Hundeerziehung

Hund knabbert alles an: Was hilft gegen "Zerstörungswut"?

"Mein Hund knabbert alles an!" oder "Hilfe! Mein Hund macht alles kaputt" ist immer wieder von verzweifelten Hundehaltern in Foren zu lesen. Die Ursachen für die "Zerstörungswut" des Hundes sind vielfältig und ebenso die Möglichkeiten, um ihm dieses Verhalten abzugewöhnen.
"Das war ich nicht, das war schon so!", denkt dieser Hundewelpe, der in flagranti ertappt wurde – Shutterstock / radFX
"Das war ich nicht, das war schon so!", denkt dieser Hundewelpe, der in flagranti ertappt wurde – Shutterstock / radFX

Ein Hund knabbert alles an, wenn ihm langweilig ist oder wenn er sich verlassen fühlt. Es kann aber auch sein, dass die "Zerstörungswut" nur eine Phase ist. Ein Hund macht alles kaputt, wenn er zum Beispiel mitten im Zahnwechsel ist und alles ankauen möchte, was ihm zwischen die Zähne kommt. Manchmal ist es aber auch jugendlicher Leichtsinn während der Pubertät und lässt sich mit liebevoller Konsequenz aberziehen.

Hund knabbert alles an: Ursachen erkunden

Ihr Hund macht alles kaputt? Dann sollten Sie nicht nur an den Symptomen herumdoktorn, sondern sich auf die Suche nach den Ursachen machen. Holen Sie sich dabei eventuell Hilfe vom Tierarzt, Tierpsychologen und/oder erfahrenen Hundetrainer, wenn Sie nicht weiterwissen. Denn nur, wenn Sie wissen, warum Ihr Vierbeiner immer wieder der "Zerstörungswut" anheimfällt, können Sie ihm dieses unerwünschte Verhalten langfristig abgewöhnen, ohne Ihrem Hund versehentlich Angst zu machen oder ihn zu verunsichern.

Ein Hund knabbert alles an, weil ihm langweilig ist, er Angst hat und sich beruhigen oder ablenken möchte, er nicht ausgelastet genug ist oder weil sein Zahnfleisch während des Zahnwechsels im Junghundalter scheußlich juckt. Er kaut jedoch nicht auf Ihren Sachen herum, um Sie zu ärgern.

Welpen den Zahnwechsel erleichtern

Je nach Hunderasse findet der Zahnwechsel etwa zwischen dem dritten und siebten Lebensmonat statt – bei größeren Hunden eher früher, bei kleineren Hunden tendenziell später. Die Milchzähnchen fallen dann aus und das erwachsene Hundegebiss wächst nach. Dies führt zu juckendem Zahnfleisch und Ihr junger Hund knabbert alles an, was ihm in die Quere kommt, um diesen Juckreiz zu lindern. Das Zahnfleisch wird beim Kauen massiert und das tut Ihrem Vierbeiner gut. Versuchen Sie in dieser Zeit, Ihrem kleinen Flauschrabauken Kauspielzeug und Kauknochen anzubieten, an denen er sich austoben kann.

"Zerstörungswut" in der Pubertät: Was tun?

Nicht nur menschliche Jugendliche kommen in die Pubertät, sondern auch heranwachsende Hunde. Im Gehirn ist währenddessen die Hölle los, die Hirnstrukturen ordnen sich neu, es werden neue Nervenzellen gebildet und zu allem Überfluss wird Ihr Vierbeiner in der Pubertät geschlechtsreif und wird von Hormonen überflutet. Da können sich schon ziemlich viele Flausen im Kopf bilden. Ihr halbstarker Hund probiert seine Kräfte aus und testet, wie weit er die Grenzen und Regeln ausreizen kann, die er als Welpe gelernt hat. Ein pubertierender Hund macht alles kaputt, weil er nicht so recht weiß, wohin mit sich und seiner Energie.

In dieser Phase helfen nur Geduld und liebevolle Konsequenz. Wenn Ihr Kuschelvandale erwachsen ist, beruhigt er sich normalerweise wieder, dennoch kann er sich in der Pubertät unerwünschtes Verhalten angewöhnen und Marotten entwickeln. Bleiben Sie stoisch bei den Regeln, die Sie in seiner Welpenzeit etabliert haben und seien Sie streng und konsequent, aber gerecht zu Ihrem Frechdachs. Wenn Sie jedoch merken, dass Sie selbst an Ihre Grenzen kommen, holen Sie sich Hilfe, zum Beispiel von einem guten Hundetrainer oder einem Tierpsychologen.

Hund macht alles kaputt: Alternativen bieten

Ihr Hund knabbert alles an, sobald er allein ist und ist auch sonst übertrieben anhänglich? Es könnte möglicherweise eine Angststörung dahinterstecken, bei der Ihr Vierbeiner nicht alleine sein kann. Diese Angst vorm Verlassenwerden lässt sich nur mit professioneller Hilfe eines Tierpsychologen in den Griff bekommen. Ansonsten ist es in den meisten Fällen Langeweile, wenn Ihre Fellnase alles kaputt macht. Dann mangelt es Ihrem Hund an Beschäftigung und Auslastung im Alltag und er fängt an, sich mit dem Zerbeißen von Gegenständen die Zeit zu vertreiben.

Gehen Sie dann mit Ihrem Hund zur Hundeschule und melden Sie ihn für einen geeigneten Hundesport an. Überdies muss ein Vierbeiner jedoch nicht nur körperlich, sondern auch geistig ausreichend gefordert werden. Spiele, die seine Intelligenz fördern, oder neue Tricks sind in diesem Fall eine tolle Idee, um ihn von seiner "Zerstörungswut" abzulenken und seine Energie in konstruktive Bahnen zu lenken. Ein knabberfreudiger Hund hat zudem einen positiven Nebeneffekt: Er zwingt Sie zur Ordnung. Lassen Sie am besten nichts herumliegen, was Ihnen lieb und teuer ist, solange Ihr Hund noch gern alles ruiniert, was ihm vor die Schnauze kommt.

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