Ernährungstipps

Ernährung von Degus: Was fressen die Nager?

Die Ernährung von Degus sollte sich an ihren natürlichen Fressgewohnheiten orientieren. Das heißt, dass die Nager pflanzliche, ballaststoffreiche Kost fressen, die dem kargen Angebot der trockenen Steppengebiete ihrer Heimat Chile ähnelt. Was das bedeutet und was Sie füttern dürfen, erfahren Sie im Folgenden.
Frisches Heu und Grünzeug fressen Degus am liebsten – Shutterstock / WronaART
Frisches Heu und Grünzeug fressen Degus am liebsten – Shutterstock / WronaART

Degus sind – wie auch Meerschweinchen, Kaninchen und Chinchillas – Veganer, also reine Pflanzenfresser. Da sie außerdem Nagetiere sind, muss bei ihrer Ernährung Wert auf die Zahnpflege gelegt werden. Am liebsten fressen Degus frisches Heu, das Sie mit Zweigen, Kräutern, etwas Gemüse und ein bisschen Getreide ergänzen dürfen.

Heu wesentlich für Ernährung von Degus

Qualitativ hochwertiges und frisches Heu sollte Ihren Degus permanent zur Verfügung stehen. Achten Sie beim Kauf darauf, dass das Heu eine leicht grünliche Farbe hat, nicht staubt und angenehm duftet. Riecht es muffig, ist es schon zu alt. Gute Bezugsquellen für Heu sind zum Beispiel Bauernhöfe. Dort bekommen Sie große Heuballen, die Sie zu Hause dann vor Licht und Feuchtigkeit geschützt lagern können – auf diese Weise haben Sie für längere Zeit genug davon zur Verfügung.

Degus fressen das Heu nicht nur wegen der darin enthaltenen Nähr- und Ballaststoffe, sondern auch, um ihre Zähne an der rauhen Struktur abzureiben. Außerdem benutzen Sie das Heu auch gern als Nistmaterial. Um Ihre Degus zu beschäftigen, können Sie neben dem losen Heu auch kleine Heuballen – sogenannte Heucobs – anbieten. Achtung! Wenn Sie Heucobs im Handel erwerben, prüfen Sie die Inhaltsstoffe auf der Zutatenliste: Sollte etwas anderes als Wiesengras und Wiesenkräuter darauf stehen, kaufen Sie es lieber nicht.

Zweige für die Zahnpflege

Zusätzlich sind Zweige für die Deguzahnpflege eine tolle Ergänzung zur Ernährung. Sowohl frische als auch getrocknete Zweige sind geeignet. Beliebt und gesund sind zum Beispiel die Zweige folgender Bäume und Sträucher:
● Weide
● Birke
● Hainbuche
● Linde
● Korkeiche
● Pappel
● Apfel
● Birne
● Kirsche
● Mirabelle
● Pflaume
● Quitten
● Haselnuss

Degus fressen gern Kräuter, Blüten und Blätter

Um Ihre Degus mit ausreichend Vitaminen, Mineralien, Proteinen und Kohlenhydraten zu versorgen, brauchen sie neben Heu auch Kräuter, Blüten und Blätter. Wenn Sie etwa Zweige verfüttern, können Sie die Blätter direkt dranlassen. An frisches Grünfutter müssen Sie Ihre Nager allerdings erst vorsichtig gewöhnen – füttern Sie erst kleine Mengen und steigern die Portionen mit der Zeit. Außerdem sind getrocknete Kräuter, Blüten und Blätter eine Möglichkeit für die gesunde Degu-Ernährung.

Manche Kräuter finden Sie draußen in der freien Natur, andere im Supermarkt – das Grün von Möhren, Kohlrabi und Fenchel schmeckt den Nagern sehr gut und sie vertragen auch Küchenkräuter wie Basilikum, Petersilie, Dill und Melisse. Wichtig ist, dass das Grünfutter aus dem Supermarkt Bio-Qualität aufweist und Sie es vor der Fütterung waschen – Pestizide und andere Stoffe auf dem Futter bekommen den Degus nicht. Katzengras ist ebenfalls eine mögliche Ergänzung für den Degu-Speiseplan, im Gegensatz zu den Samtpfoten fressen die Nager außerdem auch gefahrlos Zyperngras.

