Hundehaltung

Hund stinkt, wenn er nass ist: Woran kann es liegen?

Hundeliebe bedeutet auch, bei Wind und Wetter mit der Fellnase nach draußen zu gehen. Dass der Hund stinkt, wenn er dabei nass wird, ist eine unschöne Begleiterscheinung. Doch woran liegt es überhaupt, dass nasses Hundefell unsere Geruchstoleranz manches Mal auf eine harte Probe stellt?
Süß, lustig, liebenswert und ... stinkig! Nasse Hunde sind manchmal schon eine kleine Herausforderung – Shutterstock / Dan74
Süß, lustig, liebenswert und ... stinkig! Nasse Hunde sind manchmal schon eine kleine Herausforderung – Shutterstock / Dan74

Hundeliebe bedeutet auch, bei Wind und Wetter mit der Fellnase nach draußen zu gehen. Dass der Hund stinkt, wenn er dabei nass wird, ist eine unschöne Begleiterscheinung. Doch woran liegt es überhaupt, dass nasses Hundefell unsere Geruchstoleranz manches Mal auf eine harte Probe stellt?

Manche Hundehalter nehmen die Gerüche ihrer Hunde kaum noch wahr, weil sie daran gewöhnt sind. So kommt es oft vor, dass erst Freunde oder Bekannte, die zu Besuch sind, darauf aufmerksam machen. Vor allem mit einem nassen Fell – etwa durch Regen oder Schwimmen – riecht der Hund streng. Doch woher rührt der olfaktorische Graus eigentlich?

Nasser Hund stinkt, weil die Haut Talg produziert

Ein nasser Hund stinkt deshalb, weil die Hundehaut bei Nässe und Feuchtigkeit ein öliges Sekret produziert, das wie eine Art Schutzschild vor Bakterien und Nässe wirkt. Dieser Talg ist sehr wichtig für den Schutz der Haut und das Hundefell – das Fell wird leicht gefettet und widerstandsfähiger gegen Umwelteinflüsse.

Grundsätzlich gilt: Je nasser der Hund wird, desto mehr Talg produziert seine Haut. Und dabei lösen sich bestimmte Duftstoffe, die uns Menschen dann in der Regel unangenehm in der Nase liegen. Sie verteilen sich besonders gut, weil sie wasserlöslich sind. Nach dem Schwimmen oder einem heftigen Regenschauer etwa bekommen wir die volle Ladung Talg-Duftstoffe ab.

Übrigens: Dieses Prinzip ist das gleiche wie bei uns Menschen auch, mit dem entscheidenden Unterschied, dass unsere Haut deutlich weniger Talgdrüsen besitzt und wir – dank der Evolution – kein Fell mehr haben und nicht so viel Sekret zum Schutz produzieren.

Wie stark der Geruch des nassen Hundes ausfällt, ist zudem eine Frage der Fellstruktur. Hunde mit sehr kurzem, seidigen und eng anliegendem Fell wie der Basenji, Dalmatiner oder Pinscher riechen zum Beispiel nur dezent nach nassem Hund, wenn sie von einem Spaziergang bei Regenwetter nach Hause kommen. Auch Pudel oder Spanische Wasserhunde sind mit ihrem lockigen Pelz nicht so geruchsintensiv.

Was tun, wenn der nasse Hund stinkt?

Dass ein Hund stinkt, wenn er nass ist, ist also nicht nur ganz normal und natürlich, sondern auch wichtig, da es Haut und Hundefell schützt. Ohnehin können Sie dies nicht vermeiden – der typische "Nasse-Hund"-Geruch muss wohl oder übel hingenommen werden.

Glücklicherweise können Sie in der Regel den Geruch entfernen, indem Sie Ihren Hund einfach abtrocknen. Rubbeln Sie Ihren Hund mit dem Handtuch trocken, wenn er nass ist – den Rest erledigt er von selbst. Nach einiger Zeit sollte der Geruch verflogen sein.

Nassen Hund nicht einfach baden

Wichtig ist, dass Sie Ihren Hund nicht einfach baden, wenn er mieft. Dies würde nicht helfen, um den unangenehmen Geruch zu entfernen. Außerdem würde der natürliche Schutzmantel Ihres Vierbeiners zerstört und die Talgproduktion weiter angeregt. Der Hund stinkt dann also trotz Waschens noch immer. Mehr Informationen zum Thema finden Sie im Ratgeber: "Hunde waschen: Wie viel Hygiene muss sein?".

Anders sieht dies im Fall von starken Verschmutzungen des Fells aus – etwa dann, wenn Ihr Vierbeiner sich in einer Schlammpfütze gewälzt hat. Hunderassen wie Beagle, Yorkshire Terrier und Border Collie lieben es zum Beispiel, sich ein wenig mit dem "Duft der Natur" einzureiben.

Tipp: Werfen Sie einmal einen Blick in den Ratgeber: "Warum wälzen sich Hunde gerne im Dreck?"
In diesem Fall ist der Griff zum Hundeshampoo oder auch – bei sehr heftigen Verschmutzungen – ein Bad die richtige Methode. Oft hilft aber auch schon das Kämmen mit einer speziellen Hundebürste, die schonender für die Haut Ihres Hundes ist als ein Bad.

Tipp: Sollte Ihr Hund extrem stinken, sodass es wirklich kaum auszuhalten ist – auch, wenn er bereits trocken ist – ist ein Gang zum Tierarzt ratsam, um zu überprüfen, ob es sich um eine Erkrankung handelt.

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