Hundeerziehung

Beschwichtigungssignale in der Hundeerziehung nutzen

Hunde nutzen zahlreiche Beschwichtigungssignale, wenn sie mit ihren Artgenossen oder mit  Ihnen kommunizieren. In der Hundeerziehung können Sie diese Gesten selbst anwenden und so bevorstehende Konflikte vermeiden.
Wenn Sie sich ruhig hinlegen, ist das auch ein Beschwichtigungssignal – Shutterstock / Hysteria
Wenn Sie sich ruhig hinlegen, ist das auch ein Beschwichtigungssignal – Shutterstock / Hysteria

In der Kommunikation zwischen Mensch und Hund kommt es immer wieder zu Missverständnissen. Vor allem Beschwichtigungssignale (auf Englisch "calming signals") deuten Menschen häufig falsch und denken, Ihr Hund wäre ungehorsam oder dickköpfig. Läuft die Kommunikation zwischen Mensch und Hund besser, gelingt die Hundeerziehung leichter und die Mensch-Hund-Freundschaft wird vertieft.

Kommunikation statt Strafe in der Hundeerziehung

Hunde versuchen zu beschwichtigen, wenn sie spüren, dass ein Konflikt in der Luft liegt oder die Stimmung angespannt ist. Sie möchten die Situation entschärfen und die Harmonie wiederherstellen. Viele Beschwichtigungssignale wirken aus Menschensicht jedoch nicht wie Friedensangebote, sondern wie Respektlosigkeit oder Ungehorsam. Wird der Hund daraufhin bestraft, ist er erst verunsichert und verstärkt seine Beschwichtigungssignale.

So erscheint es vielen Menschen als unhöflich, wenn man ihnen beim Sprechen nicht in die Augen sieht oder sich abwendet. Wir erwarten zudem, dass jemand schnell und auf dem kürzesten Weg zu uns kommt, wenn wir ihn rufen. Hunde ticken da jedoch ganz anders. Sie mögen es nicht, wenn man sie anstarrt und bewegen sich umso langsamer, je mehr Stress sie bei ihrem Gegenüber wahrnehmen. Kleine Bögen zu laufen ist ebenfalls ein Beschwichtigungssignal. Sehen Sie ein solches Verhalten bei Ihrem Hund, bleiben Sie am besten ganz ruhig. Entspannen Sie sich und bleiben Sie freundlich, wenn Ihr Vierbeiner seine Bewegungen verlangsamt, gähnt und sich abwendet oder sich ganz langsam hinlegt. Sobald er merkt, dass seine Beschwichtigungssignale gewirkt haben, kommt er zu Ihnen. Geben Sie ihm dann ein Leckerli oder loben Sie ihn, damit er weiß, dass es gut ist, zu Ihnen zu kommen.

Beschwichtigungssignale selbst einsetzen

Sie können außerdem selbst Beschwichtigungssignale in der Hundeerziehung einsetzen, um Konflikte im Vorfeld zu umgehen. Sie können zum Beispiel Streit beim Hundespaziergang vermeiden, wenn Sie sich zwischen Ihren und den fremden Hund stellen und mit Ihrem Vierbeiner einen kleinen Bogen laufen. Wenn Sie sich einem Hund nähern, gehen Sie nicht direkt auf ihn zu und sehen Sie ihm nicht in die Augen. Vielleicht können Sie auch die Augen zusammenkneifen oder bewusst blinzeln, um Ihre friedlichen Absichten zu verdeutlichen.

Hocken Sie sich dann langsam an der Seite des neuen Hundes hin und versuchen Sie nicht, ihn von oben zu streicheln. Er könnte sich erschrecken und überrumpelt fühlen und aus Angst mit Schnappen oder Beißen reagieren. Wenn Ihr Hund häufiger aufgeregt oder nervös ist, können Sie ihn durch Beschwichtigungssignale beruhigen. Das hilft auch bei akutem Stress. Die Hundeerziehung gelingt einfacher, wenn Ihr Vierbeiner entspannt ist.

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