Knochen und Gelenke

Rheuma beim Hund: Symptome, Diagnose & Therapie

Rheumatoide Arthritis beziehungsweise Rheuma beim Hund führt zu schmerzhaften Gelenkentzündungen. Die Symptome treten anfangs schubweise auf, können aber chronisch werden. Ursache für Rheuma ist eine Autoimmunreaktion des Körpers. Die Therapie zielt darauf ab, die Beschwerden zu lindern. Heilbar ist Rheuma bislang nicht.
Rheuma beim Hund kann nicht geheilt werden, aber Physiotherapie hilft, die Symptome zu lindern – Shutterstock / msgrafixx
Rheuma beim Hund kann nicht geheilt werden, aber Physiotherapie hilft, die Symptome zu lindern – Shutterstock / msgrafixx

Anders als Arthrose wird Rheuma beim Hund nicht durch allmählichen Gelenkverschleiß ausgelöst. Ursache für die schmerzhafte Erkrankung ist eine Autoimmunreaktion: Die Abwehrkräfte des Hundes richten sich in diesem Fall nicht nur gegen Krankheitserreger, sondern auch gegen gesunde Körperzellen des Gelenkknorpels. In der Folge wird immer mehr Gelenkknorpel abgebaut und das Gelenk nachhaltig zerstört.

Wie aber lässt sich Rheuma beim Hund feststellen und behandeln? Das erfahren Sie im Folgenden.

An diesen Anzeichen können Sie Rheuma beim Hund erkennen

Typische Symptome für Rheuma beim Hund sind schmerzende, geschwollene Gelenke. Im fortgeschrittenen Stadium können die Gelenke auch Verformungen aufweisen. Mit der Zeit leidet der betroffene Hund außerdem oft an Muskelschwund und entsprechender körperlicher Schwäche. Weitere mögliche Anzeichen für Rheuma beim Hund sind:

Lahmen
● Steifheit
Appetitlosigkeit
Fieber
● Geschwollene Lymphknoten

Hinzu kommen im weiteren Verlauf der Erkrankung zusätzliche Organerkrankungen. So leiden Hunde mit Rheuma eines Tages auch an Niereninsuffizienz, Lungenentzündungen (Pneumonie), Mandelentzündungen (Tonsillitis) und Harnwegsinfektionen.

Rheuma beim Hund: Symptome treten in Schüben auf

Es gibt Tage, da geht es Ihrem rheumakranken Hund vergleichsweise gut, dann verschlechtert sich sein Zustand plötzlich wieder. Das liegt daran, dass Rheuma in Schüben auftritt. Oft sind mehrere Gelenke gleichzeitig betroffen, die Symptome für Rheuma können jedoch von Schub zu Schub andere Gelenke befallen. Zwischen den Schüben können die Beschwerden nachlassen und sogar ganz verschwinden. Doch die symptomfreien Phasen werden mit der Zeit immer kürzer. Im Endstadium der Krankheit leidet Ihr Hund chronisch, das heißt dauerhaft unter den Gelenkschmerzen.

So kann der Tierarzt Rheuma beim Hund feststellen: Diagnose

Rheuma ist bei Hunden zum Glück relativ selten. Der Tierarzt wird also zunächst abklären, ob die Symptome auf andere Gelenkerkrankungen wie Arthrose zurückzuführen sind. Dazu hört er sich die Krankengeschichte Ihres Hundes aufmerksam an. Dieses Verfahren nennt sich Anamnese und gibt dem Tierarzt bereits erste Hinweise, die auf Rheuma statt auf Arthrose deuten. So treten bei Arthrose die Beschwerden nicht in Schüben auf, sondern beginnen leicht und werden kontinuierlich schlimmer, wenn der Gelenkverschleiß zunimmt.

Eine Röntgen-Untersuchung kann den Anfangsverdacht weiter bestärken. Bei Rheuma erscheint die Knochenoberfläche uneben, der Knochen wirkt löchrig und die Gelenke können verformt sein. Im späteren Verlauf mineralisiert, also verfestigt, sich das Weichteilgewebe, was sich ebenfalls beim Röntgen erkennen lässt. Darüber hinaus entnimmt der Tierarzt Gelenkflüssigkeit und analysiert diese. Erhöhte Entzündungswerte sind ein weiteres Indiz für Rheuma beim Hund.

Rheuma beim Hund mit Medikamenten behandeln

Bei der Rheuma-Therapie geht es darum, die Beschwerden zu lindern und den Verlauf der Erkrankung zu verlangsamen. Heilen lässt sich die Autoimmunkrankheit leider nicht. Um die Lebensqualität Ihres Hundes zu verbessern, verschreibt der Tierarzt ihm Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente. Die Dosis wird individuell auf Ihren Hund abgestimmt. So lassen sich immerhin die schlimmsten Symptome von Rheuma abschwächen.

Physiotherapie und Hydrotherapie für Hunde mit Rheuma

Neben der Behandlung mit Medikamenten gilt es, die Beweglichkeit der Gelenke bei betroffenen Hunden möglichst lange zu erhalten. Sind die größten Schmerzen und Entzündungen durch die Medikamente gestillt, kann und sollte Ihr Hund sich weiterhin bewegen. Leichte Sportarten, die nicht zu anstrengend für die Gelenke sind, helfen. Gemütliche Spaziergänge sind ebenfalls ratsam. Außerdem ist Physiotherapie für Hunde mit Rheuma eine echte Bereicherung. Spezielle Massagen und Übungen sorgen dafür, dass die Gelenke weniger schmerzen.

Hydrotherapie, also gelenkschonende Übungen im Wasser, trägt ebenfalls zur Verbesserung seines Zustands bei. Sie können außerdem regelmäßig mit Ihrem kranken Hund schwimmen gehen – das Wasser trägt sein Gewicht, sodass er die Gelenke ohne Zusatzbelastung bewegen und trainieren kann.

Ernährungstipps für Hunde mit Rheuma

Leidet Ihr Hund an Rheuma, empfiehlt es sich, auf ein gesundes Körpergewicht zu achten. Verzichten Sie auf Leckerlis und halten Sie sich an die vom Tierarzt empfohlene Futterart und Futtermenge. Eventuell können Nahrungsergänzungsmittel mit Grünlippmuschelextrakt den Gelenken guttun – besprechen Sie auch diese Option mit Ihrem Tierarzt.

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