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Gesund oder nicht: Dürfen Katzen Kuhmilch trinken?

Dürfen Katzen Kuhmilch trinken? Viele von uns würden diese Frage pauschal mit ja beantworten. Dabei liegen wir damit ziemlich verkehrt: Kuhmilch ist für die schmusigen Haustiere nämlich gar nicht gesund. Schuld an dem Irrglauben sind wohl zahlreiche Kinderbücher, in denen Kätzchen abgebildet sind, die schlabbernd ihre Milch trinken.
Katze trinkt Milch
Bild: Shutterstock / Alena Ozerova

Katzen trinken als Babys Milch und "verlernen" es wieder

Ganz so falsch ist das Bild mit den Kätzchen, die Milch trinken, allerdings nicht, denn: Junge Katzen sind noch in der Lage, Milch zu verdauen. Ihr Körper produziert noch das Enzym Laktase, das für die Spaltung von Laktose zuständig ist. Laktose ist eine Form von Kohlenhydrat, nämlich Milchzucker. Junge Katzen brauchen diesen Nährstoff als Energielieferant, damit sie groß und stark werden. Wenn die Kätzchen dann aber selbstständig werden und zu jagen beginnen, produziert ihr Körper immer weniger Laktase – Mutter Natur entwöhnt sie quasi von der Milch, weil andere Nährstoffe (insbesondere Proteine aus dem Fleisch der Beutetiere) wichtiger werden.

Mit etwa vier Wochen beginnt dieser Prozess der Umgewöhnung; sollten Sie selbst so junge Kätzchen daheim haben, müssen Sie die kleinen Schnuffelschnuten behutsam an das Katzenfutter heranführen. In unserem Ratgeber "Von Muttermilch zu Katzenfutter: Kitten auf feste Nahrung umstellen" finden Sie dazu die nötigen Tipps. Übrigens: Junge Katzen befinden sich noch im Wachstum und benötigen eine andere Nährstoffzusammensetzung als ihre ausgewachsenen Artgenossen. Daher empfiehlt es sich, den Minimiezis spezielles Kätzchenfutter zu geben. Mehr dazu erfahren Sie im Ratgeber "Gesunde Ernährung für junge Katzen".

Ungesund: Milch verursacht Verdauungsprobleme

Entwöhnte Katzen vertragen in der Regel keine Milch mehr. Wenn Sie doch welche zu sich nehmen, führt dies oft zu Verdauungsproblemen wie Blähungen, die mit starken Schmerzen einhergehen können. Katzen trinken am besten auch keine Milch, die mit Wasser verdünnt ist – auch dann ist der Laktosegehalt für gewöhnlich zu hoch. Im Prinzip sind ausgewachsene Katzen von Natur aus laktoseintolerant. Diese Form der Nahrungsmittelunverträglichkeit ist auch unter Menschen recht weit verbreitet, wobei es unterschiedliche Stufen der Laktoseintoleranz gibt. Einige vertragen mehr, andere weniger und manche gar keinen Milchzucker.

Bei unseren Fellnasen kann es ebenfalls Ausnahmen geben; manche Katzen trinken regelmäßig Kuhmilch und haben keine Probleme deswegen. Der Normalfall ist allerdings der, dass Salonlöwen Milch weder brauchen noch gut verdauen können. Dabei ist es dann gleichgültig, ob Sie statt Kuhmilch die Milch eines anderen Tieres geben wollen: Auch Ziegenmilch und Schafsmilch enthalten Laktose und sind für die meisten Miezen unverträglich.

Katzentaugliche Milch ohne Laktose?

Ausnahmen bilden lediglich laktosefreie Milch aus dem Supermarkt und spezielle "Katzenmilch" aus dem Tierfachhandel, die ebenfalls laktosereduziert ist. Allerdings enthalten diese Leckereien viele Kalorien und wenige Nährstoffe, die Ihre Katze braucht. Damit Ihre Fellschnute nicht allmählich Übergewicht ansammelt, sollten Sie die Kalorien aus derlei Schmankerln von ihrer Futterration abziehen. Geschieht dies jedoch regelmäßig, droht eine Unterversorgung mit lebenswichtigen Nährstoffen und Ihr Schnuffel wird krank. Katzen trinken am besten Wasser – es erfrischt, versorgt sie mit Flüssigkeit und enthält keine zusätzlichen Kalorien. Wie viel Wasser die Fellnasen brauchen, hängt davon ab, ob sie Nassfutter oder Trockenfutter bekommen. Viele Katzenexperten raten von der ausschließlichen Trockenfutterernährung ab, weil der Flüssigkeitsbedarf dann sehr hoch ist und Katzen es instinktiv nicht gewohnt sind, so viel Wasser zu trinken.

Sie können Ihre Samtpfote jedoch dazu motivieren, mehr zu trinken, wenn Sie mehrere Wassernäpfe in der Wohnung deponieren und diese mehrmals am Tag frisch auffüllen. Fließendes Wasser, zum Beispiel aus einem Trinkbrunnen oder vom Wasserhahn, wird von den Puschelnasen oft bevorzugt angenommen. Weitere Vorschläge zu diesem Thema lesen Sie in unserem Ratgeber "Trinkfaule Katzen: Stubentiger zum Wasserschlürfen animieren".

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