Hundehaltung

Haben Hunde eine gute Menschenkenntnis?

In Geschichten sind es oft Hunde, die den Bösewicht zuerst entlarven. Ist ihre Menschenkenntnis im wirklichen Leben genauso gut? Oder ist die Reaktion eines Hundes auf fremde Personen eine Frage der Erziehung?
Wenn Ihr Hund auf einen Menschen so reagiert, stimmt oft etwas nicht – Shutterstock / O.Bellini
Wenn Ihr Hund auf einen Menschen so reagiert, stimmt oft etwas nicht – Shutterstock / O.Bellini

Manche Hunde scheinen eine außergewöhnliche Menschenkenntnis zu besitzen. So kann es vorkommen, dass Ihr Hund bei einer Person scheinbar grundlos zu Bellen beginnt oder ängstlich reagiert. Später stellt sich dann heraus, dass die Person keine Hunde mag, gerade einen schlechten Tag hatte oder unehrlich ist.

Hunde haben sensible Antennen

Tatsächlich sind Hunde sehr feinfühlig und nehmen allerlei Eindrücke wahr, die den menschlichen Sinnen verborgen bleiben. So können die Vierbeiner beispielsweise Angstschweiß riechen oder minimale Veränderungen in Ihrer Stimmung bemerken. Auch bei Fremden spüren Hunde, wenn etwas mit ihnen nicht stimmt.

Bevor Sie jedoch voreilige Schlüsse ziehen: Die Tiere unterscheiden nicht zwischen "gut" und "böse". Das heißt, Ihr Hund verhält sich womöglich einer Person gegenüber ungewöhnlich, weil er merkt, dass mit ihr etwas nicht in Ordnung ist. Was mit ihr nicht in Ordnung ist, das kann Ihr treuer Freund jedoch nicht wissen. Möglicherweise ist die Person gerade wegen etwas beunruhigt, was mit Ihnen, Ihrem Hund oder der Situation nichts zu tun hat. Wenn Menschen generell Angst vor Hunden haben, verhalten sie sich Ihrem Vierbeiner gegenüber nervös, womöglich sogar panisch. Ihr Hund nimmt die Stimmung wahr und denkt, es wäre Gefahr in Verzug. Er gibt Ihnen dann Bescheid, ohne dass er weiß, woher die Gefahr kommt.

Menschenkenntnis oder Erziehung?

Wie stark Ihr Hund reagiert, wenn er etwas Ungewöhnliches bei einer Person wahrnimmt, hängt weniger von seiner Menschenkenntnis ab. Es ist vielmehr eine Frage des Hundecharakters und der Hundeerziehung, ob Ihr Vierbeiner Fremden schnell vertraut oder nicht. Haben Sie Ihr Haustier vor allem als Familienhund zu Sanftmut und Freundlichkeit erzogen, und ist er von seiner Persönlichkeit her ebenfalls friedlich und zurückhaltend, sind seine Warnzeichen eher subtil.

Ein selbstbewusster Frechdachs, den Sie zum Wachhund erzogen haben, wird hingegen bereits bei kleinsten Unstimmigkeiten Laut geben. Möglicherweise begrüßt er jeden Fremden zunächst mit lautem Gebell, was die Personen verunsichert. Das nimmt der Hund wiederum wahr und will Sie dann erst recht vor einer vermeintlichen Gefahr warnen.

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