Gefahren

Ist Ingwer giftig für Katzen?

Für Menschen ist Ingwer ein beliebtes Hausmittel gegen Übelkeit, Erkältungen und Schmerzen. Doch wie sieht es bei Katzen aus? Ist Ingwer für die Samtpfoten giftig oder ein sinnvolles Naturheilmittel? Die Antworten auf diese Fragen lesen Sie im Folgenden.
Schnuppern ist erlaubt, aber dürfen Katzen Ingwer auch essen? Oder ist die Knolle giftig für sie? – Shutterstock / JuliyaKosynskaya
Schnuppern ist erlaubt, aber dürfen Katzen Ingwer auch essen? Oder ist die Knolle giftig für sie? – Shutterstock / JuliyaKosynskaya

Ingwer wird gern als "Wunderknolle" bezeichnet und soll gegen alle möglichen Beschwerden bei Menschen helfen. Die Scharfstoffe, Bitterstoffe und ätherischen Öle können zum Beispiel bei Verdauungsbeschwerden helfen. Außerdem wird Ingwer eine schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung nachgesagt. Aber gilt das nur für Menschen oder können auch Katzen mit Ingwer behandelt werden?

Wogegen soll Ingwer bei Katzen helfen?

In kleinen Mengen kann Ingwer bei Katzen angeblich beruhigend wirken, etwa bei akuten Angstzuständen oder in Stresssituationen. Darüber hinaus soll die Knolle mit ihren Scharf- und Bitterstoffen die Bauchspeicheldrüse, den Gallenfluss und die Magensaftbildung anregen. Auf diese Weise kann sie Verdauungsbeschwerden lindern, zum Beispiel:

Blähungen
Appetitlosigkeit
● Übelkeit
● Bauchschmerzen

Darüber hinaus soll Ingwer Fieber senken, das Blut verdünnen, Entzündungen hemmen und Schmerzen lindern können. Das kann bei Erkältungen nützlich sein. Aufgrund seiner schmerzlindernden, entzündungshemmenden Wirkung wird Ingwer zudem gelegentlich als Naturheilmittel bei Arthrose und anderen Gelenkproblemen empfohlen.

Dürfen Katzen Ingwer fressen oder ist er giftig?

Katzen vertragen aber weder ätherische Öle noch Scharfstoffe. In größeren Mengen ist Ingwer also potenziell giftig für die Tiere. Allerdings mögen Samtpfoten in der Regel keine Zitrusdüfte, wie beispielsweise den von Orangen, Zitronen und Ingwer. Sie müssen sich daher nicht zu viele Sorgen machen, wenn Ihnen beim Kochen einmal ein Stück Ingwerwurzel herunterfällt. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Ihre Katze das Stück frisst. Sie spielt vielleicht damit oder knabbert neugierig daran, aber es schmeckt ihr vermutlich nicht.

Ingwerpräparate werden jedoch nichtsdestotrotz als natürliche Ergänzungsfuttermittel angeboten. Hierbei sollten Sie vorsichtig sein. Eine zu hohe Dosis kann das Gegenteil von dem bewirken, was Sie eigentlich wollten - und damit die Lage noch verschlechtern. Ihrer Katze kann schlecht werden, durch die blutverdünnende Wirkung können sich bestehende Krankheiten außerdem verschlimmern. Die ätherischen Öle und Scharfstoffe reizen zudem den empfindlichen Verdauungstrakt von Katzen. Schlimmstenfalls können Ingwerpräparate daher bei den Vierbeinern zu lebensbedrohlichen Folgeschäden führen – wenden Sie sie also keinesfalls ohne Rücksprache mit Ihrem Tierarzt an.

Fazit: Im Zweifel Tierarzt um Rat fragen

Anders als bei Menschen ist Ingwer bei Katzen kein Naturheilmittel erster Wahl. Auch in der artgerechten Katzenernährung hat die Knolle nichts verloren. Denken Sie darüber nach, Angstzustände, Verdauungsbeschwerden, Erkältungen oder Schmerzen mit Ingwerpräparaten zu behandeln, gehen Sie vorher unbedingt zum Tierarzt. Wichtig ist, dass die Ursachen und möglichen Grunderkrankungen, die hinter den Symptomen stecken, ermittelt werden. Dann kann der Tierarzt die Beschwerden gezielt behandeln.

Ingwer kommt dann – wenn überhaupt – als vorübergehende Ergänzung infrage. Besprechen Sie jedoch mit Ihrem Tierarzt und Ihrem Tierheilpraktiker, ob es nicht ungefährlichere Alternativen für Ihre Katze gibt. Bachblüten können zum Beispiel bei Stress und Angst beruhigend wirken. Bei schweren Angststörungen muss eventuell ein Katzenpsychologe die Behandlung unterstützen. Bei einer Erkältung helfen Ruhe und Wärme am besten. Verdauungsbeschwerden und Schmerzen sind häufig Symptome anderer Erkrankungen und sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

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