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Kastration der Hündin: Pro und Kontra

Die Kastration der Hündin ist für viele Hundebesitzern fast schon eine Glaubensfrage: Die Meinungen zu dem Thema fallen höchst unterschiedlich aus und werden kontrovers diskutiert. Erfahren Sie hier alles über Pro und Kontra dieses Eingriffs.
Nach der Kastration nimmt das Interessen von Rüden an Hündinnen ab – Shutterstock / Rita Kochmarjova
Nach der Kastration nimmt das Interessen von Rüden an Hündinnen ab – Shutterstock / Rita Kochmarjova

Bevor Sie in die Diskussionen einsteigen, sollte der Unterschied zwischen Kastration und Sterilisation deutlich geklärt sein. Von einer Kastration (sowohl bei Rüden als auch bei Hündinnen) ist immer dann die Rede, wenn Hoden beziehungsweise Eierstöcke entfernt werden. Bei einer Sterilisation ist der Eingriff wesentlich kleiner, denn es werden lediglich Samen- beziehungsweise Eileiter durchtrennt.

Pro und Kontra der Kastration: Vorteile

Zumeist werden Hündinnen kastriert, um Nachwuchs auszuschließen und damit auch die Läufigkeit zu verhindern. Dies kann sinnvoll sein, wenn sich zum Beispiel ein Rüde im Haushalt befindet oder die Hündin regelmäßig gesundheitliche Probleme nach der Läufigkeit hat. So leiden viele größere Rassen unter Scheinträchtigkeit, die vier bis neun Wochen nach der Läufigkeit eintreten kann und eine Trächtigkeit beziehungsweise Mutterschaft simuliert. Manche Hündinnen leiden während dieser Zeit vor allem psychisch und wollen mitunter das Haus gar nicht mehr verlassen. Bei anderen tritt hingegen der Milcheinschuss auf, der zu einer Entzündung der Milchleisten führen kann.

Zu den Vorteilen der Kastration zählt ebenfalls, dass das Tumorrisiko für Milchleiste und Gebärmutter deutlich gemindert werden kann. Das Gleiche gilt für die Gefahr einer gefährlichen Gebärmuttervereiterung, die häufig bei älteren Hündinnen vorkommt. Insbesondere, wenn die Kastration zu einem Zeitpunkt vor der zweiten oder sogar vor der ersten Läufigkeit durchgeführt wird, sinkt das Risiko gravierend.

Hündin kastrieren: Nachteile

Wenn Sie Pro und Kontra abwägen, sollten Sie nicht vergessen, dass es sich bei der Kastration natürlich um einen operativen Eingriff handelt, der als solcher bereits Risiken birgt. Darüber hinaus besteht vor allem bei größeren Hunderassen die Gefahr einer später auftretenden Inkontinenz, die durch die veränderte Position der Blase nach Entfernen der Gebärmutter bedingt ist. Im Falle einer Frühkastration vor der ersten Läufigkeit ist das Risiko für Inkontinenz hingegen deutlich gemindert.

Bei langhaarigen Rassen berichten viele Besitzer außerdem von Veränderungen des Fells infolge einer Kastration. Während Hündinnen nach einer Frühkastration häufig ihr "Welpenfell" behalten, kann der Eingriff auch Einfluss auf das Verhalten haben, da die hormonelle und damit geistige Entwicklung beeinflusst wird. Mitunter behalten Hunde eine kindlichere Art nach einer Frühkastration, Rassen mit ausgeprägtem Schutztrieb zeigen nach dem Kastrieren später unter Umständen Aggressionen gegen Artgenossen. In jedem Fall sollten Sie das Pro und Kontra gemeinsam mit Ihrem Tierarzt gegeneinander abwägen, um für Ihren Hund die richtige Entscheidung zu treffen.

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