Ernährungstipps

Chinchilla: Ernährung und Futter für die Tiere

Die Ernährung eines Chinchillas stellt für manch einen Besitzer eine große Herausforderung dar. Dabei gibt die Natur das Futter schon vor. Chinchillabesitzer sollten sich danach richten, was die Nager in freier Wildbahn fressen. Einen zu kreativen Speiseplan sind die Tiere gar nicht gewohnt.
Na was fressen wir den heute? Auch die Ernährung von Chinchillas kann vielseitig sein! – Shutterstock / Ekaterina Krivtsova
Na was fressen wir den heute? Auch die Ernährung von Chinchillas kann vielseitig sein! – Shutterstock / Ekaterina Krivtsova

Bekommen Sie Ihre neuen Lieblinge vom Züchter, fragen Sie ihn nach einem Tütchen vom bisherigen Futter. Wenn Sie später etwas Neues probieren, fangen Sie mit wenigen "Beilagen" an und steigern Sie die Menge langsam. Besitzer dieser süßen Fellburschen wollen ihre Chinchillas gern glücklich machen und das am liebsten mit leckeren reichhaltigen Futtereigenkreationen. Dabei wird oft vergessen, woher die Tiere eigentlich stammen – nämlich aus den Anden in Südamerika. So naturnah zu füttern wie möglich ist das Beste für die Nager.

Chinchillas sind bestimmte Nahrungsmittel gewohnt

Die doch recht karge Landschaft in den Anden liefert den Nagern in freier Wildbahn Gräser, Sträucher, Kräuter, Kakteen, Büsche und Wurzeln. Diese oft trockene pflanzliche Kost ist reich an Mineralien und Vitaminen sowie sehr strukturreich – enthält also viele Rohfasern. Der Magen-Darmtrakt der Chinchillas ist an diese Nahrung angepasst und verarbeitet diese optimal. Die enthaltenen Rohfasern sind Ballaststoffe, die von den Nagern sogar dringend benötigt werden: Sie kurbeln die Verdauung an und halten die Darmflora gesund.

Chinchilla Grundnahrung: Heu und Wasser

Da Heu diese wichtigen Rohfasern liefert, ist es das ideale Grundfutter. Pflanzliche Substanzen sind verhältnismäßig energiearm, daher müssen Chinchillas für einen gesunden Energiehaushalt sehr viel davon fressen. Es ist also unerlässlich, dass den Nagern pausenlos frisches, sauberes Heu zur Verfügung steht. Neben der Verdauungsförderung wird Heu von den Tieren zur Zahnpflege genutzt. Achten Sie beim Kauf darauf, dass das Heu wirklich frisch ist. Riecht es leicht muffig, fängt es womöglich bald an zu schimmeln und ist nicht mehr verträglich für die empfindlichen Pflanzenfresser. Denken Sie unbedingt auch täglich an frisches Wasser: Es muss den Tieren immer bereitgestellt werden beispielsweise in einer Nippeltränke.

Womit die Grundnahrung anreichern?

Aus getrockneten Kräutern, Heu und Samen lassen sich leckere Mahlzeiten für Chinchillas zaubern. Dabei müssen sämtliche Nahrungsmittel für die Nager ungespritzt und unbehandelt sein. Am besten stöbern Sie in Ihrem Garten, ob sich nicht das ein oder andere bekömmliche Futtermittel finden lässt. Aber denken Sie daran, es immer gründlich abzuwaschen. Der Chinchilla-Speiseplan erlaubt die folgenden Lebensmittel:

  • Chinchilla-Pellets – Spezielle Pellets für Chinchillas sind äußerst umstritten, aber einige Sorten beziehungsweise Marken sind im Grunde gar nicht so verkehrt. Sie schmecken nur nicht jedem Chinchilla und eine einseitige Ernährung nur mit Pellets wäre natürlich vollkommen falsch. Auch Chinchillas wünschen sich Abwechslung auf dem Speiseplan. Vor allem eignen sie sich gut zum Vermengen mit Kräutermischungen und Sämereien. Beim Kauf achten Sie unbedingt auf die Inhaltsstoffe und wählen Sie das Produkt nach den enthaltenen Pflanzenbestandteilen aus.
  • Getrocknete Kräuter, Blätter und Blüten – Diese sind sehr bekömmlich für die kleinen Nager und können sowohl dem Heu als auch den Chinchilla-Pellets untergemischt werden. Leckere Kräuter und Blüten wie die von Melisse, Gänseblümchen, Rosen oder Löwenzahn oder getrocknetes Möhrenkraut bieten eine leckere Abwechslung.
  • Frisches Grünfutter – Nach einer langsamen Gewöhnung an Grünfutter schmecken frische Blätter auch besonders gut. Bekömmlicher für die Gewohnheitstiere ist Grünfutter allerdings getrocknet, denn frisches Grünzeug ist in ihrer Heimat schwer zu finden.
  • Samenmischungen – Sämereien mit Grassaaten und Kräutersamen dienen als Kraftfutter und gehören zu einer ausgewogenen Ernährung von Chinchillas.
  • Rinde, Zweige, Knospen und Wurzeln – Diese Dinge finden Chinchillas zur Genüge auch in ihrer natürlichen Umgebung. Also sind sie gut als Futtermittel geeignet. Ungespritzte Zweige von Apfel- oder Birnenbäumen (aber keinesfalls Steinobstbäume!) sind ideal für die Nager, genauso wie Birke, Linde, Weide und Buche. Die Knospen und Blätter werden dabei gern mit verspeist. Chinchillas nutzen Zweige auch für ihren Zahnabrieb. Kräuterwurzeln sind ebenfalls optimal zum Zufüttern.
  • Heu- und Kräuter-Cobs – Sie sind zwar etwas teurer, aber viele Chinchillaliebhaber schwören auf hochwertige Cobs und mischen diese mit in das Kraftfutter.
  • Ausgewählte Obst- und Gemüsesorten – Früchte und Gemüse peppen den Speiseplan der Nager etwas auf. Allerdings bekommen Chinchillas kein frisches Saftfutter in ihrem natürlichen Lebensraum. Zu viel frisches Obst oder Gemüse vertragen die kleinen Racker daher nicht. Legen Sie zum Beispiel nur ganz dünne Apfelscheiben zum Futter (auf keinen Fall Aprikose!). Achten Sie bei Früchten auf einen nicht zu hohen Fruchtzuckergehalt. Ganz gut geeignet – aber in Maßen – sind auch Knollengemüse wie Sellerie, Karotten oder Pastinaken sowie Blattgemüse wie Endivie und Salatherzen.
  • Leckerchen – Geeignete Leckereien für zwischendurch sind getrocknete Obst- und Gemüsechips, Hagebutten, Rosenblüten, Kürbis- oder Sonnenblumenkerne sowie kleine Stückchen vom Johannisbrot. Aber: Leckerchen sind eben nur Leckerchen. Sie sollten auf dem Futterplan nicht die Hauptrolle einnehmen – bestenfalls reichen Sie Leckerlis nur einmal die Woche.

In diesem Video frisst ein schwarzes Chinchilla die jungen zarten Blättchen der Trauerweide:

Und bei diesen süßen Chinchillas steht heute unter anderem Trockengemüse auf dem Speiseplan:

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