Hundeerziehung

Was tun, wenn der Hund ständig an der Leine zieht?

Wenn ein Hund dauernd an der Leine zieht, kann der Spaziergang ganz schön anstrengend werden. Zum Glück gibt es ein paar Tricks, wie Sie Ihrem Vierbeiner dieses Verhalten abgewöhnen können.
Was tun, wenn der Hund ständig an der Leine zieht? - Bild: Shutterstock / Africa Studio
Was tun, wenn der Hund ständig an der Leine zieht? - Bild: Shutterstock / Africa Studio


Zunächst einmal eine Sache, die Sie nicht tun sollten: Fangen Sie nicht an, ihrerseits an der Leine zu ziehen, wenn Ihr Tier das macht. Der sogenannte Leinenruck hat als Erziehungsmittel schon lange ausgedient, da er nicht zielführend ist und Sie Ihren Hund dabei am empfindlichen Kehlkopf oder der Luftröhre verletzen können. Auch vermeintliche “Hilfsmittel” wie Würgehalsbänder sollten Sie auf keinen Fall verwenden, auch nicht testweise. Sie würden Ihrem Hund nicht wiedergutzumachende körperliche und seelische Schäden zufügen.

Gründe, warum Ihr Hund an der Leine zieht

Doch was tun, wenn der Hund ständig wie verrückt an der Leine zieht, vielleicht sogar schon röchelt, weil ihm das Halsband die Luft abschnürt? Möglicherweise bellt Ihr vierbeiniger Begleiter auch, sobald ein anderer Hund zu sehen ist, und zieht dann umso stärker an der Leine?

Als Erstes sollten Sie die Länge der Leine überprüfen. Manchmal ist diese zu kurz eingestellt, sodass das Tier schon anfängt an der Leine zu ziehen, wenn es nur ein paar Schritte vorwärts macht. Bedenken Sie, dass Hunde Revier- und Sozialtiere sind. Nach den Duftmarken der Revierkollegen zu schnüffeln, die eigenen Marken zu erneuern, Artgenossen zu begrüßen und sich zu bewegen gehört zu ihren natürlich Bedürfnissen.

Eine Schleppleine kann hier als erste Maßnahme Abhilfe schaffen. So kann Ihr Hund sich freier bewegen, während Sie ihn notfalls trotzdem unter Kontrolle haben. Falls sich das Problem so nicht löst, können Sie es mit Training probieren. Das Ziel: Ihrem Hund klar zu machen, dass Sie nicht möchten, dass er zieht. Und dass es sich für ihn mehr lohnt, auf Sie zu achten, als seinem eigenen Kopf zu folgen. Das gilt auch, wenn er an der Leine zerrt und bellt, weil er durch andere Vierbeiner in Aufregung gerät.

Hund zieht an der Leine? So gewöhnen Sie es ihm ab

Sobald Ihr Hund also beim nächsten Spaziergang an der Leine zieht, bleiben Sie einfach stehen. Verharren Sie auf Ihrer Position, bis er den ersten Schritt auf Sie zukommt, um in Erfahrung zu bringen, warum nichts passiert. In diesem Moment loben Sie ihn und gehen dann erst weiter. Das wiederholen Sie stetig. Wichtig ist, dass Sie dabei konsequent bleiben. 

Fangen Sie mit kurzen Trainingseinheiten an und steigern Sie allmählich die Dauer. Nach und nach begreift Ihr tierischer Freund, dass der Spaziergang nur vorangeht, wenn er locker an der Leine läuft.

Richtungswechsel für Hunde, die an der Leine ziehen

Sie können diese Übung variieren, indem Sie in die entgegengesetzte Richtung weitergehen, nachdem Ihr Hund an der Leine gezogen hat. So muss Ihr Vierbeiner noch aufmerksamer auf Sie achten, um den Spaziergang für sich möglichst angenehm zu gestalten. Generell fordert es Ihren Hund geistig heraus, wenn Sie nicht einfach geradeaus laufen, sondern kreuz und quer, vor und zurück.

Dadurch muss sich Ihr Hund konzentrieren und kommt gar nicht darum herum, auf Sie zu achten. Darüber hinaus können weitere Übungen zum Orientierungstraining helfen oder ein Obedience Training, um die Bindung zwischen Mensch und Tier zu stärken.

Weitere Tipps gegen das Zerren an der Leine

Damit Ihr Hund schneller auf Sie achtet, wenn Sie stehenbleiben, können Sie seine Aufmerksamkeit durch Hilfsmittel wie ein Quietschspielzeug oder Ähnliches auf sich ziehen. Allerdings birgt es zugleich die Gefahr, dass Ihr Vierbeiner Sie missversteht und glaubt, das Geräusch sei eine Bestätigung für sein Leinenzerren. Ist Ihnen das zu riskant, warten Sie so lange ruhig ab, bis Ihr Hund stehen bleibt und sich Ihnen zuwendet. Dann können Sie ihn loben und die Belohnung noch steigern, indem Sie Ihren Hund ein schönes Leckerli oder sein Lieblingsspielzeug geben.

Regt sich Ihr Hund sehr auf, wenn er angeleint anderen Hunden begegnet, können Sie auch diese Situation mit ihm trainieren. Gehen Sie bei der nächsten Gassirunde zum Beispiel gezielt zu anderen Hundebesitzern. Begrüßen und streicheln Sie deren und Ihren Hund – natürlich nur in Absprache mit dem Herrchen oder Frauchen – und belohnen Sie Ihren Hund, wenn er in der Situation ruhig bleibt. So wird er nach und nach lernen, entspannt auf andere Vierbeiner zu reagieren.

In folgendem Video bekommen Sie noch einmal diese und weitere Tipps zusammengefasst:

Übrigens: Um Verletzungen sicher auszuschließen, wenn Ihr Vierbeiner beim Spaziergang wiederholt vorprescht, empfiehlt sich ein gut sitzendes Geschirr anstelle eines Halsbandes. Auf diese Weise verteilt sich der Druck besser und belastet nicht nur eine, noch dazu sehr sensible, Körperstelle. Erfahrene Hundetrainer berichten zudem, dass Hunde mit Geschirr weniger zum Ziehen neigen als mit Halsband.

Hilft alles nichts, und Ihr Hund lässt sich das Leineziehen einfach nicht abgewöhnen, sollten Sie den Besuch einer Hundeschule in Erwägung ziehen.

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