Beliebte Wildkräuter und -blumen sind:
● Löwenzahn
● Gänseblümchen
● Kamilleblüten
● Margeriten
● Malvenblüten
● Kornblumenblüten
● Spitzwegerich
● Hirtentäschelkraut
● Sonnenblumen

Vorsicht! Sollte eines Ihrer Degu-Weibchen Junge erwarten, sind Hirtentäschelkraut und Petersilie für es ungeeignet.

Gemüse für Degus

Wenn Sie Ihre Degus langsam daran gewöhnen, ist auch das eine oder andere Stückchen Gemüse für ihre Ernährung eine willkommene Abwechslung. Schauen Sie aber bei jeder Fütterung in den Käfig, ob Ihre Tierchen alles aufgefressen haben. Wenn nicht, entfernen Sie das alte Futter, damit nichts schimmelt, und geben Sie beim nächsten Mal eine kleinere Portion.

Folgende Gemüsesorten sind in der Regel nach der Eingewöhnungszeit gut verträglich:
● Kopfsalat
● Eisbergsalat
● Chicorée
● Feldsalat
● Pastinaken
● Karotten
● Rote Beete
● Kohlrabi
● Fenchel
● Brokkoli
● Gurken
● Kürbis
● Zucchini
● Erbsen
● Mais
● Paprika

Welche Samen und Getreidesorten sind für Degus geeignet?

Die Ernährung der Degus sollte zu 80 Prozent aus Heu, Kräutern und Gemüse bestehen und zu rund 20 Prozent aus Samen und Getreide. Allerdings sollte der Getreideanteil insgesamt nur etwa einen Prozent ausmachen. Mögliche Getreidesorten sind Weizen, Hafer, Gerste, Roggen, Hirse und Dinkel sowie Quinoa. Samen enthalten viel Fett, sollten Sie beobachten, dass Ihre Degus etwas rundlich werden, reduzieren Sie den Samenanteil wieder. Umgekehrt können Sie zu dünnen Degus ein paar mehr Samen in den Napf geben. Jungtiere und trächtige sowie stillende Degumütter benötigen ebenfalls mehr Samen aufgrund ihres erhöhten Energiebedarfs.

Als Samen und Kerne kommen die folgenden Sorten infrage:
● Löwenzahn
● Fenchel
● Dill
● Brennnesseln
● Sesam
● Leinsaat
● Hanf
● Petersilie
● Perilla
● Kardi
● Negersaat
● Erdnüsse
● Haselnüsse
● Kürbiskerne
● Sonnenblumenkerne
● Walnüsse

Leckerlis für Degus: Was dürfen sie fressen?

Generell sollten Sie vorsichtig mit Fertigmischungen aus dem Handel sein – sie enthalten oft zu viel Getreide und zu wenige für Degus wichtige Nährstoffe. Lassen Sie aber am besten ganz die Finger von Snacks und Leckerlis aus dem Laden. Joghurtdrops, Knabberstangen, Nagergebäck und Co. enthalten oft viel zu viel Zucker und sonst nichts, was Degus gebrauchen können. Die Nager neigen zu Diabetes, daher dürfen sie generell möglichst nichts Zuckerhaltiges fressen. Auch Obst ist nur in winzigkleinen Mengen, wenn überhaupt, zu empfehlen.

Ebenfalls gern genommen und für Degus viel besser verträglich sind die folgenden Leckerlis:
● Erbsenflocken
● Karottenflocken
● Maiskörner
● Ackerbohnenflocken

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2 Kommentare
  • person

    01-02-2021 08:02:36

    miba96: Hey Troll hab grade dein Kommentar gesehen. Es stimmt das in Möhren Fruktose drinnen ist, aber auf 100g sind es grade mal 1,31g. Bei grüner Paprika pro Schote sind es 1,2 g bei roter, gelber und orangener sind es 0,6 g mehr. Daher find ich die Aussage mit viel Fruktose ehr übertrieben. Zumal man Gemüse allgemein so anpassen sollte das am nächsten Tag nichts über ist.
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  • person

    09-10-2019 09:10:57

    Troll: Achtung, auch Möhren & Paprika enthalten viel Fruktose! Der Artikel gibt zweifelhafte Empfehlungen.
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