Hundeerziehung

Hund frisst alles vom Boden: Was tun gegen "Müllschlucker"?

Euer Hund frisst alles vom Boden, was er auf dem Weg so findet, darunter Müll, Kot und Sonstiges? Dieses Verhalten ist bis zu einem gewissen Grad normal für Hunde, kann aber auch gefährlich werden. Schließlich ist nicht immer alles gut für den Körper, was da so auf der Straße und in den Büschen gefunden wird. Mithilfe von Konditionierung könnt ihr eurem Vierbeiner das Allesfressen abgewöhnen.
Schnuppern ja, futtern nein! Mit guter Hundeerziehung könnt ihr vermeiden, dass euer Hund alles vom Boden frisst.
Schnuppern ja, futtern nein! Mit guter Hundeerziehung könnt ihr vermeiden, dass euer Hund alles vom Boden frisst. ©Shutterstock / Elena Efimova

Krankheitskeime und Würmer, Splitter, Nägel, giftige Inhaltsstoffe und Giftköder – die potenziellen Gefahren für Hunde, die draußen alles Mögliche vom Boden fressen, sind groß. Hinter dem Verhalten steckt meist nur die instinktive Neugier von Hunden. In einigen Fällen können aber auch eine Krankheit oder Mangelerscheinungen fürs "Müllschlucker-Syndrom" verantwortlich sein. Im Zweifel solltet ihr sicherheitshalber einen Tierarzt aufsuchen, um die Ursache für das Fressen vom Boden zu klären.

Hund frisst alles vom Boden: Abgewöhnen durch allmähliche Konditionierung

Um das Allesfressen zu unterbinden, müssen Hundebesitzer nicht gleich zum Maulkorb greifen. Die Alternative lautet “Konditionierung”. Heißt es also "Hilfe, mein Hund frisst alles, was auf dem Boden liegt", solltet ihr ihn Schritt für Schritt darauf trainieren, Fundstücke liegen zu lassen. 

Hunde sind Opportunisten: Eure Fellnase muss verstehen, dass es Vorteile für ihn hat, den halb verwesten Vogel oder die Mülltüte liegen zu lassen. Was genau tun Tierhalter also dagegen, dass der Hund alles vom Boden frisst? Sie bieten ihm eine bessere Alternative an! 

Wenn ihr seht, dass euer Vierbeiner auf einen Gegenstand auf dem Boden zugeht und womöglich schon daran schnuppert, haltet ihr ihn mit einem Blockieren der Leine (ideal: Schleppleine und Geschirr) und einem trainierten Signalwort wie einem klaren "Nein" oder "Pfui" davon ab. Euer Hund lässt als Reaktion auf das Kommando ohne Ziehen und Zerren vom Gegenstand ab und richtet seine Aufmerksamkeit auf euch? Wunderbar! Nutzt diesen Moment und reicht ihm ein Hundeleckerli oder lobt ihn auf andere Weise. So versteht euer Haustier mit der Zeit, dass es sich lohnt, wenn es Abfall und andere Gefahrenquellen nicht aufnimmt.

Was tun, wenn der Hund alles vom Boden frisst? Gezieltes Training hilft

Die oben angesprochene Methode ist in erster Linie für die Situation gedacht, in der euer Hund bereits im Begriff ist, herumliegenden Abfall herunterzuschlingen. Ihr könnt das Konditionieren aber auch bewusst und in sicherer Umgebung trainieren: So lernt eure Fellnase das korrekte Verhalten bereits vor der Versuchung durch echten Müll. 

Bei dieser Trainingsmethode geht es darum, dass ihr das Fehlverhalten gewissermaßen provoziert: Präpariert einen Weg mit ein paar Ködern, also verschiedenen (natürlich ungefährlichen) Gegenständen wie etwa Trockenfutterstücken. Geht den vorbereiteten Pfad anschließend mit eurem Hund ab.

Es wird nicht lange dauern, bis euer "Müllschlucker" eure Köder ausfindig macht. Will er danach schnappen, haltet ihn mit Kommandos und gegebenenfalls mit einem leichten Leinenruck davon ab und belohnt ihn mit überschwänglichen Lob oder einem Leckerli, wenn er vom Köder ablässt. Eine ähnliche Methode wie die hier beschriebene, ist übrigens klassischerweise Bestandteil des Anti-Giftköder-Trainings.

Es wird ein paar Trainingsstunden brauchen, bis euer Hund darauf konditioniert ist, nicht alles vom Boden zu fressen. Seid wie sonst auch in der Hundeerziehung geduldig und geht Schritt für Schritt vor. Bei Schwierigkeiten könnt ihr euch an einen erfahrenen Hundetrainer wenden.

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