hunde sich gegenseitig jagen, herumtoben und freudig fangen, sieht man ihnen den Spaß immer an! – Shutterstock / Rita Kochmarjova

Es ist wichtig, dass Hunde ihr Spielverhalten ausleben können. Das Spiel ist Teil des Sozialverhaltens und dient unter anderem der Kommunikation untereinander. So werden Spannungen abgebaut, Rangordnungen festgelegt und der Vierbeiner während des intensiven Spiels sowohl körperlich als auch geistig gefordert. Wie beim menschlichen Spiel, können einige Hunde besser zusammen toben und andere nicht – dies liegt beispielsweise an den verschiedenen Vorlieben, was die Spielstile angeht. Während Welpen bei der Wahl ihrer Spielpartner eher nicht so wählerisch sind, spielen die meisten erwachsenen Hunde nicht einfach so mit jedem. Man sollte keine Hunde, die nicht miteinander spielen möchten, dazu drängen.

Jagdspiele: Rennen und fangen

Jagdspiele beziehungsweise Rennspiele, bei denen sich Hunde gegenseitig jagen, sehen mitunter spektakulär aus. Teilweise rennen die Fellnasen in großen Geschwindigkeiten hintereinander her und versuchen, sich zu fangen. Dabei werden oftmals die Rollen (Jäger und Gejagter) während des Spiels getauscht. Wie die spielerische Jagd aussieht, kann sich stark unterscheiden. Einige Hunde rennen nahezu ohne Körperkontakt hintereinander her, andere wechseln vom Rennen ins Raufen, wenn jemand gefangen wurde. Hunde lernen sich gegenseitig im Spiel kennen und passen die Handlungen normalerweise so an, dass alle zufrieden sind und Spaß haben.

Raufereien: Der spielerische Kampf

Raufspiele sind äußerst variabel und bilden oft den nächsten Schritt nach einem Renn- beziehungsweise Jagdspiel. Dabei rollen die Hunde übereinander, untereinander, ineinander. Es wird mit den Hundepfoten "geschlagen", geklammert und auch gebissen, wobei es nicht zu Verletzungen kommt. Hunde können ihre Kiefer wahnsinnig gut kontrollieren, sodass sich während des Spaßkampfes niemand verletzt.

Bei jedem Spiel kann es natürlich passieren, dass mal etwas schief geht und ein Hund gebissen wird, sodass es wehtut. Dann sollte das Spiel unterbrochen und die Wunde behandelt werden. Idealerweise sind die körperlichen Voraussetzungen der "Kämpfer" während des Raufens ähnlich. Ein Chihuahua wird an einer Rauferei mit einem Neufundländer wenig Gefallen haben und es besteht erhöhte Verletzungsgefahr aufgrund des unterschiedlichen Größen- und Gewichtsverhältnisses.

Maulfechten: "Zahn um Zahn"

Das sogenannte Maulfechten ist eine Form des Kampfspiels, bei der es darum geht, das Maul des anderen irgendwie zwischen sein eigenes Maul zu bekommen. Was für besorgte Hundehalter oftmals gefährlich aussieht, da viele Hundezähne zu sehen sind, ist jedoch in der Regel harmlos, da die Rabauken normalerweise sehr gut auf sich aufpassen. Häufig wird im Rahmen des Maulfechtens auch immer wieder nach anderen Regionen gegriffen, etwa dem Nackenfell oder den Beinen.

Objektspiele: Spiel mit Hilfsmitteln

Objektspiele sind Spiele, bei denen Gegenstände involviert werden, etwa ein Stock oder ein Hundespielzeug. Die Objekte werden während des Spielens beispielsweise herumgetragen oder als Beute verwendet, um die sich die Fellnasen "streiten" können. Tipp: Besser ist es, wenn Hunde einen Gegenstand aus der Natur zum Spielen benutzen, der für keinen der Racker von emotionalem Wert ist. So lässt sich Streit über das geliebte Hundespielzeug vermeiden.

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