Hundehaltung

Was lernen Hundewelpen von ihrer Mama?

Hundewelpen sollten nach Möglichkeit nicht vor der achten Lebenswoche von ihrer Mama getrennt werden, da sie noch sehr viel von ihr lernen. Auch die Geschwister und andere Hunde sind in dieser Phase wichtig, damit der kleine Vierbeiner hundetypisches Sozialverhalten lernt. Allerdings ist auch Menschenkontakt notwendig, damit er später nicht menschenscheu wird.
"Ich hab dich lieb, Mama", scheint dieser süße Samojede-Welpe zu seiner Hundemutter zu sagen – Shutterstock / Kirill Kurashov
"Ich hab dich lieb, Mama", scheint dieser süße Samojede-Welpe zu seiner Hundemutter zu sagen – Shutterstock / Kirill Kurashov

Wenn sie noch ganz klein sind, lernen Hundewelpen von ihrer Mutter bereits, was Urvertrauen bedeutet. Die Sicherheit und Geborgenheit, die die Hundemama den Kleinen bietet, sind beste Voraussetzungen dafür, dass aus den Welpen einmal selbstbewusste, in sich ruhende und charakterfeste Vierbeiner werden. Wenn sie allmählich größer und selbstständiger werden, brauchen sie ihre Mama und die anderen Hunde aus ihrem Rudel, um Sozialverhalten und Kommunikation zu lernen.

Hundewelpen lernen Sozialverhalten in der Familie

Welpen, die zu früh von ihrer Hundefamilie und ihrer Mama getrennt wurden, sind in der Regel ängstlicher und labiler als ihre Artgenossen. Sie zeigen beispielsweise eine große Unsicherheit gegenüber anderen Hunden, da sie nicht genug Zeit hatten, die Hundesprache zu lernen. Im Spiel mit den Geschwistern und der Mutter, eventuell auch mit anderen erwachsenen Tieren aus dem Rudel, üben die Hundewelpen ihre Kräfte und Fähigkeiten richtig einzusetzen. Die sogenannte Beißhemmung lernen sie beispielsweise beim Raufen und Toben, wenn ihre Geschwister oder die Mutter aufjault, sobald es wehtut, und das Spiel unterbricht. Dann versteht der kleine Rabauke, dass er nicht so stark zubeißen darf, wenn er weiterspielen will.

Darüber hinaus lernen die Hundewelpen in der Sozialisierungsphase ab der vierten Lebenswoche wichtige Elemente der Kommunikation zwischen Artgenossen, etwa den Unterschied zwischen Aggression und Spiel, Beschwichtigungssignale und Regeln der Rangordnung. Sie testen Grenzen aus und verstehen schnell, wenn sie zu weit gegangen sind, weil sie dann von den erwachsenen Hunden konsequent zurechtgewiesen werden. Die wichtigste Zeit der Sozialisierung ist mit rund acht Wochen abgeschlossen, doch die Welpen lernen noch bis etwa zur 16. Lebenswoche weitere Feinheiten der Kommunikation, der Benimmregeln und sozialer Interaktion.

Im nächsten Video muss eine Beagle-Mutter eine kleine Geschwisterstreiterei zwischen ihren Hundebabys schlichten:

Manchmal sind die Unterrichtsstunden im Welpenkindergarten jedoch auch ganz harmonisch, wie bei dieser lieben Hovawart-Mama mit ihrem Nachwuchs:

Junge Hunde brauchen auch menschlichen Kontakt

Allerdings bleiben Hundewelpen, die nur unter ihresgleichen aufgewachsen sind, etwas wild und menschenscheu. Sie können sich zwar später noch an Menschen gewöhnen, es dauert jedoch etwas länger und braucht viel Geduld. Daher empfiehlt es sich, die Welpen mit verschiedenen Menschen bekannt zu machen, sobald sie anfangen, ihre Umwelt zu erkunden, also ab der dritten oder vierten Lebenswoche. Wenn sie nur den Züchter kennen lernen, kann es sein, dass sie nur ihm vertrauen und bei anderen Menschen scheu sind. Daher ist es sinnvoll, sie auch anderen Zweibeinern vorzustellen, und zwar in aller Ruhe, ganz ohne Aufregung. Dann akzeptieren sie Menschen als normalen Bestandteil ihres Lebens. In der Regel werden Welpen ab der achten bis zehnten Lebenswoche abgegeben, spätestens mit zwölf Wochen. Dann konnten sie genug Hundekommunikation von ihrer Familie lernen, um sich mit Artgenossen zu verständigen, sind aber noch jung genug, um sich an ihren neuen "Rudelführer", nämlich Sie, zu gewöhnen, Grundkommandos zu lernen und was ein wohlerzogener Hund noch so alles wissen muss.

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