Homöopathie

"Oh, wie süß!": Kuschelhormon Oxytocin durch Hundeblick

Wenn Vierbeiner ihren Hundeblick aufsetzen, fällt es Menschen schwer, ihnen etwas abzuschlagen. Studien zufolge könnte das damit zusammenhängen, dass der Blickkontakt zwischen Hund und Halter für die Ausschüttung von Oxytocin, dem sogenannten Kuschelhormon, sorgt.
Wer kann diesem lieben Hundeblick schon widerstehen? – Shutterstock / Anna Hoychuk
Wer kann diesem lieben Hundeblick schon widerstehen? – Shutterstock / Anna Hoychuk

Sowohl beim Menschen als auch beim Hund wird vermehrt Oxytocin produziert, wenn der Hundeblick besonders niedlich und intensiv ist. Was bedeutet das und warum wird das Hormon auch als Kuschelhormon bezeichnet?

Was ist Oxytocin für ein Hormon?

Der Name Oxytocin kommt aus dem Griechischen und setzt sich aus den Begriffen "ōkys" ("schnell") und "tokos" ("Geburt") zusammen. Er lässt sich also mit "leichter, schneller Geburt" übersetzen. Oxytocin sorgt unter anderem dafür, dass Wehen ausgelöst werden, damit die Geburt vonstattengehen kann. Außerdem erleichtert es das Stillen, indem die Milchejektion angeregt wird. Darüber hinaus wird dem Hormon nachgesagt, dass es die Bindung zwischen Mutter und Kind sowie zwischen Liebespaaren fördert und das Vertrauen stärkt.

Dies wurde zum Beispiel in einer vergleichenden Studie zwischen dem Beziehungsverhalten monogam lebender Präriewühlmäuse und polygam lebender Bergwühlmäuse überprüft. Das Ergebnis legt nahe, dass bestimmte Oxytocinrezeptoren im Gehirn das soziale Bindungsverhalten beeinflussen und zu einem monogamen Beziehungsverhalten führen. Daher wird Oxytocin vereinfachend oft als Kuschelhormon oder auch Treue- und Bindungshormon bezeichnet. Ganz so einfach ist es nicht, aber es scheint, als fördere der Stoff in der Tat positive Gefühle wie Liebe, Vertrauen und Ruhe gegenüber anderen Lebewesen.

Wie Hundeblick und Kuschelhormon zusammenhängen

Oxytocin wird zum Beispiel ausgeschüttet, wenn eine Mutter ihr Kind ansieht. Eine japanische Studie deutet darauf hin, dass auch der Hundeblick zwischen Tier und Halter für die Ausschüttung des Stoffs sorgt – und zwar sowohl beim Hund als auch beim Menschen. 30 Minuten lang wurden Hunde mit ihren Haltern für das Experiment in einem Raum alleine gelassen. Währenddessen wurden sie gefilmt, um zu überprüfen, wie oft und wie lange das Haustier seinem Menschen den Hundeblick zuwarf. Vorher sowie nachher wurden die Oxytocinwerte anhand von Urinproben bei Mensch und Tier gemessen. Hunde und Halter, die sich besonders oft und lange angesehen hatten, wiesen einen erhöhten Oxytocinspiegel auf.

Allerdings zeigte sich dieser erhöhte Oxytocinspiegel nicht bei Wölfen, die von Menschen aufgezogen wurden. Es scheint daher tatsächlich auf den Hundeblick und die Mensch-Hund-Freundschaft anzukommen. Später wollten die japanischen Wissenschaftler herausfinden, was passiert, wenn sie den Hunden eine kleine Dosis Oxytocin unter die Nase sprühen, bevor sie auf ihre Menschen treffen. Unterschiede ergaben sich nur bei Hündinnen – sie sahen ihre Lieblingsmenschen noch häufiger und länger an als vorher. Dies wiederum ließ den Oxytocinwert des Menschen steigen. Diese Wechselwirkung, die sowohl den Kuschelhormon-Spiegel beim Halter als auch beim Hund steigen lässt, sorgt mutmaßlich für eine besonders starke Verbindung.

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