Hundehaltung

So wickeln Hunde ihre Menschen um die Pfote: 4 "Tricks"

Eigentlich wissen wir Menschen ja, dass Hunde konsequent erzogen werden sollten. Betteln, Anspringen oder unerlaubt das Bett oder Sofa fürs Nickerchen in Beschlag nehmen, dürfen sie sich am besten gar nicht erst angewöhnen. Aber ... Manchmal kann man diesen süßen Vierbeinern einfach nicht widerstehen. Wie machen sie das bloß?
"Aber ich mag doch das Steak!": Süßer Hund hätte gern ein Stück vom leckeren Rinderfilet – Shutterstock / Fotyma
"Aber ich mag doch das Steak!": Süßer Hund hätte gern ein Stück vom leckeren Rinderfilet – Shutterstock / Fotyma

Hunde versuchen normalerweise, mit möglichst wenig Aufwand möglichst viele Annehmlichkeiten zu erreichen. Da sind unsere Vierbeiner leider ganz eigennützig, ohne dass sie es jedoch böse meinen. Sie sehen nur nicht ein, dass sie auf etwas Bequemes oder für sie Tolles verzichten sollten, ohne einen aus ihrer Sicht triftigen Grund. Menschen fällt es nicht immer leicht, ihrer zuckersüßen Schnuffelschnute etwas abzuschlagen – und so können die intelligenten Tiere lernen, mit welchen Blicken und Gesten sie ihren Zweibeiner am besten um die Pfote wickeln können.

1. "Kriege ich was ab?": Wenn Hunde betteln

Als kleiner Welpe und tapsiger Junghund haben Bello und Co. es leicht, sich Leckerbissen bei ihrem Menschen zu holen. Wer sich jedoch erweichen lässt und sein Essen auch nur ab und zu mit Wuff teilt, darf sich später nicht wundern, wenn der Hund bettelt. Da sitzt dann dieser entzückende Vierbeiner geduldig neben dem Tisch, wedelt vielleicht mit dem Schwanz, guckt "traurig" und fiept ganz leise und herzzerreißend, weil er gelernt hat, dass sein Lieblingsmensch in diesem Fall nicht "Nein" sagen kann und etwas abgibt. Idealerweise sollten Sie dieses Verhalten Ihrem Knuffel gar nicht erst angewöhnen, aber es lässt sich zum Glück mit Geduld und Konsequenz auch wieder abtrainieren. Leider heißt das, dass Sie stark sein müssen und sich nicht zu einer Ausnahme verleiten lassen dürfen.

2. "Los! Beachte mich!": Hund springt Menschen an

Ursprünglich, in der Natur, ist das Anspringen ein typisches Welpenverhalten. Sie schlecken die Schnauze ihrer erwachsenen Artgenossen ab, wenn diese von der Jagd wiederkommen, damit sie ihnen Futter hochwürgen. Junge Hunde versuchen daher oft, auch die "Schnauze" ihrer Vertrauensperson zu erreichen und springen an ihr hoch, da das Menschengesicht höher ist als eine Hundeschnauze. Werden sie dafür belohnt – etwa in Form von Streicheleinheiten oder Aufmerksamkeit – können sie dieses Verhalten beibehalten und immer anwenden, wenn sie von ihrem Menschen Beachtung wollen. Auch, wenn es schwer fällt, weil es ja eigentlich niedlich ist: Bringen Sie Ihrem Vierbeiner möglichst früh bei, dass er niemanden anspringen darf.

3. "Ich darf das, ich bin niedlich!": Anstupsen und Kopfauflegen

Dieser Punkt macht es Menschen oft besonders schwer, ihrem Fellfratz etwas abzuschlagen. Das ist doch so süß, wenn Hunde einen mit der Pfote oder der Nase anstupsen, ihren Kopf auf den Schoß legen und dabei niedlich dreinschauen. Das Pfotenstupsen lässt sich auf den Milchtritt kleiner Welpen zurückführen – mit den Pfötchen massieren Hundebabys beim Säugen die Zitzen ihrer Hundemama, damit mehr Milch herauskommt. Später versuchen sie mit einer ähnlichen Geste, Leckereien von ihren Herzensmenschen zu bekommen. Auch dieses Verhalten kann sich verselbstständigen und zu einer unerwünschten Angewohnheit entwickeln, wenn das Betteln erfolgreich ist. Wenn Sie möchten, dass Ihr Kaltschnäuzer dieses Benehmen ganz lässt, ignorieren Sie es am besten. Wenn er nur das Betteln nach Futter unterlassen soll, können Sie ihn jedoch mit sanften Streicheleinheiten belohnen.

4. "Oooh! Guck mal, wie süß!": Hundeblick schmilzt Menschenherz

Der Hundeblick sorgt bei Menschen dafür, dass diese vermehrt das "Kuschelhormon" Oxytocin ausschütten. Sich davon nicht erweichen zu lassen, fällt den meisten Hundefreunden schwer. Hunde lieben es, beachtet, gestreichelt und mit Futter versorgt zu werden und machen es sich gern gemütlich. Wenn sie merken, dass ihr süßer Hundeblick dabei hilft, können sie lernen, damit ihren Willen durchzusetzen. Daher ist es wichtig, dass Sie bestimmte Regeln klar und konsequent einführen und beibehalten, um Ihre Schmusebacke nicht zu verwirren. Wenn Ihr Vierbeiner zum Beispiel nicht mit schlammigen Pfötchen auf die Couch darf, darf er grundsätzlich nicht aufs Sofa – und wenn er noch so süß guckt. Wenn er fremde Menschen nicht anspringen soll, darf er niemanden anspringen, und so weiter.

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