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Sind Präriehunde als Haustiere geeignet?

Präriehunde als Haustiere sind hierzulande noch relativ unbekannt, erfreuen sich aber dennoch steigender Beliebtheit. Kein Wunder – die possierlichen Nager sind nicht nur wahnsinnig niedlich, sondern auch äußerst sozial und zutraulich gegenüber ihren Haltern. Ob sie als Haustiere geeignet sind, hängt unter anderem von den Möglichkeiten artgerechter Haltung ab.
Am wohlsten fühlen sich Präriehunde in der freien Natur beziehungsweise in den Prärien Nordamerikas – Shutterstock / Anna Levan
Am wohlsten fühlen sich Präriehunde in der freien Natur beziehungsweise in den Prärien Nordamerikas – Shutterstock / Anna Levan

Präriehunde sind Nagetiere, die den Murmeltieren ähneln. Sie sind entfernt mit den hiesigen Eichhörnchen verwandt und überzeugen uns Menschen mit ihrem süßen Äußeren und liebenswerten Inneren. Die Nager stammen aus den Prärien Nordamerikas, wo die sehr sozialen Tiere in großen Gruppen leben. Seit ein paar Jahren werden Tiere auch in Europa im Handel angeboten – hierbei handelt es sich meist um Wildfänge aus Amerika, die in der Regel im Alter von sechs bis acht Wochen gefangen und als Haustiere verkauft werden. Von den fünf Arten aus der Gattung der Präriehunde, kommt der Schwarzschwanz-Präriehund sowohl in der Natur als auch als Heimtier am häufigsten vor.

Präriehunde als Haustiere – ein Streitthema

Artgerecht – ein Begriff, an dem sich die Geister scheiden. Viele Tierschützer sind der Meinung, dass Wildtiere wie Präriehunde als Haustiere generell nicht artgerecht gehalten werden können. Ihnen fehle unter anderem die Möglichkeit, ihren natürlichen Verhaltensweisen vollends nachgehen zu können, da sie sich zum Beispiel in Wohnungen auf begrenztem Raum befinden. Auch leben Präriehunde in der freien Wildbahn in großen Gruppen – die Gemeinschaft hat einen großen Stellenwert für sie. Leider ist es kaum möglich, Präriehunde als Haustiere in großen Gruppen zu halten. Zweifellos fühlen sich die Tiere in freier Wildbahn wohler als in Gefangenschaft.

Auf der anderen Seite können Präriehunde als Haustiere eine sehr enge Bindung zu ihren Haltern aufbauen und gehen dann im besten Fall regelrecht in ihrer Rolle als Haustiere auf. Wichtig: Präriehunde dürfen niemals ganz alleine ohne Artgenossen gehalten werden – es sind mindestens zwei Tiere nötig, damit die Pausbäckchen nicht vereinsamen beziehungsweise einsam verenden. Wenn Sie sich dafür entscheiden, Präriehunde als Haustiere zu halten, sollten Sie sich der Verantwortung gegenüber den Fellknäueln bewusst sein und sich genau darüber informieren, worauf es hinsichtlich Haltungsbedingungen und Pflege ankommt.

Das richtige Gehege für Präriehunde

Präriehunde sind tagaktive Tiere und brauchen sehr viel Aufmerksamkeit von Ihnen. Zwar beschäftigen sich die Eichhörnchenverwandten viel mit ihren Artgenossen, dennoch sollten Sie als Halter täglich mindestens drei Stunden Zeit für die Kleinen investieren. Auch das Gehege sollte artgerecht und groß genug sein. In freier Wildbahn leben die Rudeltiere in sogenannten Towns, die aus vielen unterirdischen Gängen und Höhlen bestehen. Da dies in der Wohnung kaum nachzubauen ist, müssen Halter wenigstens dafür sorgen, dass das Gehege eine Mindestgröße von mehr als einem Quadratmeter pro Tier aufweist, besser mehr.

Die Mindestausstattung beinhaltet neben einem Holzhaus/Unterschlupf auch Äste zum Nagen, Kleintierstreu, Heu, Futternapf und Wasserflasche sowie Kletter- und Buddelmöglichkeiten. Die Tiere sollten nicht nur im Gehege gehalten werden, sondern täglich ausreichend viel Auslauf bekommen. Dazu sollten Sie wissen, dass die Nagetiere, wie der Name schon sagt, nagen, also alles, was nicht niet- und "nagefest" ist anknabbern.

Ernährung der Präriehunde

Präriehunde ernähren sich in erster Linie von verschiedenen Gräsern, Heu, Kräuter und Löwenzahn. Darüber hinaus freuen sie sich über Frischfutter wie Gemüse und Obst. Informieren Sie sich genau, was die Nager vertragen und was nicht. Trockenfutter mit niedrigem Fett- und Proteingehalt, dafür aber mit hohem Fasergehalt ist wichtig für ihre Verdauung.

Fazit

Ein ausreichend großes Gehege mit artgerechter Ausstattung, beaufsichtigter Auslauf, eine präriehundsichere Wohnung (ohne Gefahren wie etwa frei zugängliche Stromkabel, die angeknabbert werden können), viel Beschäftigung und das richtige Futter sind die Basis für ein glückliches Präriehundeleben. Wenn Sie ernsthaft darüber nachdenken, sich Präriehunde als Haustiere anzuschaffen, sollten Sie Zeit und Liebe investieren. Für Kinderhände sind die Wildtiere nicht geeignet – die Aufsicht sollten Erwachsene haben, die sich in Sachen Haltung und Pflege genau auskennen. In jedem Fall müssen Sie für sich selbst entscheiden, ob Sie den Wildfang der Nagetiere unterstützen möchten – zufriedener sind Präriehunde auf jeden Fall in der freien Natur.

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