Gefahren

Was tun nach Wildunfall? Tipps für Autofahrer

Insbesondere in den Morgen- und Abendstunden ist die Gefahr eines Zusammenstoßes mit Wildtieren auf der Straße groß. Viele fragen sich: Was tun nach einem Wildunfall? Wenn plötzlich ein Reh, Hirsch, Wildschwein oder anderes Wildtier am Straßenrand oder auf der Fahrbahn auftaucht, folgt auf den Schock leider oft die Kollision. Wichtig ist, dass Sie sich nach dem Unfall richtig verhalten und die Polizei alarmieren.
Insbesondere an Waldgebieten oder auf Feldwegen ist das Risiko eines Wildunfalls groß – Shutterstock / Khomenko Volodymyr
Insbesondere an Waldgebieten oder auf Feldwegen ist das Risiko eines Wildunfalls groß – Shutterstock / Khomenko Volodymyr

Statistisch gesehen gibt es in Deutschland alle zweieinhalb Minuten einen Zusammenprall zwischen Auto und Wildtier. Da dies – vor allem für das Tier, was einen solchen Unfall nur selten überlebt – schon schlimm genug ist, sollten Sie als Autofahrer im Fall der Fälle wissen, was zu tun ist, um die Situation zum einen nicht schlimmer zu machen und zum anderen im Sinne des Tierschutzes und Gesetzgebers zu handeln.

So verhalten Sie sich bei Wildunfällen richtig

Bevor es dazu geht, was Sie nach einem Wildunfall tun können, zunächst ein paar Worte dazu, wie Sie sich kurz vor und während eines Unfalls verhalten. Taucht ein Tier am Straßenrand auf, ist es wichtig, dass Sie sofort kontrolliert (!) bremsen, um so die Aufprallgeschwindigkeit zu reduzieren. Hilfreich kann es sein, das Fernlicht auszuschalten, da dies Wildtiere blendet und irritiert, und zu hupen, um Reh, Wildschwein und Co. bestenfalls von der Fahrbahn wegzutreiben.

Ist der Zusammenstoß unvermeidbar, müssen Sie hingegen eine Vollbremsung machen und das Lenkrad festhalten. Wichtig: Weichen Sie nicht aus, da Ausweichmanöver meist im Gegenverkehr oder vor einem Baum enden. Ein kontrollierter Unfall ist in diesem Fall besser als ein unkontrollierter. Bei Kleintieren wie Fröschen oder Igeln sollten Sie übrigens nicht vollbremsen und so einen Auffahrunfall riskieren. Vor dem Gesetzgeber gilt eine Vollbremsung bei Kleintieren als unnötig – die Versicherungen zahlen bei einem möglichen Auffahrunfall dann nicht.

Tipps dazu, wie Sie einen Wildunfall vermeiden können, finden Sie im Ratgeber "Wildunfälle vermeiden: Dies können Autofahrer tun".

Was tun nach Wildunfall? Unfallstelle sichern, Polizei benachrichtigen

Hat es gekracht, sollten Sie auf jeden Fall Ruhe bewahren. Als Erstes halten Sie an, stellen das Warnblinklicht an und ziehen die Warnweste über. Dann sichern Sie die Unfallstelle, indem Sie das Warndreieck hinter Ihrem Fahrzeug aufstellen. Sollten Sie, Mitfahrer oder andere Verkehrsteilnehmer verletzt worden sein, müssen Sie die Verletzten versorgen und die Rettungskräfte (112) anrufen. Ist die Unfallstelle gesichert, melden Sie den Wildunfall bei der Polizei (110). Achtung: Für Kleintiere wie Igel oder Frösche ist eine Meldung bei der Polizei nicht vorgesehen. Bei größeren Tieren wie Damwild oder Wildschweinen ist sie Pflicht – das Weiterfahren ohne Meldung ist eine Straftat. Auch dann, wenn ein angefahrenes Tier nach dem Wildunfall flieht, müssen Sie im Sinne des Tierschutzes Meldung machen.

Tote oder verletzte Tiere nicht anfassen, außer …

Grundsätzlich ist es ratsam, wenn Sie ein totes Wildtier nicht anfassen, da Infektionsgefahr (etwa mit Tollwut) besteht. Liegt das Tier allerdings mitten auf der Straße und stellt somit eine Gefahr für heranfahrende Autos dar, sollten Sie dieses, ohne sich selbst zu gefährden, mit Handschuhen an den Fahrbahnrand ziehen. Verletzte Tiere fassen Sie am besten gar nicht an, da diese sich wehren können. Halten Sie Abstand, um das Tier nicht weiter zu verängstigen und zu stressen. Die Polizei alarmiert bei einem Wildunfall in der Regel den örtlichen Revierförster oder Jäger, der sich fachmännisch um verletztes Wild kümmert. Auf keinen Fall dürfen Sie tote oder verletzte Tiere einfach mitnehmen, da dies den Tatbestand der Wilderei erfüllt.

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